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Bob-WM 2020

Pirnaer Friedrich führt Bob-Team an

Der zweimalige Olympiasieger will Historisches in diesem Winter schaffen. Sein gestürzter Teamkollege erhält eine zweite Chance für die WM in Altenberg.

Zwei olympische Goldmedaillen hat Francesco Friedrich schon. Und fünf WM-Siege im Zweier. In Altenberg soll Nummer sechs folgen.
Zwei olympische Goldmedaillen hat Francesco Friedrich schon. Und fünf WM-Siege im Zweier. In Altenberg soll Nummer sechs folgen. © Robert Michael

An ihm führt kein Weg vorbei. Dass Francesco Friedrich, der zweimalige Olympiasieger und Dauerweltmeister, die deutsche Bob-Nationalmannschaft in den Weltcup-Winter führt, steht längst fest. Der Pirnaer ist nicht nur gesetzt gewesen und hat sich damit die interne Qualifikation sparen können, auf Friedrich ruhen einmal mehr die deutschen Hoffnungen beim Saisonhöhepunkt - der WM in Altenberg. 

Auf seiner Heimbahn will der 29-Jährige bei den WM-Rennen im Februar 2020 zum sechsten Mal hintereinander den Titel im Zweierbob gewinnen. Das hat vor ihm noch keiner geschafft, und das dürfte dann auch ein Rekord für die Ewigkeit sein. Vorher aber, daran lässt Friedrich keinen Zweifel, gilt alle Konzentration den Weltcups. Auftakt dafür ist am 7. Dezember in Lake Placid, wo dann 2021 die übernächste WM stattfindet.

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Außer Team Friedrich war auch die Oberhoferin Mariama Jamanka gesetzt, ebenfalls Olympiasiegerin und mittlerweile unbestritten die Frontfrau in der deutschen Mannschaft. Deutlich komplizierter gestaltete sich indes die Vergabe der jeweils zwei weiteren Weltcup-Plätze bei Männern und Frauen. Für Bundestrainer René Spies waren es die mit Abstand schwersten Selektionen der vergangenen Jahre. „Wir standen vor zwei Herausforderungen. Die erste resultierte aus dem Sturz von Nico Walther, einem ganz verdienten Athleten der letzten Jahre, der immer eine Medaille gewonnen hat, aber erst im Dezember wieder fit wird. Der zweite Umstand ist eigentlich ein erfreulicher: Dass viele junge Teams jetzt nach oben drängen und den Etablierten das Leben schwer machen“, erklärt Spies.

Bei den Männern starten demnach Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg), Christoph Hafer (BC Bad Feilnbach) und Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) in Lake Placid in den Weltcup-Winter. Kurz vor dem Jahresende wird es dann beim Trainingslehrgang auf der WM-Bahn in Altenberg eine erneute Selektion geben, bei der die Teams von Hafer, Lochner,  Walther sowie dem deutschen Zweierbob-Meister Richard Oelsner (beide Oberbärenburg) die zwei Startplätze für die zweite Weltcuphälfte sowie der WM unter sich ausfahren. 

„Bei den Männern waren die Abstände einfach zu gering. Richard Oelsner hatte ebenso eine Siegleistung auf der WM-Bahn in Altenberg wie Christoph Hafer. Johannes Lochner war hingegen am Königssee absolut dominant. Deshalb war die Entscheidung naheliegend, dass wir Ende Dezember in Altenberg nochmal ein scharfes Rennen fahren, um die richtigen Athleten für die zweite Weltcup-Hälfte Richtung WM nominieren zu können“, erklärt der Bundestrainer.

Im Zweierbob der Frauen werden neben Jamanka (BRC Thüringen) zunächst Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) und Stephanie Schneider (BSC Sachsen Oberbärenburg) für die ersten beiden Weltcup-Rennen in Lake Placid nominiert. Die deutsche Meisterin Laura Nolte (BSC Winterberg) startet mangels Erfahrung auf der selektiven Bahn in Lake Placid erstmal im Europacup, ist aber für die zweite Saisonhälfte ab dem Weltcup auf ihrer Heimbahn in Winterberg für den Weltcup und dann auch die WM gesetzt. Während des Jahresend-Lehrgangs werden deshalb Kalicki und Schneider ebenfalls eine erneute Selektion um das WM-Ticket fahren.

360-Grad-Fahrt mit Francesco Friedrich in Altenberg

Mit weit über 100 km/h rast Francesco Friedrich durch die Kurven im Altenberger Eiskanal. In diesem Video nimmt er Sie mit auf die wilde Fahrt. 

Tipp: Das beste Seherlebnis haben Sie mit dem Smartphone in der YouTube-App oder mit einer VR-Brille. Folgen Sie für beide Betrachtungsweisen einfach diesem Link.

Dieses Video entstand im Januar 2019. Mehr über die Entstehung dieses Clips und die Bobbahn in Altenberg, die als die schwierigste der Welt gilt, lesen Sie in diesem Artikel. 

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