Bischofswerda
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Historische Brillen unterstützen Winnetou und Old Shatterhand

Ein mobiles Brillenmuseum macht bei Optik Plüschke in Bischofswerda Halt. Die Ausstellung sorgt für Vorfreude bei den Karl-May-Spielen.

Von Miriam Schönbach
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Edith Plüschke ist von der 3-D-Brille aus dem 19. Jahrhundert begeistert. Neben dieser Erfindung sind im Geschäft in der Dresdener Straße 15 viele weitere historische Brillen zu sehe.
Edith Plüschke ist von der 3-D-Brille aus dem 19. Jahrhundert begeistert. Neben dieser Erfindung sind im Geschäft in der Dresdener Straße 15 viele weitere historische Brillen zu sehe. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Diese besonderen Augengläser des William von Baskerville lassen die Mönche staunen. Die Herren im Kloster wagen jedoch nicht, den fremden Benediktiner nach der Lesehilfe zu befragen. Die Szene aus Umberto Ecos „Der Name der Rose“ mit Schauspiel-Ikone Sean Connery spielt im Jahr 1327. Damals gehört die sogenannte Niet-Brille zu den raffiniertesten wie noch unbekannten Errungenschaften.

Bei „Optik Plüschke“ in Bischofswerda ist ein solches Exemplar nun in einer Ausstellung historischer Brille zu sehen. „Wir kennen den Sammler. Sein ,Walk of Frame History‘ wurde als Wanderausstellung konzipiert“, sagt Edith Plüschke.

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Jener Sammler ist Oliver Alexander Kellner. Die Idee des Allgäuers ist es, mit den Abstechern seiner „Frames“ – das ist der englische Begriff für Brillenfassungen – in regionalen Augenoptikgeschäften, soziale Ideen vor Ort zu fördern. Das Konzept unterstützen die Schiebocker Seh-Experten gern.

Für jede gekaufte Brille werden fünf Euro gespendet

In einer vergangenen Ausstellung mit Promi-Brillen vor gut zwei Jahren ging der Erlös an den Chamäleon KultTour-Verein in Bischofswerda. Mit der jetzigen Brillen-Schau unterstützen die Plüschkes die Karl-May-Festspiele. Für jede im Ausstellungszeitraum gekaufte Brille werden fünf Euro an die Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“ gespendet. „Wir schätzen hoch, was Uwe Hänchen in diesem generationsübergreifenden Projekt macht“, sagt Edith Plüschke.

Ihr Geschäft möchte die Unternehmerin trotzdem nicht mit einem Auftritt auf der Waldbühne tauschen. „Wir sind schon lange mit dem Karl-May-Spielen verbunden, unter anderem unterstützen wir Brillenträger für die Produktionen auf der Waldbühne mit Kontaktlinsen“, sagt sie. Die jetzige Aktion sei schon sehr gut angelaufen. Doch die Resonanz gehe weit über das übliche Interesse hinaus. „Es gibt Kunden, die finden die Idee mit der Spende so schön, dass sie extra noch was ins Kästchen stecken.“

Lesesteine aus Bergkristall, Cat-Eye und Monokel

Doch was ist denn nun neben der Niet-Brille noch in der Dresdener Straße 15 ausgestellt? Die spannende Reise durch die Brillen-Geschichte beginnt mit einem Lesestein aus Bergkristall. Später werden Halbedelsteine, sogenannte „Berylle“, zu Linsen geschliffen, die man „Brill“ nannte. Aus zwei „Brill“ wurde dann irgendwann die „Brille“. Darüber hinaus sind diverse Fliegerbrillen zu sehen, wie sie beispielsweise Jean-Paul Belmondo im Film „Das Ass der Asse“ trug, oder auch die späteren Cat-Eye-Brillen für alle, die sich noch an Marilyn Monroe in „Wie angelt man sich einen Millionär?“ erinnern.

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„Eine meiner Favoriten ist eine 3-D-Brille aus dem 19. Jahrhundert“, sagt Edith Plüschke. Im mobilen Brillenmuseum gibt es aber auch einen Wikinger-Brillenhelm aus dem 16. Jahrhundert, eine Eskimo-Sonnenbrille oder beispielsweise ein Monokel, wie es Danny DeVito in „Batmans Rückkehr“ trug, zu bestaunen. Diese und viele weitere spannende Objekte sind bis Ende Juli 2022 bei Optik Plüschke zu bestaunen. Der Eintritt ist frei – und vielleicht macht das eine oder andere Exponat Lust, sich zum Beispiel William von Baskerville und seine Brille nochmal im Welterfolg „Der Name der Rose“ anzusehen.

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