merken
PLUS Bischofswerda

Steinigtwolmsdorf: Das hat die neue Bürgermeisterin vor

Seit 1. April leitet Kathrin Gessel nun die Gemeinde. Wie sie sich eingelebt und welche Pläne sie für die nächste Zeit hat, erzählt sie im Interview.

Kathrin Gessel, die neue Bürgermeisterin von Steinigtwolmsdorf, ist seit 1. April im Amt.
Kathrin Gessel, die neue Bürgermeisterin von Steinigtwolmsdorf, ist seit 1. April im Amt. © SZ/Richard Walde

Steinigtwolmsdorf. Mit dem Amtsantritt von Kathrin Gessel endeten in Steinigtwolmsdorf 13 Monate ohne richtigen Bürgermeister. Mit ihr hat nun keine Unbekannte die Leitung der Gemeinde übernommen. Als langjährige Gemeinderätin aus dem Ortsteil Weifa kennt sie Steinigtwolmsdorf sehr gut. Im Gespräch mit Sächsische.de erzählt Gessel über ihre ersten Wochen als Bürgermeisterin, die Schwerpunkte ihrer Arbeit und wo die größten Baustellen der Gemeinde sind.

Frau Gessel, Sie sind seit rund einem Monat im Amt. Wie waren die ersten Wochen als Bürgermeisterin von Steinigtwolmsdorf?

Einkaufen und Schenken
Nur einen Klick entfernt
Nur einen Klick entfernt

Hier erhalten Sie nützliche Tipps und die aktuellsten Neuigkeiten rund ums Thema Einkaufen und Geschenke aus Ihrer Region.

Spannend. Ich bin sehr herzlich willkommen geheißen worden und habe gespürt, dass es doch wieder an der Zeit und wichtig ist, dass eine Bürgermeisterin hier körperlich vor Ort ist. In den letzten Wochen leiteten ja die ehrenamtlichen Vertreter die Amtsgeschäfte - neben ihrer normalen beruflichen Tätigkeit. Da war es natürlich schwer, alles unter einen Hut zu bekommen. An dieser Stelle nochmal mein Dankeschön an Frau Kupferschmidt und Herrn König. Jetzt wollen wir zeigen, dass die Gemeinde wieder vollständig für ihre Bürgerinnen und Bürger da ist.

Also ist in den vergangenen Wochen Einiges liegengeblieben, was hätte gemacht werden müssen?

Ja, klar. Es war auch aufgrund der personellen Situation in der Gemeindeverwaltung sehr schwierig. Wir müssen jetzt unbedingt Prioritäten setzen, was wichtig und was weniger wichtig ist. Wir unterteilen zwischen kurz-, mittel- und langfristig. Da ist natürlich noch viel zu tun, denn wir sind noch ganz am Anfang, um das alles miteinander aufzuarbeiten.

Wo setzen Sie die Schwerpunkte in Ihrer Arbeit?

Das Tagesgeschäft hat Vorrang. Ich schaue mir gerade an, was die einzelnen Mitarbeiter für Tätigkeiten ausführen, um mir da einen Überblick zu verschaffen. Da wollen wir gemeinsam prüfen, ob diese Aufgabenbereiche in den einzelnen Abteilungen so passen und gerechtfertigt sind.

Dann prüfen wird die Umsetzungen von bereits geplanten Maßnahmen, zum Beispiel die Bauarbeiten am Sportplatz. Wir blicken natürlich auch auf die Themen, die für die Menschen der Gemeinde am wichtigsten sind - die Schule, der Kindergarten, das Bad, wo wir aktuell dringend einen Bademeister suchen, und auch der Straßen- und Breitbandausbau.

Mit Blick auf den Umbau des Sportplatzes haben Sie in der letzten Gemeinderatssitzung von "Schadensbegrenzung" gesprochen. Was meinen Sie damit?

