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Verpuffung: Polizei befragt Zeugen des Unglücks

In Steinigtwolmsdorf wurden am Sonnabend bei einem Traditionsfeuer acht Menschen verletzt. Die Veranstalter haben sich jetzt öffentlich dazu geäußert.

Bei einem Traditionsfeuer wurden am Sonnabend in Steinigtwolmsdorf acht Menschen verletzt. Jetzt läuft die Aufarbeitung des Vorfalls.
Bei einem Traditionsfeuer wurden am Sonnabend in Steinigtwolmsdorf acht Menschen verletzt. Jetzt läuft die Aufarbeitung des Vorfalls. © LausitzNews.de/Antonia Lehder

Steinigtwolmsdorf. Weil vermutlich ein 20-Jähriger einen Fehler beim Anzünden eines Feuers bei einer Sonnenwendfeier am Sonnabendabend in Steinigtwolmsdorf beging, erlitten insgesamt acht Personen - darunter mehrere Kinder - unterschiedlich starke Verbrennungen. Das berichtet die Polizeidirektion Görlitz am Montag in einer kurzen Stellungnahme zu dem Vorfall.

Allerdings hat der Kriminaldienst des Regionalkommissariats Bischofswerda erst zum Wochenstart die Ermittlungen aufgenommen und ist gerade dabei "verschiedene Zeugen und, falls es der Gesundheitszustand bereits zulässt, auch die Geschädigten zum Sachverhalt befragen", heißt es von Polizeisprecherin Anja Leuschner.

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Deshalb könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht viel mehr dazu sagen, als ohnehin schon bekannt sei. Demnach habe ein junger Mann wohl nach einem falschen Kanister gegriffen und reines Benzin ins Feuer gekippt, was zu einer Verpuffung und in der Folge zu den Verletzungen führte.

Feuerwehr-Experte sieht vor allem einen Fehler

Dass die Verpuffung aber auch dann, wenn das Feuer wie geplant mit einem Diesel-Öl-Gemisch statt fehlerhafterweise mit Benzin entzündet worden wäre, kaum hätte verhindert werden können, ist sich Tobias Thiele von der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft sicher. "Ein Öl-Diesel-Gemisch ist aus den mannigfaltigsten Gründen die schlechteste Variante, Traditionsfeuer zu entzünden. Gerade in großen, aufgeschichteten Holzhaufen breiten sich die Dämpfe unkontrolliert aus, und da ist die Gefahr beim Zünden nicht berechenbar", berichtet er.

Alternativen gäbe es sehr viele, die weitaus weniger gefährlich wären. "Beispielhaft bieten sich hierfür unter anderem Fackeln an", betont Thiele.

Wunsdorfer Jugend verspricht Unterstützung

Warum dennoch auf eine Flüssigkeit zurückgegriffen wurde, ist aktuell noch nicht bekannt. Denn die Veranstalter des Sonnenwendfeuers, die "Wunsdorfer Jugend", konnte bisher durch Sächsische.de nicht erreicht werden.

Allerdings veröffentlichte der Zusammenschluss von Jugendlichen ein Statement auf seiner Facebook-Seite, in dem man sich zum Vorfall äußert. "Rückblickend auf den tragischen Unfall vom [...] Samstagabend möchten wir allen Verletzten und deren Angehörigen unser tiefes Mitgefühl zum Ausdruck bringen", heißt es dort.

Man würde zudem für jegliche Unterstützung zur Verfügung stehen, wird durch die "Wunsdorfer Jugend" betont. "Wir bedauern sehr, dass es zu diesem Unglücksfall mit seinen dramatischen Folgen gekommen ist", heißt es weiter.

Von der Gemeindeverwaltung Steinigtwolmsdorf gibt es unterdessen eine kurze Stellungnahme über die Veranstaltung an sich, aber nicht konkret zum Vorfall. Dass die Veranstaltung angemeldet und genehmigt war, stehe laut Bürgermeisterin Kathrin Gessel (CDU/Bürgerbündnis) außer Frage.

"Es gab natürlich Auflagen hinsichtlich Corona mit einem Hygienekonzept und auch hinsichtlich des Natur- und des Brandschutzes. Die wurden alle erfüllt. Daran habe ich keine Zweifel", betont Gessel am Montagnachmittag. Zu einem umfangreichen Statement über den Unfall sei die Verwaltung zu einem späteren Zeitpunkt bereit, um die laufenden Ermittlungen nicht zu stören.

Auch der Steinigtwolmsdorfer Gemeindewehrleiter Andreas Frey hält sich noch bedeckt. "Wir machen jetzt intern eine Auswertung und können dann erst über die Ereignisse sprechen. Das wird irgendwann im Laufe der Woche sein. Vorher können wir nichts sagen", erklärte er.

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