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Blockade-Aufruf bei Heidenau-Demo

Der Prozess gegen die „Freie Kameradschaft Dresden“, eine rechtsextreme Gruppe, wird deutlich länger dauern als zunächst geplant.

Von Alexander Schneider

Die „Freie Kameradschaft Dresden“ (FKD) wird die Justiz noch eine ganze Weile beschäftigen. Im aktuellen Prozess gegen sechs mutmaßliche Mitglieder und Anführer der rechtsextremen Schlägertruppe hat die Staatsschutzkammer des Landgerichts Dresden mit den Angeklagten und ihren 14 Verteidigern nun weitere Sitzungstage bestimmt: bis Ende dieses Jahres.

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Der Prozess gegen fünf Männer und eine Frau im Alter von 22 bis 29 Jahren läuft bereits seit Mitte September 2017. Ihnen wird neben Bildung einer kriminellen Vereinigung eine Reihe von Angriffen auf Flüchtlinge, Asylbewerberunterkünfte, Andersdenkende und die Beteiligung an Krawallen wie in Heidenau (August 2015) und in Leipzig-Connewitz (Januar 2016) vorgeworfen: schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen und dergleichen mehr. Noch immer steht der erste Tatkomplex – die Ausschreitungen in Heidenau – im Fokus der Beweisaufnahme.

Seit Anfang des Jahres zeigte das Gericht viele Stunden Videomaterial aus Heidenau. Als am Mittwoch jedoch ein Video-Auswerter der Polizei dazu befragt werden sollte, gab es ein Problem. Die Verteidiger forderten, das neue Material, das der Beamte angefertigt hatte, zunächst zu prüfen, ehe es gezeigt wird. Das Gericht gab dem Antrag statt. Erst Ende Februar soll es wieder um die Heidenau-Videos gehen.

Doch die Videos zeigten schon jetzt interessante Neuigkeiten. So wurde gefilmt, wie Ordner der NPD-Demonstration in Heidenau – sie fand am Abend des 21. August 2015 unmittelbar vor den Ausschreitungen statt – Flugblätter verteilten, auf denen zur Blockade vor der Asylunterkunft aufgerufen wurde. Der Prozess wird fortgesetzt.