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Radebeul

Bliebe Coswig unter Ihnen schuldenfrei?

Die SZ hat die Kandidaten vor der OB-Wahl befragt und veröffentlicht die Antworten bis zur Wahl.

Thomas Schubert (l., parteilos) und David Steinmann (r., AfD).
Thomas Schubert (l., parteilos) und David Steinmann (r., AfD). © SZ

Die Coswiger sind aufgerufen, am 3. November einen neuen Oberbürgermeister zu wählen: Thomas Schubert (parteilos) und David Steinmann (AfD) bewerben sich um das Amt. Bis zur Wahl veröffentlicht die Sächsische Zeitung ihre Antworten zu verschiedenen Themen in loser Reihenfolge.

Würde Coswig unter ihrer Führung schuldenfrei bleiben? Wenn ja, weshalb ist das so wichtig? Wenn nein, warum?

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Thomas Schubert: "Das ist mein Ziel, zumal ich in den letzten 15 Jahren genau dies gemeinsam mit dem Stadtrat konzipiert und erarbeitet habe. Allerdings ist das kein Dogma, denn es war in den 90er Jahren nicht falsch, diese Kredite aufzunehmen. Mit diesen Krediten wurde zusammen mit Fördermitteln die Sanierung der Infrastruktur ab 1990 finanziert. Leider haben Kredite den Nachteil, dass diese Zinsen kosten und zurückgezahlt werden müssen. Und zwar bevor die Schulen und Straßen erneut saniert werden müssen. Eine Mitte der 90er Jahre sanierte Straße ist heute auch schon wieder mehr als 25 Jahre alt und somit bald wieder sanierungsbedürftig. Es ist eine Frage der Nachhaltigkeit, dass die Nutzer der Infrastruktur auch die Kosten tragen und dies nicht auf künftige Generationen abwälzen."

David Steinmann: "Coswig ist ja mitnichten schuldenfrei, auch wenn dies von Herrn Schubert gerne öffentlich kommuniziert wird. In den letzten Jahren ist konsequent an der Verringerung des Schuldenstands gearbeitet worden, das war richtig. Herr Schubert aber hat als verantwortlicher Finanzbürgermeister einen gefährlichen Weg beschritten. Das Zocken mit Derivaten ist in Coswig gut gegangen, Riesa hat es noch weiter in die roten Zahlen getrieben.

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Schaut man jedoch auch auf die Eigenbetriebe und Eigengesellschaften von Coswig, dann ist die Verschuldung immer noch dramatisch. Wie der Sächsische Rechnungshof ausgewiesen hat, betrug die Gesamtverschuldung am 31. Dezember 2016 knapp 78 Millionen Euro. Davon konnte in den letzten Jahren zwar etwas abgebaut werden, die Verringerung der Schuldenlast bleibt aber eine Mammutaufgabe.

Besonders aus demografischen Gründen ist der Schuldenabbau wichtig. Bei weniger Einwohnern wird die Belastung pro Kopf größer. Die Sicherstellung der städtischen Aufgaben muss aber gesichert bleiben."

Am 24. Oktober organisieren die Sächsische Zeitung und die Landeszentrale für politische Bildung ein Wahlforum. Moderiert von Peter Redlich, dem Leiter der Radebeuler Lokalredaktion, können die OB-Kandidaten sich und ihre Ideen für die Stadt vorstellen. Beginn ist um 19 Uhr im Saal der Historischen Spitzgrundmühle in Coswig. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.