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Weißwasser

Bittere Niederlage für die Lausitzer Füchse

In Heilbronn führen die Füchse bis zehn Minuten vor Schluss, bringen es aber (wieder einmal) nicht nach Hause.

Da war alles noch in Ordnung: Darcy Murphy erzielte zwei Überzahltore.
Da war alles noch in Ordnung: Darcy Murphy erzielte zwei Überzahltore. © Thomas Heide

Welch eine bittere Niederlage für die Lausitzer Füchse. Nach einer kämpferisch überzeugenden Leistung und dank eines starken Überzahlspiels führten sie in Heilbronn bis zur 55,Minute mit 3:2, und fuhren am Ende doch mit leeren Händen nach Hause. Und weil es auch in allen anderen Stadien gegen die Füchse lief, sind jetzt die Play-downs ganz nah.

Dass das Spiel schon fast Play-off-Charakter hatte – Heilbronn wollte mit einem Sieg das Heimrecht fürs Play-off-Viertelfinale wahren, Die Füchse brauchten jeden Punkt für die Pre-Playoffs – war von der ersten Sekunde an zu sehen. Die Zweikämpfe waren hart, ein Blick der Spieler galt immer auch der defensiven Absicherung. Die erste Chance hatten die Gastgeber nach nur 30 Sekunden, schossen aber im Nachschuss vorbei. Auf der anderen Seite zeigten die Schiedsrichter schon Tor nach einem Rückhand-Schlenzer von Kerbashian an, aber der Puck traf nur die Torlatte, wie der Videobeweis zeigte – Pech für die Füchse. Auf der anderen Seite trafen die Heilbronner nach einer tollen Kombination aus spitzem Winkel nur das Außennetz, Torwart Mac Carruth war schon geschlagen. Dann legten die Schiedsrichter bei einem klaren Stockschlag gegen Keussen die Latte für Strafen sehr hoch, indem sie keine gaben, nur um sie zwei Minuten später tiefer zu legen, als Andres, der den Stock verloren hatte, beim Lauf Richtung Bank mit einem Heilbronner kollidierte. Füchse-Coach Corey Neilsson diskutierte aufgeregt mit dem Schiedsrichter. Die Unterzahl überstanden die Füchse, wie auch eine spätere gegen Murphy. Die Heilbronner erzielten in dieser Überzahl selbst eine Strafe, und als die Füchse dann mit einem Mann mehr auf dem Eis standen, scheiterte Murphy aus Nahdistanz nur knapp an Falken-Torwart Pantkowski. Das völlig ausgeglichene erst Drittel blieb torlos.

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Zu Beginn des Mitteldrittels gingen die Heilbronner in Führung. Hammond, der (statt des diesmal überzähligen Ausländers Farmer) neben Rentsch und Karrer in der dritten Reihe stürmen musste, verlor im Rückwärtsgang Preto aus den Augen, der den Puck dann am langen Pfosten einschieben konnte (22.). Als die Füchse dann die Heilbronner mächtig unter Druck setzten und die Gastgeber eine Strafe wegen Spielverzögerung kassierten, nutzten die Füchse das zum Ausgleich. Hammond, der im Überzahlspiel auf der Verteidigerposition agierte, traf mit einem Direktschuss aus der Mittelposition. Wenig später kamen die Füchse zu ihrer nächste Überzahl und schlugen erneut zu. Diesmal gelang eine tolle Kombination mit mehreren Direktpässen, Kerbashian schoss, Pantkowski musste abprallen lassen und Murphy verwandelte den Abpraller. Aber nur wenige Sekunden später mussten die Füchse den Ausgleich hinnehmen. Boiarchinov verlor einen Zweikampf an der Bande im eigenen Drittel, einen Pass später war Brock Maschmeier frei und traf zum 2:2. Aber unmittelbar danach kassierten die Gastgeber zwei Strafen in Folge – die Schiedsrichter hatten die Latte für Strafen noch einmal deutlich tiefer gelegt. In der ersten Überzahl traf George nur den Außenpfosten, in der zweiten aber nutzte Murphy einen erneuten Abpraller nach einem Kerbashian-Solo zum 3:2.

Im Schlussdrittel wurde es ein Abwehrkampf für die Füchse, ein Kampf auch gegen die Uhr für die Heilbronner. Die Füchse verteidigten geschickt und setzten ab und zu Konter. Bei einem Alleingang hatte George das 2:4 auf dem Schläger, aber Pantkowski hielt. Es war auch klar, dass die Strafen zu den Füchsen zurückkommen würden. Und so kam es. Als Karrer auf die Strafbank musste, verwandelte Della Rovere einen Abpraller von der Bande zum 3:3 (55.). Und dann gaben die Füchse das Spiel her. Als sie den Puck schon fast erobert hatten, ließen drei (!) Füchse-Spieler den Puck im eigenen Drittel liegen, plötzlich entstand vor dem Tor Unterzahl und Heilbronns Kapitän Damon traf zum 4:3. Alles Anrennen danach blieb vergeblich.

Statistik

Heilbronner Falken – Lausitzer Füchse 4:3 (0:0, 2:3, 2:0)

Tore:
1:0 Pierre Preto 21:50 (Miller, Valenti)
1:1 Mike Hammond 29:14 (Überzahl, George, Kerbashian)
1:2 Darcy Murphy 32:10 (Überzahl, Breitkreuz, Kerbashian)
2:2 Bronson Maschmeyer 32:25 (Koch, Wruck)
2:3 Darcy Murphy 36:21 (Überzahl, Kerbashian)
3:3 Della Rovere 55:14 (Brady, Valenti)
4:3 Derek Damon 56:48 (Della Rovere, Brady)

Heilbronn
Tor: Pantkowski
Abwehr: Brady, Götz – Brock Maschmeyer, Bronson Maschmeyer – Pavlu, Mapes – Wirth
Sturm: Damon, Della Rovere, Nikiforuk – Wruck, Gervais, Koch – Miller, Valenti, Preto – Maginot, Möller,Brune

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Keussen, Granz – Mik, Kuschel – Kania, Pozivil
Sturm: George, Breitkreuz, Ross – Murphy, Kerbashian, Andres – Hammond, Rentsch, Karrer – Boiarchinov, Reichel, Schwamberger

Schiedsrichter: Tony Engelmann, Sascha Westrich
Strafen: Kaufbeuren 14, Füchse 12
Zuschauer: 1.660