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Bögers Experimente

Dynamos Trainer nimmt das Testspiel wörtlich. Das 3:1 gegen FK Teplice ist deshalb nicht die wichtigste Erkenntnis.

© Lutz Hentschel

Von Sven Geisler

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So hatte es sich Stefan Böger vorgestellt, zumindest fast. Das Gegentor ärgert ihn dann doch. „Ich hätte lieber zu null gespielt“, sagt der Trainer. Doch sein Ärger hält sich nach dem 3:1-Sieg gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice in Grenzen. Eine gute Vorstellung attestiert er seiner Mannschaft, wobei er genau genommen gleich zwei aufgeboten hat.

Dass es im Spiel der Schwarz-Gelben auch nach dem fast kompletten Tausch in der 63. Minute keinen Bruch gab, hebt Böger in seinem positiven Fazit besonders hervor. Schließlich ist es ein Zeichen dafür, dass die zweite Reihe auch erste Wahl sein könnte. Eine Woche vor dem Punktspielstart bei Preußen Münster heizt Böger den Konkurrenzkampf noch mal an. Dabei zeigt sich der 48-Jährige experimentierfreudig. Statt nur auf das zu setzen, was sich vor der Winterpause bewährt hat, probiert er neue Varianten aus – personell und taktisch.

Und so ist die Partie in Pirna im wahrsten Sinne des Wortes ein Testspiel. Wenn die Startaufstellung trotzdem ein Fingerzeig für die mögliche Stammelf gewesen sein sollte, konnte einer die Bewährungschance nicht nutzen. Furghill Zeldenrust fiel nur durch Fehlpässe auf und wurde als Einziger schon zur Pause ausgetauscht. Marvin Stefaniak, der für den Niederländer kam, erzielte zwei Treffer. Beim 1:0 schloss er einen nahezu perfekten Konter entschlossen ab, beim 3:0 hatte er das Glück des Tüchtigen, weil Laco Takacs den Ball erst kurz hinter der Linie klärte. Zwischendrin traf Luca Dürholtz mit einem technisch feinen Solo und einem selbstbewusst frechen Lupfer.

Aber zurück zu den Experimenten. Justin Eilers als zweite Spitze neben Sylvano Comvalius? Das mögliche Sturmduo harmonierte noch nicht perfekt, aber in Ansätzen war zu erkennen, dass Eilers mit seiner Schnelligkeit und Beweglichkeit die gegnerische Abwehr auch in zentraler Rolle beschäftigen kann. „Die anderen Mannschaften haben sich auf uns eingestellt, gerade auf Justin als Goalgetter über rechts, erklärt Böger den Versuch, der einiges verspricht. „Man hat gesehen, dass er in einigen Spielen neutralisiert worden ist. Um dem zu entgehen, wollen wir mehrere Optionen haben.“

Den freien Platz auf der Außenbahn besetzte überraschend kein anderer Offensivspieler, sondern Verteidiger Niklas Kreuzer. Der 21-Jährige zeigte Vorwärtsdrang, zog auch aus 18 Metern einfach mal ab, aber Torwart Martin Slavik konnte zur Ecke klären. Für Kreuzer spricht vor allem, dass er sich mit Nils Teixeira gut ergänzt. „Nils ist ein Offensiv-Verteidiger, das heißt, er braucht eine Absicherung im Rücken, wenn die Post nach vorn abgeht“, begründet Böger diese Variante, die noch zu optimieren sei.

Das vielleicht überraschendste Experiment aber wagt der Chefcoach im defensiven Mittelfeld. Dennis Erdmann – bisher weniger durch technische Feinheiten aufgefallen – spielte wie schon in Spanien auf der Sechser-Position. Dort ist nach dem Ausfall von Marco Hartmann und Robin Fluß die personelle Lage zwar angespannt, aber eine andere Lösung naheliegend. Jannik Müller, der an Erdmanns Stelle neben Michael Hefele ins Abwehrzentrum rückte, hatte in der Schaltzentrale auch schon sehr ordentlich gespielt. „Man muss darauf vorbereitet sein, hin- und herschieben zu müssen“, sagt Böger.

Seine Wechselspiele haben zudem einen erwünschten Nebeneffekt, nämlich dass sich keiner sicher fühlen und in einen gewohnten Trott verfallen soll. Dass er letztlich mit seinen Entscheidungen auch dem einen oder anderen wehtun muss, nimmt er mehr als billigend in Kauf. „Ich freue mich, dass wir die Qualität haben. Der Trainer kann sich etwas aussuchen, und die Spieler dürfen sich nicht hängenlassen.“ Den Schönheitsfehler, als Franz Pfanne den Ball herschenkte und Denis Lanka doch noch für Teplice traf, wertet er aber sicher nicht so.

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