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Bloß kein Finanz-Kollaps

Finanzsorgen bei vielen Vereinen haben den Ruf der 3. Liga stark in Mitleidenschaft gezogen.

© dpa

Nicolas Reimer und Lars Reinefeld

Ein prominenter Zwangsabsteiger, fast die halbe Liga mit Aufstiegsambitionen und ein harter Kampf um das finanzielle Überleben: Die 3. Fußball-Liga wird auch in der neuen Spielzeit in vielerlei Hinsicht Spannung garantieren. Während die kleineren Klubs vor allem den wirtschaftlichen Kollaps verhindern wollen, gilt für die Favoriten an der Spitze nur das Motto: „Raus aus dem Armenhaus!“

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Denn die 3. Liga steht weiter ohne Namenssponsor da. Die Hoffnung vieler Vereine, auf diesem Weg neue Einnahmen generieren zu können, wird sich vorerst nicht erfüllen. Auch für den Halleschen FC und den Aufsteiger RB Leipzig, die gleich zum Saison-Auftakt aufeinandertreffen, sowie für den Chemnitzer FC wird es keine zusätzlichen Einnahmen geben. Seit Einführung der Spielklasse als Profiliga unterhalb der beiden Bundesligen ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bemüht, einen Namensgeber zu finden. Bislang jedoch erfolglos. „Es ist nicht leicht“, gab DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock zu. Allerdings müsse ein Titelsponsor der Liga mit allen Hauptgeldgebern der Vereine in Einklang gebracht werden, diese „Branchenexklusivität“ mache die Aufgabe fast zu einer „Quadratur des Kreises“.

Die Klubs könnten die Gelder aus einer solchen Vermarktung gut gebrauchen, haftet der Liga doch nach den Schlagzeilen über existenzbedrohende Finanzproblemen bei Vereinen wie Kickers Offenbach oder Alemannia Aachen, inzwischen beide in der Regionalliga, das Image einer Pleiteliga an. Der neue TV-Vertrag für die Erste und Zweite Liga lässt die Kluft nach oben ab sofort sogar noch anwachsen. Während die Drittligisten mit 800.000 Euro aus Fernseherlösen zurechtkommen müssen, erhalten die Zweitligisten zwischen 4,5 und 9 Millionen Euro.

Und die auf Rosen gebetteten Leipziger? Ein direkter Durchmarsch des neureichen Aufsteigers sei keine Pflicht, erklärte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. „Vom Aufstieg zu reden, hat jetzt keinen Sinn“, sagte Rangnick. 2017 soll RB Leipzig aber spätestens in der Bundesliga spielen. Angesichts der geballten Unterstützung eines österreichischen Getränke-Giganten scheinen die Sachsen die besten Voraussetzungen zu besitzen. Zu den Favoriten zählt Rangnick Münster, den 1. FC Heidenheim und den Chemnitzer FC. Zwangsabsteiger Duisburg wird von vielen Experten zumindest zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. Vor allem für die Absteiger aus dem Bundesliga-Unterhaus ist ein schnellstmöglicher Wiederaufstieg geradezu ein Muss.

Durch diesen Zwang jedoch setzt sich die „Todesspirale“ nach Ansicht des zuständigen DFB-Direktors Ulf Schott in Gang: „Der Großteil der Ausgaben wird in Spielergehälter investiert“, sagte er. Christian Seifert, Boss der Deutschen Fußball Liga (DFL), schlägt da in die gleiche Kerbe: „Der Abstieg darf nicht bedeuten, dass man dann mit einem Bein in der Insolvenz steht.“

Offensichtlich ist, dass immer wieder frühere Erst- oder Zweitligisten (noch) über ihre Verhältnisse leben und für die Anforderungen in der 3. Liga inadäquat wirtschaften. Neben Offenbach und Aachen sind Osnabrück und vor allem Rostock durch Management-Fehler in Verbindung mit überhöhten Spieler-Gehältern aus der Bahn geworfen worden. (sid/dpa)

Neben Live-Tickern der 1. und 2. Liga gibt es kommende Saison auch einen SZ-Live-Ticker der 3. Liga unter liveticker.sz-online.de