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Ausgeblitzt

Beim 18-stündigen Blitzmarathon am Donnerstag sind in Sachsen nur vier Prozent aller kontrollierten Auto- und Motorradfahrer zu schnell unterwegs. Die Polizei bewertet die Aktion als „verkehrserzieherischen Erfolg“.

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© dpa

Dresden. Beim bundesweiten Blitzmarathon kam es nicht auf das Ergebnis an. Das Ziel der Initiative, der sich auch 21 andere europäische Länder anschlossen, war ein rein erzieherisches.

„Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt. Mit dem Blitzmarathon möchten wir Auto- und Motorradfahrer sensibilisieren und auf die möglichen Folgen zu schnellen Fahrens aufmerksam machen“, erklärte Sachsens Polizeipräsident Jürgen Georgie am Freitag bei der Veröffentlichung der Statistik der Massen-Geschwindigkeitsmessung.

In Sachsen waren 96 Prozent der mit Lasermessgeräten oder Blitzern erfassten Kraftfahrer ohne Beanstandungen kontrolliert worden. Insgesamt 127 000 Mal wurde von Beamten gemessen - und dabei 4 600 Tempoverstöße festgestellt.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die beim Blitzmarathon registrierten Tempoverstöße zurückgegangen. 2014 erwischte die Polizei bei 115 000 Kontrollen 6 050 zu schnelle Autofahrer.

Der Blitzmarathon begann am Donnerstag um 6 Uhr. Um 24 Uhr waren die organisierten Kontrollen beendet. Kommunen und Landespolizei waren in Sachsen mit knapp 550 Einsatzkräften an der Aktion beteiligt. Bundesweit waren 13 000 Polizisten im Einsatz. (szo/fsc)

Bilanz des Blitzmarathons in Sachsen

Polizeidirektion Dresden

Gesamtzahl der Kontrollen: 20267 - 431 Verstöße

Stadt Dresden: 2637 Kontrollen - 101 Verstöße

Die höchste Überschreitung wurde bei einer Kontrolle auf der Teplitzer Straße festgestellt. Der Fahrer eines Ford war mit 96 km/h bei zulässigen 50 km/h unterwegs. Der 18-Jährige muss nun mit einem Bußgeld, Fahrverbot und einem Eintrag im Verkehrsregister rechnen.

Reviere in Meißen, Riesa und Großenhain: 464 Kontrollen - 51 Verstöße

Bei einer Kontrolle auf der B 101 zwischen Großenhain und Priestewitz stoppten die Beamten einen Opelfahrer, der mit 122 km/h statt der erlaubten 100 km/h unterwegs war. Bei der Kontrolle des 58-Jährigen bemerkten die Polizisten Alkoholgeruch. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,72 Promille. Eine Blutentnahme wurde veranlasst und der Führerschein des Mannes sichergestellt. Außerdem bekommt der Mann eine Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr.

Reviere Dippoldiswalde, Pirna und Sebnitz: 539 Kontrollen - 44 Verstöße

Mit einer Überschreitung von 28 km/h war als „Schnellster“ ein Audifahrer in Kreischa, OT Gombsen aufgefallen. Der 33-Jährige war auf der Lockwitzer Straße bei erlaubten 50 km/h mit 78 km/h gestoppt worden.

Autobahnen im Bereich der genannten Reviere: 16627 Kontrollen - 235 Verstöße

Polizeidirektion Chemnitz

Gesamtzahl der Kontrollen: 17286 - 788 Verstöße

Revier Annaberg: 57 Kontrollen - 16 Verstöße

Revier Aue: 29 Kontrollen - 22 Verstöße

Revier Marienberg: 187 Kontrollen - 67 Verstöße

Revier Stollberg: 85 Kontrollen - 13 Verstöße

Stadt Chemnitz: 1489 Kontrollen - 152 Verstöße

Revier Döbeln: 180 Kontrollen - 15 Verstöße

Revier Freiberg: 391 Kontrollen - 22 Verstöße

Revier Mittweida: 422 Kontrollen - 38 Verstöße

Revier Rochlitz: 387 Kontrollen - 9 Verstöße

A 4 und A 72 im Bereich des Autobahnpolizeireviers Chemnitz: 13699 Kontrollen - 434 Verstöße

Polizeidirektion Görlitz

Gesamtzahl der Kontrollen: etwa 25000 - 1262 Verstöße

In den Landkreisen Bautzen und Görlitz kontrollierten die Polizei und die Stadtverwaltungen von Radeberg, Hoyerswerda und Görlitz sowie die Landkreise Bautzen und Görlitz an 73 Orten die Geschwindigkeit. Dabei wurden etwa 25000 Fahrzeuge gemessen. 1.262 fuhren schneller als erlaubt.

Stadt Görlitz: 906 Kontrollen - 83 Verstöße

Landkreises Görlitz: 2774 Kontrollen - 251 Verstöße

Landkreis Bautzen: 3700 Kontrollen - 117 Verstöße

Raum Radeberg: 899 Kontrollen - 47 Verstöße

Raum Hoyerswerda: Über 1600 Kontrollen - 17 Verstöße

Nicht zugeordnete Revierbereiche: 3028 Kontrollen - 154 Verstöße

A4 im Bereich der Polizeidirektion Görlitz: 12100 Kontrollen - 600 Verstöße

Die höchsten Überschreitungen stellte die Polizei auf der A 4 fest. Am Unfallschwerpunkt Burkauer Berg passierte ein Auto mit 165 km/h anstelle der erlaubten 100 km/h die Kontrollstelle. Bei Bautzen raste ein Pkw mit 193 km/h statt der erlaubten 120 km/h über die Autobahn. Den Fahrern drohen jeweils drei Monate Fahrverbot und bis zu 680 Euro Bußgeld.

Polizeidirektion Zwickau

Von knapp 16000 gemessenen Fahrzeugen waren 98 Prozent der Fahrzeugführer unter Einhaltung der jeweiligen Geschwindigkeitsbeschränkungen unterwegs. So haben sich lediglich zwei Prozent der gemessenen, fahrenden Verkehrsteilnehmer nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten gehalten.

Für die Polizeidirektion Leipzig liegen gegenwärtig keine genauen Zahlen vor.

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