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Blasewitzer Villa ist nur noch ein Trümmerhaufen

Nach dem Abbruch geht die Stadt jetzt gegen den Eigentümer des Grundstücks vor. Das Rathaus hält die Aktion für illegal.

© Tobias Wolf

Von Tobias Wolf

Von der denkmalgeschützten Villa an der Tolkewitzer Straße 57 ist nun kaum noch etwas übrig. Dies teilt Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) mit. Inzwischen sei fast das gesamte Mauerwerk des historischen Gebäudes bis auf wenige Reste zerstört. Der Eigentümer hatte das neobarocke Haus ohne Genehmigung der Denkmalschutzbehörde abreißen lassen.

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Nachdem das Rathaus bereits Mitte Mai mithilfe der Polizei einen Abrissstopp verhängt hatte, habe der Eigentümer weitere illegale Arbeiten durchgeführt, so Bürgermeister Lunau. Erst nach einem weiteren Einsatz von Polizei und Denkmalschützern sei der Abriss gestoppt worden. Das Rathaus hält den Abbruch für illegal und prüft derzeit, ob ein Bußgeldverfahren gegen den Eigentümer des Grundstücks eingeleitet werden kann. Bis zu 125.000 Euro, in schweren Fällen bis zu einer halben Million Euro Bußgeld könnten laut sächsischem Denkmalschutzgesetz auf die Eigentümer der Villa zukommen. Zum Blasewitzer Fall könnten mit Rücksicht auf das laufende Verfahren derzeit keine Auskünfte erteilt werden, so der Kulturbürgermeister.

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Das denkmalgeschützte Gebäude wurde gestern weiter zerstört. Jetzt erhebt das Rathaus schwere Vorwürfe gegen den Eigentümer.

Zusätzlich droht dem Eigentümer wegen Zerstörung eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Die Stadt hat bei der Staatsanwaltschaft Dresden Strafanzeige wegen Zerstörung eines Kulturdenkmals erstattet. Parallel ermittelt die Kriminalpolizei gegen bislang unbekannte Täter wegen mehrfacher Brandstiftung in der denkmalgeschützten Villa. Allein in den letzten zwei Jahren hatte das Gebäude dreimal in Flammen gestanden.