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Kamenz

Blasmusikfest erinnert an Gründer

Vor 40 Jahren bildete sich das heutige Ensemble in Crostwitz heraus. Das erste Konzert fand am 24. April 1980 statt. Das war ein Kraftakt

Das Repertoire der Gruppe umfasst 120 Titel. Sorbische und deutsche Volksmusik, Schlager, internationale Popmusik, böhmische und mährische Volksmusik sowie auch sakrale Musik gehören dazu. Das Durchschnittsalter ist jung, wie man sieht.
Das Repertoire der Gruppe umfasst 120 Titel. Sorbische und deutsche Volksmusik, Schlager, internationale Popmusik, böhmische und mährische Volksmusik sowie auch sakrale Musik gehören dazu. Das Durchschnittsalter ist jung, wie man sieht. © PR

Crostwitz. Die Crostwitzer Blasmusikanten erfreuen zu vielen Anlässen. Am 24. August feierten sie in der Jednota-Halle in Crostwitz ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Blasmusikfest. Dabei wurde auch an die nicht so leichten Anfänge erinnert. Das erste Konzert fand zum Beispiel acht Monate nach der Gründung des Ensembles am 24. April 1980 im Saal der Gaststätte Erbgericht in Crostwitz statt.

 Lampenfieber prägte damals die Musiker, aber ihr Konzert kam gut an. Ein dreifaches „Sława, jim sława!“ (Ehre ihnen, Ehre!) hallte durch den Saal. Kraftvollen Beifall spendeten die Einwohner. Alfons Lehmann, damaliger Leiter des Dorfklubs, unterstützte die Gruppe. Auf seine Initiative erhielt sie bald neue Instrumente. „Das war ein Krafttakt“, erinnert er sich. Joachim Deutschmann und Andreas Wenk übernahmen die musikalische Leitung. „Zum Anfang waren wir 15 Mitglieder und noch eine reine Instrumentalgruppe. 1982 kamen mit Monika und Bernhard Ziesch aus Neu-Jeßnitz zwei Sänger hinzu“, erinnert sich Joachim Deutschmann. „Von nun an hatten wir Crostwitzer Blasmusikanten eine Stimme.“ Beim „Blasmusik-Fest der DDR“ im Jahre 1983 begeisterte die Gruppe. Im Genre Tanzmusik belegte sie den 1. Platz. Damals spielte sie unter anderem ein „Solo für Klarinette und Orchester“, „Musik für Solo und Posaune“ und ein „Medley sorbischer Volkslieder“. Das Programm kam sehr gut an. „Blasmusik ist Musik, die einen mitzieht. Sie versprüht Frohsinn und Optimismus“, sagt Joachim Deutschmann, was ihn motiviert und fasziniert. „Blasmusik ist nie einseitig. Es ist volksnahe, melodiöse, tanzbare Musik. Diese Musik kann Menschen immer wieder begeistern.“

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Seit 2001 gehört Thaddäus Schiemann zur Gruppe. Der 63-Jährige lernte ursprünglich Flügelhorn. Heute spielt er Trompete. In der Gruppe wertschätzt er die Offenheit und starke Gemeinschaft. Das will er nicht missen. „Wir hatten im Jahr bis zu 45 Auftritte“, erinnert sich Joachim Deutschmann. „Wir spielten zu sorbischen Hochzeiten, zu Dorffesten, zum Maibaumwerfen, zu Frühlingsfesten und zu Herbstfesten.“ Das ist noch heute so. Gemeinsam mit der Sorbischen Volkstanzgruppe Schmerlitz wurden die Crostwitzer Blasmusikanten 1985 nach Polen delegiert. Sie hatten Auftritte in Legnica, Jelenia Góra, Wałbrzych und Wrocław. Später knüpfte die Gruppe Kontakte zur tschechischen Blaskappelle „Božejaci“ in Božejov (bei Pelřimov). Seit 1987 bereits besteht die Verbindung. Sie ist nie abgerissen. (AK)