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Brand im Bürgergarten

Die Polizei hat schon einen Verdächtigen. Der hat offenbar schon ein anderes Haus in Riesa angezündet.

© Feuerwehr Riesa

Riesa. Mittwoch – der Tag nach dem Brand: Die Fenster im oberen Stockwerk der Pension Zum Bürgergarten sind geöffnet, der Ruß an der Hauswand zeugt vom Feuer der letzten Nacht. Ein Zimmer über dem Festsaal der Gaststätte ist nach Angaben der Feuerwehr komplett ausgebrannt. „Als wir gegen halb drei ankamen, war der Brand schon weit vorangeschritten“, erklärt Dieter Böcke von der Feuerwehr-Hauptstelle Riesa.

Das Feuer breitete sich auf der ganzen Etage aus. Damit die Flammen nicht auch noch auf das Dach übergriffen, mussten die Einsatzkräfte die Decke durchbrechen. Um 2.50 Uhr war das Feuer schließlich gelöscht. Der Brand in dem Gebäude gegenüber des Ernst-Grube-Stadions muss also mindestens eine halbe Stunde lang gewütet haben. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr aber niemand. Verantwortlich für dieses Desaster ist offenbar ein Gast der Pension, der zuvor noch in Untersuchungshaft gesessen haben soll.

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„Ich dachte, es ist ein Monteur.“

Gegen den 50-Jährigen ermittelt die Polizei nun wegen schwerer Brandstiftung. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Als Feuerwehr und Polizei am Bürgergarten eintrafen, war der Mann verschwunden. Inzwischen wurde er aber gefasst. Nach ärztlicher Betreuung soll er nun vernehmungsfähig sein. Nach SZ-Informationen wurde gegen den Mann auch schon wegen anderer Delikte ermittelt: Diebstahl, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – und auch wegen Brandstiftung. So soll er für das Feuer in der Wohnung seiner eigenen Mutter an der Wismarer Straße im Sommer 2015 verantwortlich sein. Nach Angaben der Nachbarn war das Verhältnis zwischen Sohn und Mutter von Streit geprägt. Die Seniorin überlebte das Feuer damals knapp, weil ein Passant schnell Hilfe geholt hatte. Sie kam schwer verletzt in eine Leipziger Spezialklinik. Ihr Retter wurde später mit dem „Lebensrettungs-Ehrenzeichen für Rettung aus Gefahr“ des Freistaates Sachsen ausgezeichnet. Auch die sechs abgefackelten Autos, die im August vergangenen Jahres im Stadtzentrum angezündet wurden, sollen auf das Konto des 50-Jährigen gehen. Laut Staatsanwaltschaft Dresden ist noch ein Verfahren gegen den Mann anhängig.

Aus dem Polizeibericht vom Mittwoch

Gartenlauben aufgebrochen

Radeburg. In der Nacht zum Dienstag brachen Unbekannte in zwölf Gartenlauben eines Kleingartenvereins an der Schulstraße ein. Aus den Lauben wurden Werkzeuge, Gartengeräte und Unterhaltungstechnik im Wert von mindestens 9000 Euro gestohlen. Der entstandene Sachschaden beträgt etwa 1500 Euro.

Auffahrunfall

Radebeul. Ein Leichtverletzter und etwa 6000 Euro Sachschaden sind das Ergebnis eines Auffahrunfalls, der sich am Dienstagnachmittag auf der Meißner Straße ereignet hatte. Die 41 Jahre alte Fahrerin eines VW Touran war in Richtung Kapellenweg unterwegs. An der Kreuzung zur Meißner Straße fuhr sie auf ein verkehrsbedingt haltendes Motorrad auf. Der 51-jährige Motorradfahrer wurde leicht verletzt.

Einbruch in Schloss

Schönfeld. In der vergangenen Nacht brachen Unbekannte in das Schloss an der Straße der Jugend ein. Nach einem ersten Überblick zerstörten die Täter im Inneren mehrere Türen und Treppengeländer. Die Höhe des Schadens ist derzeit nicht bekannt.

Die Polizei fragt: Wer hat Beobachtungen im Zusammenhang mit dieser Straftat gemacht? Hinweise nehmen die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer 03514832233 oder das Polizeirevier Großenhain entgegen.

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Bürgergarten-Chefin Katrin Neubauer sitzt der Schreck noch immer in den Gliedern. Nachbarn hätten sie in der Nacht rausgeklingelt und so auf das Feuer aufmerksam gemacht. „Die Nachbarn haben auch die Feuerwehr gerufen“, berichtet Neubauer. Und der eigentümliche Gast? Der sei erst am Dienstag angekommen. Ein schlechtes Gefühl habe sie bei seiner Ankunft nicht gehabt. „Ich dachte, er sei ein einfacher Monteur“, so die Wirtin. So schnell es geht, wolle sie die Pension wieder herrichten. „Wir machen auf jeden Fall weiter“, sagt Katrin Neubauer entschlossen. Schließlich hat der Bürgergarten eine lange Tradition. Laut Internetseite gibt es die Gaststätte bereits seit mehr als 100 Jahren. Seit 1997 betreibt die Familie Neubauer den Bürgergarten. Gisela Neubauer und Tochter Katrin haben seit 2011 das Sagen.

Sauerkraut und Klöße

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Nach der Brandstiftung in der Pension Bürgergarten vor knapp drei Wochen ist nun eine Firma vor Ort, die die Schäden beseitigt.

Bereits am Tag nach dem Brand ging der Betrieb in der Gaststätte, die von dem Feuer nicht beschädigt wurde, weiter: Während die Brandermittler noch die Spuren sicherten, war die Küche mit den Vorbereitungen für den Mittagstisch beschäftigt: Minihaxe, Sauerkraut und Klöße standen am Mittwoch auf der Tageskarte.