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Bitte nicht schimpfen

Der neue VC-Trainer Zoran Nikolic verlangt Geduld beim Aufbau einer neuen Mannschaft in der Volleyball-Bundesliga.

© Robert Michael

Wer beim VC Dresden anheuert, wird wohl auch in Zukunft nicht mit Siegen gesegnet sein. Der neue Trainer Zoran Nikolic weiß das und hat sich schon mal darauf eingestellt. „Bitte nach den Niederlagen nicht schimpfen. Wir müssen Geduld haben“, sagte der Serbe gestern bei seiner Vorstellung in Dresden. „Kritik ist klar, aber nicht gegen die Spieler. Ich sage immer: wenn wir gewinnen, meine Spieler haben gewonnen. Wenn wir verlieren, der Trainer hat verloren.“

Dennoch ist der erfahrene Volleyball-Lehrer in erster Linie verpflichtet worden, um den Dresdnern wieder das Siegen beizubringen. In der Liga gab es bis auf zwei Erfolge am Anfang nur noch Niederlagen. „Wir haben nur ein Ziel und das heißt, die Mannschaft in der 1. Bundesliga zu stabilisieren“, sagt Nikolic. Nach dem gescheiterten Experiment, eine weitgehend unerfahrene Trainerin – und das war mit Sylvia Roll eine frühere Weltklassespielerin – auf dem Chefposten zu installieren, entschied man sich nun für viel Know-how.

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„Bei der Trainerfindung hatten wir ein paar Kriterien. Er soll schon Bundesligamannschaften in Deutschland trainiert haben, und er soll nachgewiesen haben, dass er mit jungen Spielern arbeiten kann und möchte“, erklärte Jan Pretscheck. Der für den sportlichen Bereich zuständige Geschäftsführer kennt Nikolic schon länger.

Die Vita des 49-Jährigen liest sich wie eine schöne Europareise: Graz, Wien, Münster, Leipzig, Maribor … Zuletzt trainierte der frühere Außenangreifer wieder die Hotvolleys in seiner Wahlheimat Wien. Die Bundesliga-Zeit liegt schon einige Jahre zurück, doch Nikolic kann sich noch gut erinnern. In der Saison 2001/2002 hatte der 1,97-Meter-Hüne bei den Frauen vom USC Münster das Sagen. „Es war sehr schön, aber das war nichts für mich.“ Danach war er bis 2006 beim Männer-Bundesligisten VV Leipzig unter Vertrag. Auch in Dresden plant der Klub in seinem dritten Erstligajahr mit einem längerfristigen Engagement, doch zunächst unterschrieb er bis 2015. Die Verpflichtung hatte sich länger hingezogen, obwohl die Personalie längst sicher war. „Aber nicht, weil wir gepokert haben“, versichert Geschäftsführer Matthias Broda, „sondern die Finanzierung musste gesichert sein.“ Ein neuer Hauptsponsor hatte den Deal erst möglich gemacht.

Mit Nikolic soll nun auch zügig die Kaderplanung vorangetrieben werden. Bisher hat lediglich Zuspieler Tino Rost einen gültigen Kontrakt. „Wir wollen den Trainer mitnehmen und ihm nicht eine Mannschaft vor die Nase setzen“, sagt Pretscheck. Seit gestern tausche man sich darüber intensiv aus. Nikolic will sich zuerst in der Bundesliga umschauen, dann „auch nach ausländischen Spielern, die deutsch sprechen“. In Dresden wird er zum Trainingsbeginn am 11. August erwartet. Seine Frau und die drei Kinder (22, 18, 14 Jahre) bleiben in Wien wohnen. (SZ/mw)