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Blindensignale für Bergstraße gefordert

An der Kreuzung zur Nöthnitzer Straße dröhnt täglich der Lärm der vielen Autos. Das kann gefährlich werden.

Es klopft, es piept, es gongt – an Dresdens Ampeln gibt es verschiedenen Töne, die es blinden oder sehbehinderten Menschen einfacher und sicherer machen, die Straße zu überqueren.

An 257 Anlagen der Stadt ist diese Technik installiert. Der Klopfer verrät, wo genau sich die Ampel und der Drücker befinden. Wird dazu ein Knopf gedrückt, zeigt der Piep, wann es grün ist und die Autos stehenbleiben. Dabei kann die Lautstärke variieren. Moderne Anlagen regeln die Signalstärke anhand der Umgebungslautstärke. Bei Ampeln an Gleisen der Verkehrsbetriebe zeigt ein Gong an, wenn die eine Bahn kommt und das Signal für die Fußgänger auf Stopp zeigt.

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Bei der Entscheidung, welche Ampeln genau mit einer solchen Technik ausgestattet werden, dazu holt sich die Stadtverwaltung Rat bei dem Blinden- und Sehschwachen-Verband. Wenn es zu einer Umrüstung kommt, muss die Stadt durchaus viel investieren. „Die akustische Signalisierung einer einfachen Fußgängerquerung kostet um die 4 000 Euro“, teilt das Straßen- und Tiefbauamt mit. Allerdings sind an Kreuzungen in der Regel mehrere Fußgängerquerungen mit akustischen Signalen ausgerüstet. Dann steigen die Kosten.

Für die Kreuzung der Bergstraße mit der Nöthnitzer Straße wäre eine solche Investition durchaus sinnvoll. Das zumindest findet Frank Schirlitz, der für die Piratenpartei im Ortsbeirat Plauen sitzt. Der Kommunalpolitiker kennt die Problematik. Er ist von Geburt an blind. Oft ist er rund um die Bergstraße unterwegs. An der Kreuzung zur Nöthnitzer Straße. Dort fahren täglich Tausende Autos, in teils schnellem Tempo. Das macht Lärm. Wer nichts sehen kann, muss genau aufpassen, wann der Weg für Fußgänger frei ist. Ein akustisches Signal würde da helfen, fordert er. Und zwar ein lautes Signal. Derzeit gibt es so etwas an der Kreuzung noch nicht. Frank Schirlitz will sich nun an den Oberbürgermeister wenden, mit der Bitte, daran etwas zu ändern. Andere Ortsbeiräte unterstützen dieses Anliegen. (SZ/acs)