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Politik

Botschafter tritt nach Trump-Kritik zurück

Der US-Präsident hatte den britischen Diplomat in den USA als "dummen Kerl" beschimpft. Trotz Unterstützung aus London wirft Kim Darroch nun hin.

Im Streit um durchgestochene Botschaftsdepechen hat der britische Botschafter Kim Darroch jetzt sein Amt niedergelegt. © Niall Carson/PA Wire/dpa

London. Der britische Botschafter in den USA, Kim Darroch, hat nach heftigen persönlichen Attacken durch US-Präsident Donald Trump sein Amt niedergelegt. Das teilte das Außenministerium in London am Mittwoch mit. "Die derzeitige Situation macht es mir unmöglich, meine Rolle so auszufüllen, wie ich es gerne würde", schrieb Darroch in seinem Rücktrittsgesuch.

Vorausgegangen war ein Streit zwischen London und Washington über durchgesickerte Botschafterdepeschen. US-Präsident Donald Trump hatte den Diplomaten wegen dessen kritischer Einschätzung zu seiner Regierung auf Twitter unter anderem als "dummen Kerl" und "aufgeblasenen Deppen" bezeichnet.

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Premierministerin Theresa May erklärte, sprach von einem "Anlass für großes Bedauern". Das gesamte Kabinett habe Darroch das volle Vertrauen ausgesprochen. Außenminister Jeremy Hunt teilte mit, er sei "zutiefst betrübt" über den Rücktritt.

Kritik wurde an Boris Johnson laut. Der Ex-Außenminister und Favorit für die Nachfolge Mays wollte sich in einem TV-Duell am Dienstag nicht darauf festlegen, den Botschafter trotz der Trump-Kritik im Amt zu belassen. Medien spekulierten, Johnsons Äußerung könnte den Ausschlag für die Entscheidung des Botschafters gegeben haben. Außen-Staatssekretär Alan Duncan warf Johnson vor, er habe Darroch fallenlassen. Hunt, der im Rennen um die May-Nachfolge gegen Johnson antritt, hatte Trumps Äußerungen hingegen auf Twitter als "respektlos und falsch" verurteilt und angekündigt, den Botschafter nicht vorzeitig abzuberufen, sollte er Premierminister werden.

Die britische Zeitung "Mail on Sunday" hatte am Wochenende aus vertraulichen Memos des Botschafters zitiert. Darin wird die Regierung Trump als "unfähig" bezeichnet. Der Präsident strahle Unsicherheit aus und agiere ungeschickt, schrieb Darroch demnach. Die Einschätzungen stammen den Angaben zufolge aus dem Zeitraum von 2017 bis in die Gegenwart.

Trump reagierte mit scharfen Twitter-Tiraden. Unter anderem kündigte er darin an, nicht mehr mit dem britischen Diplomaten zusammenzuarbeiten. Darroch wurde zudem von einem Staatsbankett ausgeladen. Die Teilnahme an einem Treffen zwischen Trump-Tochter Ivanka und dem britischen Handelsminister Liam Fox sagte er daraufhin von sich aus ab.

Trump attackierte auch Regierungschefin May und ihren Brexit-Kurs heftig: "Ich habe Theresa May gesagt, wie sie den Deal machen soll, aber sie hat ihren eigenen dummen Weg gewählt - hat es nicht hinbekommen. Ein Desaster!" Zuvor hatte Trump schon frohlockt, es gebe da eine "wundervolle Nachricht": Bald werde Großbritannien einen neuen Premierminister haben.

Unterdessen lief die Suche nach einer undichten Stelle innerhalb der britischen Regierung auf Hochtouren. Der britische Vizeregierungschef David Lidington sagte, er hoffe, dass der Verantwortliche für die Weitergabe der vertraulichen Depeschen mit "allen angemessenen disziplinarischen und falls notwendig rechtlichen Sanktionen" belegt wird. (dpa)