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Neukirch bekommt einen besonderen Garten

Das Naturschutzzentrum schafft aus einer verwilderten Fläche einen Platz, wo sich jeder beim Gärtnern ausprobieren kann. Beteiligen kann man sich auch anders.

Katrin Poike, Geschäftsführerin des Naturschutzzentrums in Neukirch, hofft auf Unterstützung für den geplanten Gemeinschaftsgarten.
Katrin Poike, Geschäftsführerin des Naturschutzzentrums in Neukirch, hofft auf Unterstützung für den geplanten Gemeinschaftsgarten. © Steffen Unger

Neukirch/Lausitz. Wer Lust hat, seine eigenen Tomaten anzubauen, aber zu Hause dafür keinen Platz findet, kann sich bald in Neukirchs erstem Gemeinschaftsgarten einmieten. Auf einem rund 1.200 Quadratmeter großen Grundstück ist das Naturschutzzentrum gerade dabei, nutzbare Beete und Vieles mehr zu schaffen.

Damit das gelingt, braucht es viel ehrenamtliches Engagement - und das nötige Geld. Deshalb wurde vor Kurzem ein Spendenaufruf über die Aktion "99 Funken" der Kreissparkasse Bautzen gestartet. Denn diese Plattform bietet einen großen Vorteil.

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"Wenn jemand zehn Euro spendet, wird der Betrag durch die Aktion verdoppelt. Wenn Viele wenig geben, hat man am Ende auch eine schöne Summe", betont Katrin Poike, Geschäftsführerin des Naturschutzzentrums in Neukirch, im Gespräch mit Sächsische.de. "Man sieht, wo das Geld hingeht, und kann sich den Garten jederzeit angucken", wirbt sie für das Projekt.

Gemeinde unterstützt das Projekt

Unterstützung bekommt das Naturschutzzentrum auch aus dem Rathaus, denn die Gemeindeverwaltung stellt das Grundstück kostenfrei zur Verfügung. Warum gerade diese Fläche geeignet ist, erklärt Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler (CDU) so: In der Nähe befinden sich Mehrfamilienhäuser, die nur kleine beziehungsweise gar keine Freiflächen zum Bepflanzen haben, weitere Häuser sind geplant. "Wir wollen den Kindern und jungen Familien zeigen, wo und wie man etwas anbauen kann", sagt Zeiler.

Inzwischen haben Mitarbeiter des Bauhofs bereits die gröbsten Hindernisse aus dem Weg geräumt. Auch weitere Unterstützung sei geplant. "Sollten die Beteiligten mit ihrer Technik mal nicht weiterkommen, können sie jederzeit auf den Bauhof zurückgreifen", betont Zeiler.

Somit können langsam, aber sicher die Feinarbeiten beginnen. Dazu gehört auch ein Trinkwasseranschluss, wofür der Gemeinderat 3.000 Euro zur Verfügung stellt. In den nächsten Wochen wird eine fachkundige Firma dann dafür sorgen, dass es schon bald einen funktionierenden Wasserhahn im Gemeinschaftsgarten gibt.

Wegen Corona dauern die Arbeiten länger

Währenddessen sind andere Arbeiten bereits in vollem Gange. "Donnerstagvormittag kommen immer ein paar ehrenamtliche Helfer vorbei, aber aufgrund der Kontaktbeschränkungen können nur wenige gleichzeitig arbeiten", sagt Katrin Poike. Deshalb würden sich die Arbeiten zeitlich in die Länge ziehen.

"Als Nächstes werden wir ein Gartentor bauen, damit der Bereich abgeschlossen ist", sagt Poike. Denn das Gartenhäuschen, das erst vor wenigen Tagen frisch gestrichen wurde, sei bereits aufgebrochen und beschädigt worden. Doch bis auf ein paar alte Schaufeln sei dort ohnehin nichts finden.

Eine Eröffnungsfeier für alle ist geplant

Doch auch im positiven Sinne sei das Interesse an dem Garten groß. "Viele Leute rufen an, weil sie vom Projekt erfahren haben und noch mehr darüber wissen wollen", erzählt Katrin Poike. Ein paar Beete seien auch schon hergerichtet und bepflanzt worden. Bis zur geplanten Fertigstellung im Sommer ist aber noch Einiges zu tun. "Wir haben die Idee, eine kleine Sitzecke und ein Trockenklo hinzustellen."

Sollten es die Corona-Maßnahmen zulassen, gibt es zur Eröffnung eine kleine Feier. "Wir haben im Juli eine Art Gartenfest geplant, wo alle eingeladen werden, die uns unterstützt haben, aber auch alle kommen können, die Interesse haben", sagt die Chefin vom Naturschutzzentrum.

Samen säen und Radieschen ernten

Ab diesem Zeitpunkt können dann einzelne Beete auch von Privatpersonen bewirtschaftet werden. "Es wäre schön, wenn sich fünf oder sechs Familien finden, die den Anfang machen, und sich dann eben nach und nach das Ganze aufbaut", wünscht sich Poike.

Was die Nutzung eines Beetes kosten wird und welche anderen Möglichkeiten einer "Bezahlung" es geben könnte, sei aktuell noch in Planung. Ein paar Ideen gebe es aber bereits. "Man kann die Leute ja an Aktivitäten beteiligen, die dem Gemeinwohl zugutekommen. So könnte man das Geld auch abarbeiten."

In den Gemeinschaftsgarten sollen in jedem Fall alle Altersgruppen involviert werden - von Jung bis Alt. "Wir machen zum Beispiel Vorschul-Unterricht mit den Kindern, mit denen wir hier herkommen können und die vielleicht ein eigenes Beet bekommen. Da säen sie die Radieschen aus und kommen später zum Ernten wieder her", nennt Poike ein Beispiel. Auch Mutter-Kind-Treffen seien bereits fest eingeplant.

Interesse fürs Gärtnern ohne Chemie wecken

Großes Ziel sei es, dass alle voneinander in irgendeiner Form profitieren können. "Gerade die ehrenamtlichen Helfer sind etwas älter und bringen viel Erfahrung aus ihren eigenen Gärten mit. Sie können dann auch unterstützend zur Seite stehen, während jemand anderes vielleicht etwas errichtet", betont Poike.

Am Ende sollen die Beteiligten erkennen, was alles zu tun ist, bis eine Tomate im Geschäft landet. "Wir wollen einfach das Interesse bei den Menschen für regionale und saisonale Produkte wecken und zeigen, dass das alles ohne Chemie geht und wie viel Mühe dahintersteckt", sagt Katrin Poike.

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