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Löbau

Bleibt Waltersdorf Erholungsort?

Waltersdorf will anerkannter Erholungsort bleiben. Eine Kommission prüft vor Ort, ob es die Kriterien weiterhin erfüllt.

Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (li.) zeigt Frank Ortmann vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die Ausstellung im Naturparkhaus Waltersdorf. Frank Ortmann leitet die Kommission, die den Titel Erholungsort vergibt. © Rafael Sampedro

Es gibt in Deutschland fast 20 Orte oder Ortsteile, die Waltersdorf heißen. Aber nur einer von ihnen ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Damit der Großschönauer Ortsteil sich auch weiter mit diesem Prädikat schmücken kann, hat er sich beim zuständigen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr um eine Wiederholung der Anerkennung beworben. Eine bessere Werbung könne es für ihren Ort kaum geben, sagt Ortsvorsteherin Karin Szalei.

Waltersdorf war schon in der DDR ein Erholungsort. Im Jahr 2005 bewarb er sich um die Anerkennung nach bundesdeutschen Standards und überzeugte die Kommission aus dem Stand. Am Mittwoch war diese Kommission wieder vor Ort.

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Es gäbe durchaus Orte, die sich auf dem einmal verliehenen Prädikat ausruhen, sagt Andrea Kis vom Landestourismusverband Sachsen. Weil „staatlich anerkannter Erholungsort“ jedoch für eine bestimmte Qualität steht, werde alle zehn Jahre überprüft, ob der Ort die Kriterien noch immer erfüllt und Projekte weiterentwickelt.

Waltersdorf ist definitiv drangeblieben und hat seit 2005 viel erreicht, sagt Karin Szalei. Besonders stolz sind die Einwohner auf den Kretscham. Aus dem einst verfallenen Gebäude ist das schicke Herz von Waltersdorf geworden. Im Kaffee können Besucher wie Einheimische schlemmen und sich in der Tourismusinformation über Ausflugsziele und Freizeitangebote informieren. Aber bei einem „staatlich anerkannten Erholungsort“ gehe es keineswegs nur um rein touristische Angebote. Vielmehr zähle das Gesamtpaket, sagt die Ortsvorsteherin. Dazu zählen gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten genauso wie die ausreichende ärztliche Versorgung oder der Zustand des Wassers und der Straßen. Ein Wettergutachten muss eingereicht werden und eins vom Veterinäramt. Eine besondere Rolle spielt der Lärm. Ruhe ist für eine gute Erholung nun mal wichtig. Andererseits soll der Ort auch gut per Bahn und Auto zu erreichen sein. Das ist jedoch mit einem gewissen Lärmpegel verbunden. Hier die richtige Balance zu finden sei nicht immer einfach. Aber sie ist zuversichtlich, dass sie in Waltersdorf genau die richtige Mischung getroffen haben und damit das Prädikat weiter tragen dürfen. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis sie das genau wissen. Zunächst werten die Kommissionsmitglieder ihre Eindrücke aus. Erst wenn ihre Berichte eingereicht sind, wird eine Entscheidung getroffen.

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