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Sachsen

Doch keine Bombe in Plauen

Experten vermuteten unweit des Stadtzentrums einen Blindgänger. Gefunden wurde etwas anderes.

Blick auf die Innenstadt mit der Baustelle und dem vermuteten Fundort eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg unterhalb des Schlossberges.
Blick auf die Innenstadt mit der Baustelle und dem vermuteten Fundort eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg unterhalb des Schlossberges. © dpa/Jan Woitas

Plauen.  Früher als erwartet hat die Stadt Plauen Entwarnung gegeben: Auf zwei zentrumsnahen Baustellen wurden bei eingehenden Untersuchungen keine Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, stellten sich die verdächtigen Gegenstände als Fundamentplatten, Rohre und ähnliche Baugegenstände heraus. "Es sind keine Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg im Boden", hieß es von der Stadt.

Damit bleibt Plauen eine Evakuierung erspart. Im Falle eines Bombenfundes hätten bis zu 17.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen. Es wäre die 54. Evakuierung seit 1990 in der Stadt wegen Weltkriegsmunition gewesen.

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Am Vormittag war damit begonnen worden, den Boden auf den Arealen zweier Baustellen an mehrere verdächtige Metallgegenstände heran freizulegen. "Nach Aussagen der beteiligten Kampfmittelräumfirmen haben sich die Umstände während der Grabungsarbeiten als so günstig herausgestellt, dass bereits heute geklärt werden konnte, dass es sich nicht um Bomben handelt", teilte die Stadt mit.

Ursprünglich sollten die verdächtigen Gegenstände erst an diesem Samstag vollständig freigelegt und begutachtet werden. Die frühzeitige Entwarnung wurde in der Stadtverwaltung mit Erleichterung aufgenommen. "Für alle Beteiligten eine sehr positive Information", sagte Einsatzleiterin Anja Ullmann. Alle seien sehr froh, dass die große Evakuierungsaktion der Stadt erspart geblieben sei.

Mögliches Sperrgebiet wäre groß gewesen

Im Falle eines Bombenfundes hätte ein Gebiet mit einem Radius von einem Kilometer rund um die Fundstelle evakuiert werden müssen. Erst danach hätte der Kampfmittelbeseitigungsdienst einen Blindgänger entschärfen können.

Das mögliche Sperrgebiet hätte neben Wohnungen, Geschäften, Gaststätten und Tagespflegeeinrichtungen auch eine Seniorenresidenz mit 41 und ein Altenpflegeheim mit 73 Bewohnern betroffen. Außerdem hätten 135 Menschen aus sechs betreuten Wohngruppen ihre Häuser verlassen müssen. Zwei Hallen waren als Notunterkünfte festgelegt worden.

Außer den Einsatzkräften der Polizei waren für die Evakuierungsmaßnahmen rund 300 Helfer von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadt eingeplant. Die Polizei wollte die Aktion mit einem Hubschrauber überwachen. Die Bahn hatte die Einstellung des Zugverkehrs rund um den Bahnhof Mitte in Plauen angekündigt. All dies entfällt nun.

Zuletzt hatten in Chemnitz und Leipzig ebenfalls verdächtige Gegenstände einen Bombenverdacht ausgelöst. Auch dort waren ungefährliche Gegenstände gefunden worden und vorbereitete Evakuierungen abgesagt worden. (dpa)

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