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Von wegen Provinz! Hunderte feiern bei Festival in Neukirch

Drei Tage Musik - organisiert von sieben jungen Leuten und 70 freiwilligen Helfern. Das sind die Köpfe hinter dem "WeGoApart with ART"-Festival.

Mauritius, Johannes-Paul, Leonard, Flora und Matteo haben zusammen mit zwei weiteren Freunden ein ganzes Festival in Neukirch organisiert. Und das zum zweiten Mal.
Mauritius, Johannes-Paul, Leonard, Flora und Matteo haben zusammen mit zwei weiteren Freunden ein ganzes Festival in Neukirch organisiert. Und das zum zweiten Mal. © SZ/Richard Walde

Neukirch/Lausitz. Sie sind gerade erst Volljährig und schon erfahrene Festival-Organisatoren. Sieben junge Erwachsene - davon fünf direkt aus dem Bautzener Oberland - haben sich zur Aufgabe gemacht, in ihrer Heimat etwas für Gleichaltrige zu veranstalten. Und zwar mit dem "WeGoApart with ART". Eine dreitägige Veranstaltung, bei der die Nacht zum Tag gemacht wird und zahlreiche Bands auftreten.

"Wir sind hier aufgewachsen, haben gemerkt, dass viele junge Leute von hier weggezogen sind und es für uns selbst nie so ein Angebot gab, wo man einfach hingehen konnte", erzählt Matteo Schwarzbach, der mit zwei Mitstreitern zum Gründerteam gehört. Denn die Veranstaltung auf der Wiese vor dem Neukircher Georgenbad fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Und das nicht als kleines Open-Air, wie im Vorjahr, sondern als Musikfestival für bis zu 700 Besucher.

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Vom 24. - 25. September, von jeweils 9 - 17 Uhr, findet die Viterma- Hausmesse statt. Neben der Veranstaltung vor Ort können sich Interessierte auch online zuschalten.

Eine kleine Bühne und viele feiernde Besucher - das ist das "We Go Apart with ART" in Neukirch/Lausitz.
Eine kleine Bühne und viele feiernde Besucher - das ist das "We Go Apart with ART" in Neukirch/Lausitz. © Hilde Weiler

"Es waren Künstler dabei, die noch nie vor einem so großen Publikum gespielt haben", freut sich Matteo und weiß, dass sich ein Festival in dieser Größenordnung nicht von alleine organisiert. Deshalb hat sich das Team etwas überlegt, um es trotzdem auf die Beine stellen zu können. "Jeder von uns hat einen anderen Aufgabenbereich", erzählt Flora Beutel, die sich in diesem Jahr hauptsächlich um freiwillige Helfer gekümmert hat.

Ganze 70 davon waren im Einsatz, die den Einlass geregelt, Speisen und Getränke verkauft oder im Backstagebereich aufgepasst haben. Dafür bekamen sie einen ermäßigten Eintritt, ein T-Shirt, kostenloses Essen und die "ewige Dankbarkeit" der Organisatoren, die erst vor Kurzem einen gemeinnützigen Verein - den We Go Apart with ART - gegründet haben. Denn während die Veranstaltung im Vorjahr mit Unterstützung des Jugendhauses Valtenbergwichtel stattfand, war es diesmal ein komplett eigenständiges Festival.

Müll (k)ein Thema

Bei dem eine Sache besonders wichtig ist - Müllvermeidung. "Wir haben zusammen ein Müllkonzept entwickelt und uns versucht zu überlegen, wie wir Müll vermeiden können", erzählt Leonard Wolff. Neben einer Liste, wie man generell auf umweltfreundliche Alternativen umsteigen kann, gab es vor Ort für jeden einen mobilen Aschenbecher, ein Verbot von Kronkorken auf dem gesamten Gelände und ein selbst ausgedachtes System mit Müllpfand.

"Wir haben den Leuten durch diesen Müllpfand bewusst gemacht, dass es ihnen wehtut, wenn sie den Müll nicht mitnehmen", erzählt Johannes-Paul Richter. Denn beim Ticketkauf wurden fünf Euro verlangt, die man wieder zurückbekommen konnte. Denn am Eingang gab es Müllbeutel, der am Ende gefüllt und richtig getrennt wieder abzugeben war. Sonst wären die fünf Euro weg gewesen. "Es ist am Ende so gut aufgegangen, dass wir als Organisatoren keinen Müll mehr nachräumen mussten", fügt er an.

Außerdem wurde auf vegetarisches und veganes Fingerfood gesetzt - also Essen, das es direkt auf die Hand gibt. Ohne Teller oder Besteck. "Das Essen haben wir zu erschwinglichen Preisen angeboten, womit die Leute direkt hier essen konnten und nichts mitbringen mussten", sagt Flora Beutel. Doch sei am Ende Eines klar: "Man braucht die Besucher dafür, um das Müllkonzept umzusetzen", betont Mauritius Lorenz.

Corona (k)ein Thema

Um auch 2022 die dritte Auflage des Festivals zu starten, brauchen die sieben Organisatoren weitere Mitstreiter. Denn "Für nächstes Jahr steht auf jeden Fall wieder ein Fortschritt an", sagt Matteo Schwarzbach. Doch möchte man sich nicht übernehmen und den Spaß an der ganzen Sache verlieren. "Wir buchen auch in Zukunft keine riesigen Künstler, sondern wollen jungen Künstlern eine Bühne bieten", fügt er an.

Wie beispielsweise Steaming Animals aus Dresden oder Power Plush aus Chemnitz. Doch auch auffallend viele Berliner Bands waren Mitte August dieses Jahres am Start. Denn gleich mehrere der Festival-Organisatoren hat es nach dem Schulabschluss in die Hauptstadt verschlagen, von wo aus sie beste Werbung für ihre Heimat machen. "Wir wissen, dass es hier schön ist und das wollen wir anderen Leuten zeigen", sagt Matteo Schwarzbach.

Die Nacht wurde zum Tag gemacht, denn die letzten Bands standen bis zum Morgengrauen auf der Bühne.
Die Nacht wurde zum Tag gemacht, denn die letzten Bands standen bis zum Morgengrauen auf der Bühne. © Hilde Weiler

Und nicht nur schön soll es sein, auch sicher. Dafür sorgte ein eigens entwickeltes Hygienekonzept, um Corona-Infektionen zu vermeiden. Obwohl es zum Zeitpunkt des Festivals kaum Infizierte in Neukirch und Umgebung gab und das nicht notwendig gewesen wäre, führte man eine Testpflicht ein. "Als Sicherheit für uns und die Besucher", wie Flora Beutel betont.

Zwar reisten sieben Festivalgänger ohne erforderlichen Nachweis an, doch Johannes-Paul Richter - der sich zum Corona-Tester ausbilden ließ - sorgte aber dafür, dass auch sie nach kurzer Wartezeit auf das Ergebnis das Festivalgelände betreten durften. So konnten sich alle nach Herzenslust austoben und draußen auf dem Gelände auf Maskenpflicht und Mindestabstand verzichten.

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