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Brand in der Gefängnistischlerei

Bei Bauarbeiten bricht ein Feuer aus. Ein Großaufgebot der Ortswehren rückt an. Die Polizei ermittelt die genaue Ursache.

© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak

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Waldheim. Brandgeruch liegt über dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldheim. In dem Gefängnis ist am Dienstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. „Um 10.50 Uhr wurde Anstaltsalarm ausgelöst“, sagte JVA-Sprecherin Michaela Tiepner am Mittag auf Nachfrage des Döbelner Anzeigers. Gebrannt hat es in der anstaltseigenen Tischlerei. „Ausgelöst wurde der Brand vermutlich bei Flexarbeiten in der Lackiererei. Dort bringt eine externe Firma derzeit eine neue Vorrichtung zum Aufhängen der zu lackierenden Teile an“, sagte sie. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers befanden sich vier Justizvollzugsbeamte und 24 Gefangene im Untergeschoss der Tischlerei. Sie hätten sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen können, so Michaela Tiepner. „Bevor der Anstaltsalarm ausgelöst wurde, löste bereits automatisch der Betriebsalarm aus, sodass die Gefangenen und die Kollegen die Räume zügig verlassen konnten“, erklärte sie. Folge des Anstaltsalarms: Sämtliche Gefangenen wurden in ihren Zellen im Hafthaus eingeschlossen.

Die Löschwasserversorgung erfolgte über Hydranten.
Die Löschwasserversorgung erfolgte über Hydranten. © JVA

Zum Einsatz seien zehn Fahrzeuge der Waldheimer Ortswehren sowie aus Hartha gerufen worden, so Tiepner. Waldheims Ordnungsamtsleiterin Mandy Thümer konkretisierte: „37 Kameraden folgten der Alarmierung, 13 sind vor Ort im Einsatz.“ Involviert waren die Wehren aus Waldheim, Massanei, Reinsdorf und Richzenhain. Der Brand sei beim Eintreffen der Feuerwehr bereits „entwickelt und auf einen Raum beschränkt“ gewesen. Es habe eine starke Rauchentwicklung im gesamten Gebäude gegeben. „Der Löschangriff war zeitnah erfolgreich. Es gab keine Flächenausdehnung“, so Thümer. Nach der Brandbekämpfung übernahmen die Feuerwehrleute das Entlüften der Räume vom Erdgeschoss bis ins zweite Obergeschoss. „Zudem führten sie eine Nachprüfung zu eventuellen Glutnestern mittels Wärmebildkamera durch“, ergänzte sie. Die Hydrantenzahl auf dem Gelände sei ausreichend gewesen. „In unmittelbarer Nähe, etwa 25 Meter vom Gebäude entfernt, befindet sich ein Hydrant“, so Thümer.

JVA-Sprecherin Michaela Tiepner sagte, dass das Einlassen sämtlicher Rettungsfahrzeuge in der Kfz-Schleuse über die Zufahrt An der Schloßmauer problemlos und zügig geklappt habe. Dabei musste das Personal darauf achten, dass kein Gefangener aus der JVA entwischt – was durch das Einschließen der Häftlinge theoretisch ohnehin ausgeschlossen sein sollte – und sich gleichzeitig auch niemand Unbefugtes Zutritt zum Areal verschafft. Beim Verlassen des Geländes hätten sowohl die Kameraden als auch die Justizbediensteten die Fahrzeuge im Schleusenbereich noch einmal intensiv kontrolliert, schilderte Ordnungsamtsleiterin Mandy Thümer.

Zur Höhe des Sachschadens konnte JVA-Sprecherin Michaela Tiepner bis zum Redaktionsschluss keine Angaben machen. Bereits am Mittag sagte sie, es müssten zunächst Untersuchungen in der Tischlerei erfolgen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Teile der Lüftungsanlage in der Lackiererei beziehungsweise in der gesamten Tischlerei infolge der Rauchentwicklung und des Feuers beschädigt wurden.

Die Chemnitzer Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. „Auch wenn diese noch nicht abgeschlossen sind, so ist gegenwärtig nicht davon auszugehen, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. Geprüft wird demzufolge, ob fahrlässige Brandstiftung oder ein technischer Defekt an der Lüftungsanlage ursächlich waren“, so Sprecher Andrzej Rydzik.