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Friedrich meldet sich eindrucksvoll zurück

Nach fast zwei Jahren als Dauergewinner belegt der Pirnaer zum Weltcup-Auftakt den zweiten Platz. Am Tag danach stellt er die alte Ordnung wieder her.

Beim Weltcup-Auftakt in Lake Placid gut unterwegs, Francesco Friedrich und sein Team.
Beim Weltcup-Auftakt in Lake Placid gut unterwegs, Francesco Friedrich und sein Team. © dpa

Die Siegesserie von Bobpilot Francesco Friedrich ist in Lake Placid gerissen. Ausgerechnet Teamkollege Johannes Lochner schnappte dem Pirnaer beim Weltcup-Auftakt am Samstagnachmittag (Ortszeit) den Sieg weg. Der Berchtesgadener gewann am Ende mit 0,08 Sekunden Vorsprung. Doch am Sonntag meldete sich Friedrich umso stärker zurück. 

Beim zweiten Weltcup an gleicher Stelle, wieder ein Zweierrennen, stellte der 29-Jährige die bekannte Rangfolge wieder her: ganz vorne Friedrich - und danach der Rest der Welt. Angeschoben vom Leipziger Alexander Schüller siegte der Olympiasieger und Weltmeister mit zweimal Startbestzeit sowie der mit Abstand schnellsten Fahrt im zweiten Lauf vor Lochner und dessen Anschieber Christian Rasp. Revanche also gelungen. "Wieder überragend, wieder ein Doppelsieg für uns", sagte Bundestrainer René Spies.

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Friedrich kritisierte dagegen vor allem sich selbst: "Wahrscheinlich war es notwendig, mal aufs Dach zu bekommen. Wir sind gestern zu kurz gestartet, dazu schlecht gefahren. Heute ging es von Lauf zu Lauf besser, und dann reicht es auch wieder für ganz vorn." Denn zum Weltcup-Auftakt am Samstag musste Friedrich, angeschoben von Thorsten Margis, nach zehn Siegen in Serie im kleinen Schlitten die erste Niederlage seit dem 13. Januar 2018 in St. Moritz hinnehmen. Damals besiegte ihn Nico Walther, sein Vereinskollege vom BSC Sachsen Oberbärenburg. 

Dritter in Lake Placid wurde an beiden Tagen der kanadische Toppilot Justin Kripps, der bei Olympia 2018 mit Friedrich zeitgleich zum Olympiasieg gefahren ist. „Mit dem zweiten Lauf bin ich relativ zufrieden, aber im ersten Lauf haben wir eine kleine Quittung bekommen“, sagte Friedrich am Samstag noch und meinte das in Bezug auf den bisherigen Saisonverlauf. 

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Anders als Lochner, der sich in insgesamt vier internen Nominierungsrennen erst mal für den Weltcup qualifizieren musste, ist Friedrich gesetzt - für den Weltcup und auch für den Saisonhöhepunkt, die WM ab 20. Februar auf seiner Heimbahn in Altenberg. "Das ist so ein Nachteil. Wir haben zwar viel testen können, aber hatten bis jetzt noch keine richtige Rennpraxis", erklärte Friedrich.

Lochner dagegen bejubelte seinen Sieg nach einer langen Durststrecke wie einen Befreiungsschlag: „Ich bin mega zufrieden, auch mit den Startzeiten.“ Bundestrainer Spies meinte: „Hansi hat verdient gewonnen, er weiß jetzt wieder, dass es auch für ganz oben reicht“. Christoph Hafer, der dritte deutsche Pilot und de facto Vertreter des nach einem Trainingssturz noch nicht einsatzbereiten Altenbergers Nico Walther, landete mit seinem Anschieber Tobias Schneider auf Rang neun. Am Sonntag wurde er dann Siebenter.

Deutsche Frauen mit überraschendem Ergebnis

Bei den Frauen ist zuvor die WM-Zweite Stephanie Schneider einigermaßen überraschend auf Rang zwei gefahren. Die Pilotin vom BSC Sachsen Oberbärenburg musste sich mit Anschieberin Lisette Thöne nur der zweimaligen Olympiasiegerin Kaillie Humphries geschlagen geben, die nach ihrer Heirat nun für die USA statt für Kanada fährt. Humphries hatte nach zwei Läufen 0,31 Sekunden Vorsprung. „Sensationell, es war eine gute Woche für uns, Kaillie war eine Nummer für sich“, sagte Schneider.

Auf Rang drei fuhr überraschend Weltcup-Debütantin Kim Kalicki aus Wiesbaden mit Anschieberin Vanessa Mark. Weltmeisterin und Olympiasiegerin Mariama Jamanka verpasste mit Kira Lipperheide das Podest als Vierte um eine Hundertstelsekunde, auch das kam etwas unerwartet. „Beide Läufe waren solide, aber nicht schön“, sagte die Olympiasiegerin. (mit dpa)