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Bauen und Wohnen

Bodenbearbeitung im Frühjahr

Ideal für deinen Gemüsegarten 

© Free Photos

Kaum ist das alte Gartenjahr vorbei, beginnt auch schon das Neue. 

Die Vorbereitungen für den Winter und das Frühjahr beginnen wenige Tag nachdem die meisten Obst- und Gemüsesorten abgeerntet sind. Schon jetzt bekommt der Boden die ersten Pflegeeinheiten für die neue Saison.

Sobald die Tage langsam länger und wärmer werden, greifen Hobbygärtner zu Schaufel und Spaten. Nun kann die Bodenbearbeitung im Frühjahr beginnen – bevor die ersten Pflanzen und Samen in den Boden kommen, muss ordentlich Vorarbeit geleistet werden.

Die ersten Schritte im neuen Gartenjahr

Noch im alten Jahr wird grob umgestochen, etwa spatentief, damit sich Vögel und andere Insektenfresser an Käferlarven und Schnecken satt fressen können. Die Überreste von Bohnen, Zucchini oder Kürbis werden in die Beete eingegraben um als Dünger für die neuen Pflanzen zu dienen.

Jetzt werden auch Stallmist und verschiedene Dünger in den Boden gebracht, damit diese über die Anbaupause ihre Wirkung entfalten können. Stallmist bekommen Sie entweder beim Bauern oder bei einem Ihrer Gartennachbarn mit Hasen und Ähnlichem.

Wenn Schnee und Frost vorbei sind, wird noch einmal ordentlich umgegraben – diesmal wird eine gute Portion frische Erde oder Kompost mit eingearbeitet. Frische Erde und Kompost, wenn Sie keinen eigenen haben, bekommen Sie bei den örtlichen Grünabfallplätzen meist gegen ein kleines Entgelt oder gar kostenlos.

Auch im Bau- oder Gartenmarkt erhältliche Mischungen mit Erde und Nährstoffen sind geeignet, allerdings bei größeren Mengen recht teuer.

Boden mit Nährstoffen versorgen

Bei der Bodenbearbeitung im Frühjahr ist auf eine gute Nährstoffgrundlage zu achten. Die folgenden Hilfsmittel eignen sich erfahrungsgemäß ganz gut:

- Hornspäne – diese werden im Herbst oberflächlich eingegraben, damit sie über den Winter ihre Wirkstoffe freisetzen können

- Holzhäcksel, Rindenmulch – guter Unkraut- und Schneckenschutz, wird oberflächlich aufgetragen, zersetzt sich langsam

- Hornmehl – wird im Frühjahr aufgestreut oder oberflächlich eingegraben, setzt seine Wirkstoffe schneller frei als Hornspäne

- Kalkstickstoff – tötet Unkrautsämlinge und Schaderreger ab, wird oberflächlich eingeharkt, braucht zwei Wochen bis zum Abbau von Umwandlungsstoffen, danach kann gesetzt und gesät werden

- Kompost – vor dem Einarbeiten durchsieben und Unverrottetes wieder auf den Kompost werfen

- Stallmist – am Besten abgelagert, da er so seine Nährstoffe am schnellsten abgeben kann, wird oberflächlich eingegraben, enthält mehr Nährstoffe als Kompost

- Kaffeesatz – wirkt sauer, oberflächlich eingraben oder beim Pflanzen an die Wurzelstöcke geben

- Ein weiteres wichtiges Düngemittel ist Kalk – er neutralisiert die Säure im Boden und verbessert die Nährstoffaufnahme.

Wir raten es mit den natürlichen Düngemitteln und Zusätzen jedoch nicht zu übertreiben. Salat und andere empfindliche Gemüsesorten reagieren oft empfindlich. Die besten Salatsorten für den eigenen Garten finden Sie hier: garten-fuchs.org

Bodenarten und PH-Werte

Die richtige Auswahl an Samen und Pflanzen sollte man schon im Vorjahr oder Winter treffen. Zum Einen um Monokultur und damit das Auslaugen des Bodens zu vermeiden und um Andererseits ein breites Spektrum an Obst und Gemüse aus dem heimischen Garten zu haben.

Nun noch ein Tipp für alle die Professionell an die Sache heran gehen wollen: Um das richtige Mischungsverhältnis für Dünger zu finden kann man im Vorfeld der Bodenbearbeitung im Frühjahr eine Bodenprobe nehmen. Wie das genau geht erfahren Sie hier: mdr.de

Dafür gibt es einige Tests zum Selber machen im Gartencenter oder Sie geben die Proben in ein Labor. Hier ist die Auswertung natürlich wesentlich detaillierter.

Da es verschiedene Bodenarten gibt, sind verschiedene ph-Werte richtgebend:

- Leichter, sandiger Boden – sie benötigen dringend festigende Beimischungen in Form von Kompost, Gründünger, Stallmist oder Lehm, der ph-Wert liegt meist zwischen 5,3 und 5,7. Dieser Boden eignet sich besonders zum Anbau von Kartoffeln und Wurzelgemüse wie Karotten, Rettich, Spargel, Rote Beet usw.

- Lehmboden – regelmäßig mit Kompost mischen, speichert Wasser und trocknet nur bedingt aus, idealer Anbauboden für fast alle Gemüsesorten

- Tonboden – sehr fester, feuchtigkeitsspeichernder Boden, zu viel Wasser schwemmt Erde und Nährstoffe weg, kann durch Humus oder Sand gelockert werden, nicht für Wurzelgemüse geeignet. Hier gedeihen vor allem Kohlrabi, Rotkohl, Bohnen, Salat und Tomaten sehr gut.

- Moor- / Humusboden – frostempfindlich, sauer mit einem ph-Wert zwischen 3,5 und 4,5. Diese Böden sind eher für Blumen und Bäume geeignet als für Obst und Gemüse.

- Kalkboden – nährstoffarm und trocken, muss mit reichlich Kompost gemischt werden. Diese Böden eignen sich vor allem zum Anbau von Erd- und Johannisbeeren, Kohl, Rüben und Zwiebel.

- Neutraler Boden hat einen ph-Wert von etwa 7. Dieser ist aber kaum zu finden. Die meisten Gärten haben einen Mischboden.

Boden auflockern

Bevor Sie die Bodenbearbeitung im Frühjahr abschließen, jäten Sie gründlich und mehrfach Unkraut. Zum Einen um Ihre Pflanzen vor „Fressfeinden“ im Kampf um Nährstoffe, Wasser und Licht zu schützen und zum Anderen um genügend Wasser und Luft an den Boden zu bringen.

Ein gutes Durchharken bringt ebenfalls Steine mit an die Oberfläche, die dann problemlos abgesammelt werden können. Lassen Sie nach dem ersten Umstechen und Durchharken den Boden für etwa eine Woche liegen – dann können die Mikroorganismen und beigemischten Zusätze ihre Wirkung entfalten. Noch einmal durchgeharkt ist Ihr Boden nun bereit für die neue Gartensaison.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Kathrin Weller.