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Sport

Friedrich auch im Vierer Spitze

Der Rekord-Weltmeister aus Pirna fährt am Königssee erneut zu einem Doppelsieg. Dagegen muss Teamkollege Oelsner um das Ticket für die WM in Altenberg bangen.

Ein starkes Team: Bob-Pilot Francesco Friedrich (v. r.) mit seinen Anschiebern Alexander Schüller, Candy Bauer und Martin Grothkopp.
Ein starkes Team: Bob-Pilot Francesco Friedrich (v. r.) mit seinen Anschiebern Alexander Schüller, Candy Bauer und Martin Grothkopp. ©  dpa/Sven Hoppe

Doppel-Olympiasieger und Weltmeister  Francesco Friedrich fährt weiter von Sieg zu Sieg. Selbst auf der ungeliebten Bahn am Königssee gewann der Doppel-Olympiasieger am Wochenende erst im kleinen Schlitten, dann im Viererbob. Es war zugleich der Double-Hattrick im laufenden Weltcup. Mit seiner Crew Candy Bauer, Martin Grothkopp und Alexander Schüller hatte er am Sonntag 0,10 Sekunden Vorsprung vor Europameister Johannes Lochner. Der Olympia-Zweite Nico Walther aus Pirna kam auf Platz acht.

„Das war eine harte Aufgabe, hier am Königssee endlich gegen Hansi zu siegen“, sagte Friedrich, der bei der WM 2017 zeitgleich mit Lochner Viererbob-Weltmeister wurde. „Sich mit dem Franz zu duellieren, ist genau das, was den Sport ausmacht“, sagte Lochner und betonte: „Der Mensch ist derzeit fast unbesiegbar. Im Zweier ist er eine Bank, im Vierer können wir ihm ein bisschen Paroli bieten.“ 

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Im kleinen Schlitten hatte Friedrich mit Anschieber Thorsten Margis am Samstag bereits den vierten Sieg in Folge verbucht. Der 29-Jährige Pilot gewann souverän mit 0,51 Sekunden Vorsprung vor dem Kanadier Justin Kripps, der bei Olympia 2018 in Pyeongchang zeitgleich mit Friedrich Olympiasieger im kleinen Schlitten wurde.

"Im Kreisel habe ich es nicht hundertprozentig erwischt, da geht mir hinten der Saft ein wenig aus", sagte Perfektionist Friedrich, der mit Margis trotzdem zwei Start- und Laufbestzeiten hinlegte. 

Und die anderen beiden Piloten des BSC Sachsen Oberbärenburg, der sich derzeit de facto ein Duell mit dem Rest der Welt liefert? Der nach Durchgang eins auf Platz zwei liegende Richard Oelsner patzte mit Tobias Schneider im unteren Bahnabschnitt und fiel auf Rang vier hinter Nico Walther mit Malte Schwenzfeier zurück.

Verband gibt Lochner eine Zweier-Chance

Und doch hatte Oelsner noch Glück, denn fast wäre er in der unteren Schikane gestürzt. "Da hatte ich eine schwere Bande und es wurde noch richtig eng", sagte der Junioren-Weltmeister. So konnte Walther noch vorbeiziehen. Durch Oelsners Missgeschick erhält nun Lochner mit Blick auf die Heim-WM in vier Wochen in Altenberg überraschend eine neue Chance im Zweierbob-Weltcup und darf in St. Moritz starten.

Fährt er dort einen Podestplatz ein, wird er bei der Heim-WM sowohl im Zweier als auch im Vierer starten. Wird er nur Vierter oder platziert sich schlechter, fährt Oelsner im Zweier zur WM, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes. „Es ist eine knallharte Entscheidung, aber wir müssen die Leistungen immer im internationalen Vergleich sehen“, sagte Cheftrainer René Spies. Sollte Lochner den Vorzug erhalten, könnte sich Oelsner immer noch für die WM qualifizieren. Er müsste bei der Junioren-WM vom 8. bis 9. Februar in Winterberg gewinnen und das zusätzliche WM-Ticket lösen.

"Es war ein Schritt in die richtige Richtung, unsere Blessuren werden weniger. Doch Franz fährt in seiner eigenen Liga. Was der am Start macht, ist einfach Wahnsinn", sagte Walther nach Platz drei im Zweier über Teamkollegen Friedrich, der mit seinem Team zuletzt zu Sachsens Mannschaft des Jahres gewählt worden ist.

Nolte/Nolte bei den Frauen knapp Zweiter

Bei den Frauen verpassten Laura Nolte und Erline Nolte ihren zweiten Saisonsieg knapp. Nach zwei Läufen hatte das Winterberger Duo 0,03 Sekunden Rückstand auf die zweimalige Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada, die nach Streitereien mit dem Verband nun für die USA startet. Humphries fuhr mit Anschieberin Sylvia Hoffmann.

Auf Rang drei kam die WM-Zweite Stephanie Schneider vom BSC Sachsen Oberbärenburg mit Ann-Christin Strack aus Stuttgart. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Mariama Jamanka vom BRC Thüringen landete mit Anschieberin Kira Lipperheide aus Gladbeck auf Platz sechs. "Ich freue mich, dass es derzeit so gut läuft", sagte die deutsche Meisterin Laura Nolte, die mit ihrer Anschieberin nicht verwandt ist. (dpa)

Alle Infos zur Bob- und Skeleton-WM in Altenberg, die am 20. Februar beginnt, gibt es hier in unserer Themenwelt.