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Brandserie verunsichert Triebischtal

Am Wochenende musste die Feuerwehr schon wieder zum Walkhoff-Platz ausrücken. Die Hintergründe sind unklar.

© Roland Halkasch

Von Tobias Hoeflich

Meißen. An Sirenengeheul sind die Anwohner des Wilhelm-Walkhoff-Platzes inzwischen gewöhnt. Sonntagnacht war es wieder so weit: Ein Schuppen auf einem einstigen Industriegelände stand in Flammen. Laut der Feuerwehr, die gegen 22.30 Uhr anrückte, brannte abgelagerter Unrat im Inneren des alten Werkstattgebäudes. Erst weit nach Mitternacht konnten die Einsatzkräfte den Ort wieder verlassen.

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Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Entsprechend besorgt sind viele Meißner. „Das ist doch nicht mehr normal“, schreibt etwa Jens Klement auf der Facebookpräsenz der Feuerwehren im Landkreis Meißen. Und Philipp Seibt stellt fest: „Brennt bisschen oft in letzter Zeit, finde ich... das fünfte Mal innerhalb kurzer Zeit.“

Am selben Wochenende geriet auch an der Ossietzkystraße, also unweit des Wilhelm-Walkhoff-Platzes, eine leerstehende Wohnung in Brand – auf Höhe der Straße An der hohen Eifer. „Das Feuer, welches sich nur auf den Korridor der Wohnung ausdehnte, konnte durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr schnell gelöscht und ein Übergreifen auf andere Wohneinheiten verhindert werden“, heißt es im Polizeibericht. Zwölf Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Angaben zur Höhe des Schadens liegen nicht vor. „Nach Beendigung der Löscharbeiten konnten die Hausbewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.“

Absichtlich gelegt?

In beiden Fällen liegt nahe, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Wie Polizeisprecher Marko Laske mitteilt, wird wegen Brandstiftung ermittelt. Tatverdächtige wurden bislang noch nicht gefasst. Ob es zwischen den beiden Bränden vom Wochenende eine Verbindung gibt? Laske hält sich bedeckt, sagt nur: „Im Rahmen der Ermittlungen werden mögliche Zusammenhänge obligatorisch geprüft.“

Auch am ersten Märzwochenende mussten Feuerwehr und Polizei ins Triebischtal ausrücken, als in den Morgenstunden ein Dachstuhl auf der Wittigstraße brannte. Als der betroffene Altbau und die beiden Nachbarhäuser evakuiert wurden, mussten etwa 60 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Dank eines Hundes, der seine Herrchen vor den Flammen weckte, war die Feuerwehr schon kurz nach Ausbruch des Feuers vor Ort. Wenige Stunden zuvor hatte es im selben Haus gebrannt: Am Montag verkündete die Polizei dann, zwei Tatverdächtige im Alter von 17 und 35 festgenommen zu haben. „Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Zur Motivlage liegen noch keine Erkenntnisse vor“, sagt der Polizeisprecher.

Kameraden im Dauerstress

Binnen weniger Wochen hat es damit verdächtig viele Brände in Meißen gegeben – vor allem rund um den Wilhelm-Walkhoff-Platz und stets mit Verdacht auf Brandstiftung. Warum gerade hier so oft Flammen lodern, lässt Marko Laske unkommentiert. „Über die Ursachen könnte ich bis dato lediglich spekulieren, was ich nicht tue. Ob man von einem Schwerpunkt sprechen kann, lasse ich an dieser Stelle offen.“

Dass das Triebischtal derzeit ein Einsatzschwerpunkt ist, hat auch Wehrleiter Frank Fischer bemerkt. „Es ist schon häufig in letzter Zeit. Woran es liegt, kann ich nicht sagen.“ Klar ist dagegen, dass die vielen Einsätze der letzten Wochen an die Substanz gehen. „Wenn die Kameraden wie Sonntag bis nach Mitternacht draußen sind, dann ist das hart. Die müssen alle früh wieder auf Arbeit“, sagt Fischer. Er hofft, dass die Polizei die Brandstifter ausfindig machen kann und so rund um den Wilhelm-Walkhoff-Platz wieder Normalität einzieht. „Das wäre gut, wenn dort mal wieder Ruhe ist. Das würde auch unsere Kameraden freuen, denn die Einsätze zehren an den Kräften.“

Zeugen im Zusammenhang mit dem Schuppenbrand melden sich bei der Polizei unter der Rufnummer 0351 4832233.

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