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Bismarckturm macht nach Eröffnung wieder zu

2019 soll zwar die Treppe fertig sein. Doch dann werden wohl zwei Jahre vergehen, ehe der Turm richtig öffnet.

© Norbert Millauer

Von Nina Schirmer

Radebeul. Am 1. April 2019 wäre Otto von Bismarck 204 Jahre alt geworden. An diesem Tag soll die neue Treppe im Radebeuler Bismarckturm eingeweiht werden, die Besuchern den Weg nach oben und von dort einen Ausblick bis in die Sächsische Schweiz bescheren wird. Viele Leute und Unternehmen haben für die Sanierung des Radebeuler Wahrzeichens Geld gegeben. Über 200 000 Euro Spenden sind bisher zusammengekommen und der Treppeneinbau läuft seit September.

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Doch jetzt das: Der Turm wird ab April nicht wie erhofft dauerhaft geöffnet. Es soll zwar eine Einweihung geben, sagte Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) kürzlich bei einer Infoveranstaltung. Danach sei aber zunächst kein Dauerbetrieb geplant. Der Turm wird also wieder abgeschlossen und Besucher können höchstens an einigen ausgewählten Tagen nach oben steigen.

Warum das Ganze? In Wahnsdorf gibt es seit Längerem Sorgen, die Turmsanierung könnte zu einem Touristenboom führen, für den die Straßen und Parkmöglichkeiten in der Umgebung nicht ausgelegt sind. Die Anwohner beklagten regelmäßig schon jetzt zugeparkte und kaputtgefahrene Gehwege. Die Stadt hatte ihnen deshalb versprochen, dass auch der Platz vor dem Turm hergerichtet und ein paar Schritte entfernt ein Parkplatz gebaut wird. Das Areal könne nur touristisch aufgewertet werden, wenn auch die Verkehrssituation mitgelöst wird, so der OB.

Inzwischen sind die Zeitschienen für beide Bauvorhaben jedoch auseinandergedriftet. Die Treppe im Turm ist bald eingebaut, für den Parkplatz wurde hingegen erst die Planung vorgestellt. Frühestens 2021 werden die Stellplätze fertig sein. Der Parkplatz für 63 Autos soll gegenüber vom Spitzhaus entstehen. Außerdem sind überdachte Abstellplätze für Fahrräder und eine öffentliche Toilette vorgesehen. Der Verkehr wird künftig vor dem Spitzhaus auf den Parkplatz abbiegen und dann in einem Bogen über eine neue Einbahnstraße zurückfahren (siehe Grafik). Diesen Weg sollen auch Reisebusse nehmen, aus denen Besucher vor dem Restaurant an neuen Haltestellen aussteigen können.

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Der Weg bis zum Bismarckturm soll dann mit Pollern abgesperrt werden, damit dort niemand mehr mit dem Auto hinfährt. Denn derzeit wird der Platz als inoffizielle Partylocation genutzt. Anwohner berichteten von Jugendlichen, die mit ihren Autos zum Turm fahren und dann bis in die Morgenstunden laute Musik spielten. Außerdem sei das Areal oft vermüllt. OB Wendsche bestätigte, dass die Stadt diesem Problem momentan nicht Herr werde. Deshalb seien die Sanierung des Areals und der Bau des Parkplatzes umso wichtiger. Denn alles so zu lassen, wie es ist, sei keine Alternative, antwortet Wendsche denjenigen, die dem Vorhaben kritisch gegenüberstehen. Einige Anwohner halten den Parkplatz für überdimensioniert und bedauern, dass die Wiese weichen muss. Andere monieren die hohen Kosten, zu denen die Stadt beim jetzigen Planungsstand noch keine genauen Angaben machen kann.

Die Befürworter erklären hingegen, dass die Pläne die einzige Möglichkeit seien, um die Situation rund um Bismarckturm und Spitzhaus in den Griff zu bekommen.