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Bisher rund 7.800 Fahrzeuge auf der Waldschlößchenbrücke geblitzt

Dresdens Waldschlößchenbrücke verführt zum Rasen. Die meisten aber schleichen über das Bauwerk, nicht nur wegen der Natur. Auch zwei hochmoderne Blitzautomaten zügeln den Gasfuß - aber nicht bei allen.

Dresden. Rund 7.800 Temposünder sind bisher auf der neuen Waldschlößchenbrücke geblitzt worden. Dabei überschritten viele die zulässige Geschwindigkeitsbegrenzung während der Schaltung auf 30 Kilometer pro Stunde, als sie aus dem Tunnel von Norden kamen, wie der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt, Reinhard Koettnitz, der Nachrichtenagentur dpa sagte. Eine Statistik zu daraus resultierenden Einnahmen gibt es noch nicht. Die Bußgelder liegen laut Koettnitz aber im Schnitt pro Verstoß bei 25 bis 30 Euro. Refinanziert sei das Bauwerk aber noch längst nicht.

Die knapp 181 Millionen Euro teure Flussquerung über die Elbe war nach vier Jahren Bauzeit Ende August freigegeben worden. Wegen ihr verlor das Dresdner Elbtal 2009 den Unesco-Welterbetitel. Die zuständige Kommission sah Sichtachsen auf das landschaftlich reizvolle Elbtal gestört. In Dresden stritten Brückengegner und -befürworter über Jahre erbittert, Umweltschützer setzten per Gericht Tempogrenzen durch. Passierten am ersten Verkehrstag 34.000 Fahrzeuge die Brücke, sind es laut Koettnitz inzwischen täglich etwa 24.000.

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Anfangs rasten Brückenfans absichtlich für teure Erinnerungsfotos in die Blitzfalle, wie Koettnitz erzählte. Inzwischen gehe die Zahl der Blitzauslöser zurück. Waren es in der vierten Oktoberwoche 630 Verstöße, so wurden Mitte November noch 350 „fotografiert“. Der bisherige Rekordhalter ist ein Motorradfahrer, der mit 140 km/h über die Elbquerung rauschte. „Der schnellste Lkw fuhr 104“, berichtete der Amtschef. Die beiden Automaten dokumentierten aber auch Gefährlicheres: Geisterfahrer, die gegen die Fahrtrichtung über den Abfahrtstunnel auf die Brücke rasten. „Einer hatte einfach eine 180 Grad-Wendung gemacht.“ (dpa)