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„Bomber Harris“ an der Frauenkirche

In weißen Buchstaben sprühten Unbekannte am Wochenende eine krude Anspielung auf die Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg an die Fassade der Kirche.

© Youssef Safwan

Dresden. Ausgerechnet der historische Sandstein der Dresdner Frauenkirche ist am Wochenende mit weißer Farbe verunstaltet worden. Unbekannte sprühten einen fünf Meter langen und zwei Meter hohen Schriftzug an das Gotteshaus, teilte die Polizei am Montag mit. Die Täter beschmierten die Nord-Fassade zwischen den Eingängen F und G in der Nacht zum Sonntag mit den Worten „Bomber Harris was here“ – zu Deutsch: Bomber Harris war hier. Dabei handelt es sich um den Spitznamen von Arthur Harris, der im Zweiten Weltkrieg Oberbefehlshaber der britischen Royal Air Force war. Unter seiner Führung wurde im Februar 1945 auch Dresden bombardiert. In der Folge stürzte die Frauenkirche größtenteils ein.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ersten Schätzungen zufolge haben die Graffiti-Sprayer einen Schaden von rund 1 000 Euro verursacht. Die Farbe landete nicht auf neuem, sondern historischem Sandstein. Dies könne die Entfernung der Farbe eventuell erschweren, sagt Grit Jandura, Sprecherin der Stiftung Frauenkirche. Die Steine seien 300 Jahre alt. Ihre inzwischen schwarz verfärbte Oberfläche wurde beim Wiederaufbau aus denkmalpflegerischen Erwägungen nur restauratorisch behandelt. Knapp die Hälfte der beim Wiederaufbau verwendeten Steine gehörten zur alten Kirche.

Inzwischen ist der Schriftzug abgedeckt worden. Ein Steinexperte wurde mit der Entfernung beauftragt. Die Arbeiten sollen in Kürze beginnen, so Jandura. Wie lange es dauern wird, bis der Sandstein wieder wie vorher aussieht, könne erst nach einer fachmännischen Prüfung gesagt werden. Dann stünde auch fest, wie teuer das Ganze genau wird.

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Die Kripo sucht nun Zeugen der strafbaren Kunstaktion. Hinweise nimmt die Polizei entgegen unter 0351 4832233 entgegen. Die Stiftung Frauenkirche hat eigenen Angaben zufolge bereits Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Das Gotteshaus war von 1996 bis 2005 wieder aufgebaut worden. (SZ/sr)

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Polizeibericht vom 9. Oktober

Einbruch in Krankenhaus

08.10.2017, 11.20 Uhr der Polizei bekannt / Dresden-Friedrichstadt

Am vergangenen Wochenende verschafften sich Einbrecher Zugang zu einem Büro des Krankenhauses Friedrichstadt an der Friedrichstraße und stahlen daraus 30 Euro Bargeld gestohlen.

Toyota gestohlen

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Autodiebe haben einen weißen Toyota Yaris gestohlen. Der Zeitwert des wenige Monate alten Wagens beträgt etwa 16700 Euro.

Einbruch in Straßenbahn

07.10.2017, 23.00 Uhr bis 08.10.2017, 15.00 Uhr / Dresden-Pieschen

Unbekannte sind in eine Straßenbahn auf dem Betriebshof der DVB AG an der Trachenberger Straße eingebrochen. In der Bahn hebelten sie einen Fahrkartenautomaten auf und stahlen aus diesem die Geldkassette. Wie viel Geld sich in der Kassette befand, ist nicht bekannt. Der entstandene Sachschaden beträgt etwa 10000 Euro.

Trickbetrüger scheiterten

Am vergangenen Wochenende meldete sich ein Unbekannter per Telefon bei einer 81-jährigen Johannstädterin und teilte ihr mit, dass sie 49500 Euro gewonnen habe. Um das Geld zu bekommen, müsse sie jedoch 700 Euro bezahlen. Der Frau fiel nicht auf den Schwindel herein, beendete das Gespräch und verständigte die Polizei.

31-Jähriger beraubt

08.10.2017, 03.10 Uhr / Dresden-Wilsdruffer Vorstadt

In der Nacht zum Sonntag ist ein 31-jähriger Inder von einem Unbekannten beraubt worden. Der Mann befand sich auf der Jahnstraße, als er von dem Unbekannten zu Boden gerissen und geschlagen wurde.

In der Folge entriss ihm der Täter das Handy und flüchtete in unbekannte Richtung. Alarmierte Polizeibeamte suchten die Umgebung nach dem Räuber ab, konnten diesen aber nicht mehr ausfindig machen. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Mann leicht verletzt - Tatverdächtige gestellt

07.10.2017, 20.00 Uhr / Dresden-Äußere Neustadt

Nach einer Auseinandersetzung an der Alaunstraße zwischen drei Libyern konnte die Dresdner Polizei zwei Tatverdächtige stellen. Bei der Gelegenheit konnte das Duo auch gleich seine mitgeführten Drogen abgeben.

Ein 37-jähriger Libyer hatte am Samstagabend eine Streife an der Alaunstraße angesprochen. Er gab an, dass ihn kurz zuvor zwei Landsmänner bei einer Auseinandersetzung verletzt hätten und dass sich die beiden Männer noch in der Nähe aufhalten würden.

Die Beamten suchten daraufhin mit dem Geschädigten die Umgebung ab und konnten die Gesuchten in Höhe der Katharinenstraße ausmachen. Als das Duo die Beamten bemerkten, versuchte es noch sich eines Rucksackes und eines Messers zu entledigten. Die Polizisten stellten beides sicher und nahmen die Männer im Alter von 23 und 31 Jahren fest.

Der 37-Jährige hatte leichte Verletzungen am Arm erlitten und musste ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Bei der weiteren Überprüfung stellten die Beamten bei dem 31-Jährigen ein Cliptütchen Marihuana sowie ein Stück Haschisch fest. Im Rucksack befanden sich weitere Betäubungsmittel. Insgesamt wurden rund 50 Gramm Cannabisprodukte sichergestellt.

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der genaue Tatablauf muss im Zuge der Ermittlungen noch geklärt werden. (szo)

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