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Böse Überraschung für Spielplatz-Projekt

Der Heidebogen hat jetzt für 44 Vorhaben Fördermittel bestätigt. Das Moritzburger gehört nicht dazu. Doch es gibt Hoffnung.

© perspektive.grün

Von Sven Görner

Moritzburg. Ende des vergangenen Jahres konnten bei der Gebietsgemeinschaft Dresdner Heidebogen nach mehrjähriger Pause endlich wieder Projekt zur Förderung eingereicht werden. Zu denen, die gleich den ersten Aufruf der bis 2020 laufenden neuen Förderperiode nutzten, gehörte auch die Gemeinde Moritzburg. Sie erhofft sich EU-Gelder für den Bau des Mehrgenerationenspielplatzes, der auf dem Gelände neben der früheren Mittelschule in Moritzburg entstehen soll. Die Unterlagen wurden fristgemäß eingereicht. Und wie man glaubte, wohl auch vollständig.

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Doch das erwies sich nun als Irrtum. Denn zu Wochenbeginn hat der Koordinierungskreis des Dresdner Heidebogens in einer Marathon-Sitzung 44 der 48 eingereichten Projekte bestätigt. Insgesamt werden dafür 2,8 Millionen Euro freigegeben. Das Moritzburger Spielplatzprojekt war nicht dabei.

Chance auf Förderung

„Die vier jetzt nicht bedachten Vorhaben haben alle noch eine Chance auf Förderung“, sagt Kristina Kroemke vom Heidebogen-Management. „Das Problem war, dass überall noch etwas in den Antragsunterlagen fehlte.“

Auf Nachfrage, was denn bei dem Antrag für den Mehrgenerationenspielplatz nicht in Ordnung war, sagt Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch. „Die Förderrichtlinien verlangen eine sogenannte gemeindewirtschaftliche Stellungnahme. Aus dieser muss hervorgehen, dass die Gemeinde das Geld für den Bau auch tatsächlich in ihren Haushalt eingeplant hat.“ Nach den letzten Absprachen zwischen der Gemeinde und dem Planer soll der Platz 130 000 Euro kosten. Im Haushalt war für das vergangene Jahr aber nur etwa ein Viertel der Summe geplant. Und auch Verpflichtungsermächtigungen für die gesamte Höhe fehlten. „So hätte der Antrag im Landratsamt, das die vom Koordinierungskreis ausgewählten Projekte prüft, keine Chance gehabt“, sagt der Bürgermeister.

Für April geplant

Nun soll der nächste Projektaufruf genutzt werden, um die dann hoffentlich kompletten Unterlagen einzureichen. Geplant ist dieser laut Kristina Kroemke voraussichtlich für April.

Voraussetzung dafür, dass die Unterlagen dann eingereicht werden können, istaber nicht nur, dass der Haushalt der Gemeinde bis dahin beschlossen ist, sondern auch, dass die notwendigen Gelder diesmal eingeplant sind.

Beim Verein Moritzburg Königskinder herrscht Enttäuschung über die nicht erwartete Verzögerung. Schließlich hat der Verein in den vergangenen zwei Jahren das Vorhaben mit beispiellosem Einsatz vorangetrieben. Nicht nur, dass die Planungen in Auftrag gegeben wurden, auch über 20 000 Euro Spendengelder wurden bisher eingeworben. Ein weiterer Großspender ist auch schon gefunden.

„Wir hoffen jetzt einfach, dass es nach dieser Verzögerung dann zügig weitergeht“, sagt Silvia Mehlich vom Verein. „Denn wir wollen schon, dass der Bau dieses Jahr wenigsten noch beginnt.“