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Steinigtwolmsdorf: Wertvolles Denkmal ist zurück

Nach zwei Jahren beim Steinmetz steht das restaurierte Puttendenkmal jetzt vor der Trauerhalle. Der neue Standort hat Vorteile - aber auch einen Nachteil.

Steinmetz Frank Heinzel und Elisabeth Rieger sind froh, dass die Restaurierung des Puttendenkmals abgeschlossen ist. Es steht nun am Eingang zur Trauerhalle in Steinigtwolmsdorf.
Steinmetz Frank Heinzel und Elisabeth Rieger sind froh, dass die Restaurierung des Puttendenkmals abgeschlossen ist. Es steht nun am Eingang zur Trauerhalle in Steinigtwolmsdorf. © SZ/Uwe Soeder

Steinigtwolmsdorf. Das sogenannte Puttendenkmal steht jetzt am Eingang zur Trauerhalle am Steinigtwolmsdorfer Friedhof. Elisabeth Rieger, die dessen Sanierung in Auftrag gegeben hat, ist vom neuem Standort des Denkmals begeistert. "Es gibt nun einen Schutz, damit der Sandstein nicht nochmal so verwittert wie früher", sagt sie im Gespräch mit Sächsische.de.

Denn vor der Sanierung stand der Obelisk mitten auf dem Friedhof. Er erinnert an den Leinenhändler Gottlieb Wolf und dessen Angehörige und ist kulturhistorisch das wertvollste Grabmal in Steinigtwolmsdorf.

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Im Juni 2019 holte ihn sich Steinmetz Frank Heinzel in seine Werkstatt und begann mit der Restaurierung. "Im ersten Herbst habe ich mit der Schmuckurne angefangen, und im darauffolgenden Sommer habe ich den Rest gemacht", berichtet er. Knapp 50 Stunden habe er in die reinen Steinmetzarbeiten gesteckt, viel mehr allerdings in die Recherche. Denn von den Schriften war nicht mehr alles zu erkennen. "Bis auf ein paar kleine Sachen haben wir alles herausgefunden, was draufsteht", freut sich Heinzel heute. Besonders schwierig sei es gewesen, einzelne Abkürzungen zu entziffern.

Rätsel um den Erschaffer des Denkmals

Bisher war man davon ausgegangen, dass das Denkmal von einem Schüler des Dresdner Barock-Bildhauers Balthasar Permoser geschaffen wurde. Permoser lebte von 1651 bis 1732 und wurde vor allem durch seine Statuen im Dresdner Zwinger weltberühmt.

Steinmetz Frank Heinzel bezweifelt allerdings, dass der Erschaffer des Puttendenkmals tatsächlich bei Permoser gelernt hat. "Meistens sind das nur Überlieferungen. Der Pfarrer weiß es vom Totengräber und so weiter", sagt er. Das Steinigtwolmsdorfer Denkmal sei erst um 1800 errichtet worden. Somit müsste der Steinmetz zum Bauzeitpunkt schon älter als zu dieser Zeit üblich gewesen sein. "Es ist auch durchaus denkbar, dass er in der Werkstatt von Permoser gelernt hat", sagt Heinzel. Herausfinden werde sich das allerdings kaum noch lassen.

Fest steht aber, dass dem Sandstein so schnell nichts mehr etwas anhaben wird. "Er wurde zweimal mit einer speziellen Chemikalie, nämlich Kieselsäureester, bestrichen, damit er außen verkieselt, also geschützt ist", sagt Heinzel.

Rückseite jetzt nicht mehr einsehbar

Das war Elisabeth Rieger besonders wichtig. Sie kämpfte sich vor Beginn der Restaurationsarbeiten mehrere Monate durch Papierkram, bis es losgehen konnte. "Es war viel schwieriger und komplizierter als erwartet, denn die Sanierung musste unter anderem über die Denkmalschutzbehörde beantragt werden", sagt sie.

Nun sei das alles aber endlich abgeschlossen und das Puttendenkmal wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Bedauerlich sei nur, dass man beim Vorbeigehen nicht einfach sehen könne, was den Obelisken ausmacht.

"Das war auf dem Friedhof das einzige Denkmal, das rundherum begehbar war", sagt Rieger. An seinem neuen Standort in der Ecke neben dem Eingang zur Trauerhalle ist das nicht mehr der Fall. Nun müsse man sich strecken, um einen Blick auf die Rückseite zu erhaschen.

Nicht jeder Buchstabe der Inschriften konnte entziffert werden, aber ein Großteil schon.
Nicht jeder Buchstabe der Inschriften konnte entziffert werden, aber ein Großteil schon. © SZ/Uwe Soeder

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