merken

Bischofswerda

Bischofswerdaer Rennteam ist zufrieden

Schon jetzt haben drei der vier WM-Fahrer ihren Vertrag bis Ende 2020 verlängert. Das Rennen in Katar kommt noch.

Teamchef Carsten Freudenberg (links) vor dem Rennstart mit Jan-Ole Jähnig, einem seiner WM-Spitzenpiloten.
Teamchef Carsten Freudenberg (links) vor dem Rennstart mit Jan-Ole Jähnig, einem seiner WM-Spitzenpiloten. © Marek Paulicek-mpafoto

Bischofswerda. Drei Wochen vor dem letzten Rennen in der Supersport 300-Weltmeisterschaft ist das Freudenberg Racing Team Bischofswerda schon jetzt sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf. Für die Schiebocker ist es die zweite komplette WM-Saison. Das es rund läuft in der Truppe von Teamchef Carsten Freudenberg, zeigt auch die Tatsache, das mit Jan-Ole Jähnig, Max Kappler und Victor Steeman bereits jetzt drei der vier WM-Piloten ihren Vertrag bis Ende 2020 verlängert haben. Im Interview mit der SZ zieht der Teamchef eine erste Bilanz und blickt schon voraus auf die dritte Saison der Bischofswerdaer in der Supersport 300-Weltmeisterschaft.

Herr Freudenberg, wie haben Sie und Ihr Team es geschafft, 2019 gleich drei verschiedene Rennserien zu besetzen?

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Es war schon ein kleiner Spagat, in der World Supersport 300 mit vier Piloten, in der IDM in zwei Klassen mit drei Piloten und im ADAC Junior Cup mit einem weiteren Piloten dabei zu sein. Gerade für die nationalen Klassen mussten wir die Crews der Piloten so planen, dass sie auch ohne den Rest der Mannschaft klar kommen konnten. In der Regel haben alle Fahrer einen Chefmechaniker an ihrer Seite, der die technische Betreuung sicherstellt. Gerade bei den jungen Piloten sind die Eltern mit an Bord und unterstützen uns, wo sie nur können. So funktioniert die Zusammenarbeit hervorragend. Und wenn wir dann wie in Schleiz auch noch mit unserer WM-Crew vor Ort sind, ist das wie ein große Familie mit dem gleichen Ziel.

Wie fällt Ihre Bilanz in der Supersport 300-Weltmeisterschaft aus?

Wir haben aktuell zwei Piloten unter den besten sieben der WM und haben in der Teamwertung Platz zwei. Das macht mich schon sehr stolz. Aber sicher wir sind Racer und treten natürlich an, um zu gewinnen. Das ist und bleibt unser Ziel. Aber wir müssen auch realistisch sein. Wir sind im zweiten Jahr in der WM, dafür ist der aktuelle Stand perfekt. Und das letzte Rennen Ende Oktober in Katar kommt ja erst noch.

Was planen Sie nächstes Jahr in dieser WM-Klasse und mit wie vielen Piloten?

Aktuell sind mit Jan-Ole Jähnig, Victor Steeman und zuletzt auch Max Kappler bereits drei Piloten bestätigt. Wir planen aktuell mit einem ähnlichen Setup wie 2018 und 2019. Ob es am Ende wieder vier Piloten sein werden, hängt natürlich auch von den möglichen Fahrerkandidaten ab. Natürlich möchten wir die KTM-Fahnen wieder hochhalten. Aber am Ende müssen alle Parameter passen. Potenzial des Fahrers, technischer Support und natürlich auch die wirtschaftliche Betrachtung, denn mit einem vierten Fahrer müssen wir ein weiteres Fahrzeug an die Rennstrecken bringen.

Gibt es schon eine WM-Zielsetzung für 2020?

Eine Steigerung gegenüber 2019.

Haben Sie im Saisonverlauf neue Sponsoren gewinnen können für Ihr Team?

Zuerst möchte ich mich bei all unseren langjährigen Partnern bedanken. Ohne diese Sponsoren wäre unser Weg nicht möglich. Wir haben in den letzten Jahren viel getan, um das mediale Interesse zu erhöhen. Was uns auch gelungen ist. Nichtsdestotrotz würden uns ein zwei weitere Sponsoren guttun und unsere Chancen, in der WM den Titel einzufahren, noch einmal deutlich erhöhen. Ich glaube, wenn ein Unternehmen junge Talente fördert, tut das dem Image gut und wirkt sich auch positiv auf das eigene Personal aus.

Wie hoch ist der Jahresetat in der WM?

Wir bewegen uns unter Berücksichtigung aller Aspekte in der WM in einem mittleren sechsstelligen Bereich.

Beim Blick auf die Ergebnisse in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM sind Sie sicher auch zufrieden, oder?

Wenn man den ADAC Junior Cup gleich mit einrechnet, sind es 2019 zwei Titel geworden, was uns natürlich sehr zufrieden stimmt. Die neue Struktur mit der Freudenberg World Supersport Academy mit Max Enderlein als erfahrenem Piloten und Mentor für unsere jüngeren Fahrer hat sehr gut funktioniert.

Wie haben sich denn Ihre Fahrer insgesamt entwickelt?

In der WM hat sicher Victor Steeman den größten Sprung nach vorn gemacht. Er ist in einer bestechenden Form und fährt auf dem Level von Jan-Ole Jähnig. An manchem Wochenende war er sogar stärker. Jan-Ole muss nun den Sprung an die Spitze schaffen. Max Kappler hat in der zweiten Saison einen richtigen Schritt nach vorn gemacht. In der IDM ist Max Enderlein als Meister in einer perfekten Verfassung.

Was waren 2019 die absoluten Highlights für das Freudenberg-Team?

Der dritte Platz von Jan-Ole in Assen. Die Pole-Position von Victor in Jerez. Und die Deutschen Meistertitel von Max und Lennox Lehmann im ADAC Junior Cup.

Wann und wo machen Sie eigentlich mal Urlaub?

Ja, das ist nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Durch die Firma mit dem Quad-Verkauf und der Autowerkstatt ist immer viel zu tun. Aber Ende August hab ich etwas Energie getankt. Ich war mit meiner Frau eine Woche an der Ostsee.