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Blumen im Herrental

An der Gedenkstätte in Kamenz wurde jetzt den Opfern von Holocaust und Nationalsozialismus gedacht.

© Stadtverwaltung

Kamenz. Etwa 60 Kamenzerinnen und Kamenzer versammelten sich an der Gedenkstätte im Herrental, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Redner unterschiedlichster Religions-, Glaubens- und Politikrichtungen beleuchteten das historische Datum, gedachten in ihren Reden den Opfern und zeigten die Verantwortung für die Gegenwart auf. So ergriff zum Beispiel Pfarrer Steffen Börner von der römisch-katholischen Kirchgemeinde St. Mariae Magdalena auch für die lutherisch-evangelische Kirchgemeinde und die Kamenzer Adventgemeinde das Wort. Es stellte in eindringlichen Worten eine zu praktizierende Kultur des Lebens in den Vordergrund seiner Überlegungen. Der Ausgrenzungen, Terror, Verzerrung der Wahrheit – und dies alles befeuert durch den Missbrauch der sozialen Kommunikationsmittel seien „besondere Gefährdungen unserer Zeit“, denen Achtung und Respekt entgegengesetzt werden müssten.

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Daran anknüpfend plädierte OB Roland Dantz gerade im Zeitalter von Fake-News für genaue Geschichtskenntnisse, was sicherlich Kraft und Mühe erfordere, aber besonders wichtig sei, wenn die noch lebenden Zeitgenossen der Geschehnisse während der NS-Zeit, die also die Schrecken bezeugen können, immer weniger werden. Zum anderen sprach er sich gegen eine Routine angesichts dieses Gedenktages aus. Dantz forderte mehr Empathie mit den Opfern der Vergangenheit, die der Gegenwart einschließend. Mit Verweis auf die Eingangstafel und den Worten von Pavel Stránský als Credo eines der überlebenden Opfer der Nazi-Verbrechen endete die Gedenkstunde. Das Zitat von Pavel Stránský lautet: „Das Wichtigste im Leben ist die Liebe. Sie hat viele Erscheinungsformen, wie es Facetten in einem kunstvoll geschliffenen Diamanten gibt. Ohne Liebe, Liebe zwischen Mann und Frau, Kindern und Eltern, Großeltern und Enkeln, unter Geschwistern oder zu Gott, vegetiert der Mensch nur so dahin. Die Gesichter der Liebe schließen auch Freundschaft ein, Verständnis, Toleranz, Selbstverleugnung, Aufopferung und vieles mehr …“ (szo)