Durch Nichtinanspruchnahme von Fördermitteln ist eigentlich Schaden für die Gemeinde entstanden. Hier geht’s um große Beträge, deren Abruf nicht konsequent nachverfolgt wurde. Ich würde jedoch den Umbau am Sportplatz nicht als Schadensbegrenzung, sonders als "das Beste aus der Sache herausholen" bezeichnen.

Das, was es jetzt noch an Fördermitteln gibt, haben wir angenommen und uns mit allen Beteiligten verständigt. Natürlich wollen wir damit in der Gemeinde etwas Langfristiges für Kinder, Jugendliche und Sportbegeisterte schaffen. Und auch die Nachbargemeinden können die Anlage nach Fertigstellung nutzen.

Weil Sie gerade die Nachbargemeinden ansprechen - Steinigtwolmsdorf grenzt im Süden ja an Tschechien. Ist da auch eine Zusammenarbeit mit Lobendova und Lipová geplant?

Momentan ist es schwierig, mit den Gemeinden persönlich in Kontakt zu treten. Die Zusammenarbeit liegt uns aber sehr am Herzen und ist für unsere gesamte Region wichtig. Über viele Jahre habe ich in meiner früheren Tätigkeit Kontakte in Tschechien aufgebaut, die dabei helfen können, die Sprachbarriere zu überwinden und ins Gespräch zu kommen. Doch erstmal muss sich die Situation entspannen, um zu beginnen.

Haben Sie Ihre Amtskollegen aus dem Landkreis Bautzen schon kennengelernt?

Letzten Donnerstag bei der Bürgermeisterkonferenz wurden alle neuen Bürgermeister im Landkreis Bautzen vorgestellt und eingeführt. Viele meiner Amtskollegen kenne ich aus meiner Zeit als Kreisrätin bereits. Wir haben uns alle symbolisch die Hand gegeben und werden uns auf Basis guter Zusammenarbeit zusammenfinden. Mein Anliegen ist es, mit den Nachbargemeinden verschiedene Projekte anzugehen und auch umzusetzen.

Nochmal zurück zu Ihrer Amtseinführung, bei der es nicht nur Applaus für Sie gab. Denken Sie, dass trotzdem die gesamte Gemeinde hinter Ihnen stehen wird?

Die Erwartungshaltung ist groß, und die Mehrheit steht hinter und zu mir. Ich reiche allen die Hand, bin für alle da und freue mich auf die Zusammenarbeit - auch mit jenen, die mich nicht gewählt haben. Denn wir können nur gemeinsam etwas stemmen, das sollte allen klar sein.

Persönliche Befindlichkeiten sind fehl am Platze. Es ist die Aufgabe der Bürgermeisterin, mit Geschick zu moderieren, zu vermitteln und mit Visionen und Realitätssinn die Dinge anzugehen, die eine positive Gemeindeentwicklung bewirken und den Zusammenhalt aller festigen.

Wie möchten Sie später einmal auf Ihre Zeit als Bürgermeisterin von Steinigtwolmsdorf zurückblicken?

Ich möchte in den Jahren, die jetzt vor uns stehen, unsere Gemeinde wieder ein Stück zurück in die Öffentlichkeit rücken und sie auch nach außen hin ordentlich vertreten; Steinigtwolmsdorf als lukratives und liebenswertes Dorf im Oberland mitgestalten; für junge Familien die Voraussetzungen schaffen, dass sie sich hier ansiedeln; darauf schauen, dass es den Älteren gutgeht, und unseren Gewerbetreibenden eine Plattform bieten.

Alles in allem soll Steinigtwolmsdorf ein schönes Wohndorf bleiben und noch schöner werden. Da gibt es verschiedene Ansätze, die wir umsetzen können. Vor allem wollen wir unser Bad erhalten, was eines unserer besten Markenzeichen ist. Jeder weiß, dass für die Gemeinde das Freibad eine freiwillige Aufgabe ist und viele Kosten verursacht. Aber gerade damit wollen wir für unsere Einwohner Möglichkeiten der Freizeitgestaltung schaffen und noch mehr Touristen, auch aus dem Nachbarland, anlocken. Ein Ausbau ist vorstellbar, Ideen gibt's reichlich.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda