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Mein Meißen

Borkenkäfer im Anmarsch

Auch der Meißener Stadtwald leidet unter den Unbilden der Natur – zeitweilige Sperrungen sind geplant.

© PR: Claudia Hübschmann

Meißen. Im Stadtwald Meißen werden voraussichtlich ab 2. September Waldpflegemaßnahmen durchgeführt, die die Ernte von circa 1.000 Kubikmetern Holz zum Ziel haben. Das teilte die Stadtverwaltung jetzt mit.

Grund dafür ist die derzeitig alarmierende Bedrohung der Wälder durch Sturm, Trockenheit und Insekten, welche auch den Stadtwald Meißen nicht verschont. Zwischen Hoher Eifer und Fichtenschlag wurde ein 120-jähriger Fichtenbestand vom Buchdrucker – auch Großer achtzähniger Fichtenborkenkäfer –, der gefährlichsten Fichtenborkenkäferart, befallen.

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Die Bäume sind durch die langanhaltende Trockenheit geschwächt und können den Befall der circa fünf Milimeter großen Käfer nicht mit ausreichend Harzfluss abwehren. Der betroffene Bestand ist in den vergangenen Monaten abgestorben. Zunächst verloren die Bäume die grünen Nadeln, dann fiel die Rinde ab. Unter der Rinde sind die Fraßgänge des Buchdruckers erkennbar.

„Da die Waldpflegemaßnahmen an den steilen, nördlich geneigten Hängen des Triebischtals stattfinden, wird ein Spezial-Gebirgsharvester als Holzerntemaschine eingesetzt.“ Dieser fährt nur auf sogenannten Rückegassen, die vor den Maßnahmen durch den örtlichen Revierförster deutlich markiert werden.

Der Harvester fällt und entastet die Bäume entlang der Rückegasse und schneidet sie in verschiedene Längen. Danach legt er das Holz beidseits der Rückegasse ab. Somit gelingt es, die Belastungen für den Waldboden durch zu starke Befahrung gering zu halten.

Das Holz wird im Anschluss von einem Rücketragschlepper (Forwarder) hangabwärts transportiert und nach Sortimenten getrennt entlang des Fichtenschlages und Kirchsteiges gelagert. Nachdem der Revierförster die angefallene Holzmenge erfasst hat, kann das Fichtenholz über den Kirchsteig abtransportiert werden.

Die Maßnahmen sind notwendig, da trockene und abgestorbene Bäume eine Gefahr für die vielen Besucher des beliebten Triebischtals darstellen: Äste können spontan herunterfallen und Besucher verletzten oder umstürzende Bäume die Wanderwege versperren. „Darüber hinaus ist es ein Ziel, auf dieser Fläche einen stabilen, dem sich ändernden Klima angepassten Waldbestand zu schaffen. Künftig sollen hier keine Fichten mehr wachsen, sondern es werden Eichen und Hainbuchen gepflanzt.“

Während der Waldpflegemaßnahmen kann es für die Besucher zu Einschränkungen kommen: Wege werden zeitweise gesperrt, Forstmaschinen können auch kurzzeitig einen Weg blockieren. Weiterhin kann es durch die Waldarbeiten zu einer ungewohnten Verschmutzung und Belastung der Wege kommen.

Die Stadt Meißen bittet die Besucher und Anwohner dafür um Verständnis und weist darauf hin, die durch Warnschilder markierten Sicherheitsabsperrungen zu beachten. Ziel ist es, zügig und sicher die befallenen und abgestorbenen Bäume abzutransportieren, um den Wald wieder für Besucher zugänglich zu machen. Im Nachgang der Maßnahmen werden die benutzten Wege gereinigt und ausgebessert.

Den angekündigten Waldpflegemaßnahmen ging eine intensive Abstimmung zwischen der Stadt Meißen, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Meißen sowie des Staatsbetriebes Sachsenforst voraus. (SZ)