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Brandanschlag aufs Ottendorfer Rathaus

Unbekannte zündeten Donnerstagabend die Rathaustür an. Der Schaden ist gering, der Schock aber groß.

Von Marleen Hollenbach und Jens Fritzsche

Den möglichen Knall am späten Donnerstagabend kann Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) nicht gehört haben. Für ein paar Tage hatte er die Großgemeinde verlassen. Als sein Handy klingelte, ahnte er nichts Schlimmes. Doch was er dann zu hören bekam, konnte der Bürgermeister gar nicht richtig glauben. Unbekannte hatten am Donnerstag gegen 22 Uhr auf das Rathaus in Ottendorf-Okrilla einen Brandanschlag verübt. In der Dunkelheit schlichen sie an den Haupteingang des Gebäudes an der Radeburger Straße heran, verschütteten vor der Tür Benzin. Dann zündeten die Brandstifter den Kraftstoff an.

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Von einem Brandanschlag will die zuständige Polizei aber nicht sprechen. „Davon sind wir wirklich sehr, sehr weit entfernt“, sagt Polizeisprecher Thomas Knaup. Und fügt an: „Zum Glück!“ Der oder die Unbekannten haben – so die bisherige Rekonstruktion durch die Ermittler – versucht, mit einer brennbaren Flüssigkeit die Rathaustür anzuzünden, haben auch eine gut zwei Meter lange Spur gelegt, von der aus sie die Tür dann entzündet hatten. „Aber da die Tür eine gewisse Schutzklasse hatte, ist es zwar zu Verrußungen gekommen, aber der Schaden hält sich in überschaubaren Grenzen“, so Thomas Knaup. Die neue Rathaustür hatte die Gemeinde Ottendorf-Okrilla erst einbauen lassen. Zuvor befand sich an dieser Stelle eine alte Holztür. „Der Tausch der Türen war nicht unumstritten, aber genau das scheint uns jetzt geholfen zu haben“, erklärt Ottendorfs Bürgermeister. Auf etwa 200 Euro schätzt die Polizei den entstandenen Sachschaden. „Und natürlich ermitteln wir und hoffen auch auf Zeugen, die uns etwas Näheres sagen können“, stellt der Polizeisprecher klar.

Die Ottendorfer Feuerwehr, die an den Brandort gerufen worden war, hatte letztlich gar nicht eingreifen müssen. Denn offenbar waren die Flammen schon von allein wieder ausgegangen, nachdem der oder die Täter verschwunden waren.

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Auch wenn der Vorfall glimpflich verlaufen ist: Der Schock sitzt tief. „So etwas ist einfach nur traurig und regt natürlich auch zum Nachdenken an“, sagt Bürgermeister Michael Langwald betroffen. Der Anschlag würde auch ein schlechtes Licht auf die Gemeinde werfen. „Die Frage ist ja auch, was da noch kommen soll“, sagt Michael Langwald. Die Angst vor weiteren Anschlägen ist groß. Und auch die Unsicherheit, gerade weil das Motiv der Täter völlig unklar ist. Große Hoffnung setzen die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung jetzt in die Ermittlungsarbeit der Polizei.

Zeugen melden sich bitte bei der Polizeidirektion in Görlitz: 03581-468224