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Deutschland & Welt

Brasilien verbietet Feuer für 60 Tage

Bauern in Brasilien stecken abgeholzte Flächen in Brand, um neues Ackerland zu erschließen. Wegen der riesigen Feuer darf nun nicht mehr gezündelt werden.

Farmer in Brasilien stecken  bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Wegen der Trockenzeit greifen die Feuer aber auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über.
Farmer in Brasilien stecken bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Wegen der Trockenzeit greifen die Feuer aber auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über. © Xinhua/NOTIMEX/dpa

Brasília. Angesichts der verheerenden Waldbrände in Brasilien hat die Regierung das Abbrennen von Flächen während der Trockenzeit verboten. Für einen Zeitraum von 60 Tagen dürfen ab Donnerstag keine Feuer mehr gelegt werden, um beispielsweise Weide- und Ackerflächen auf abgeholzten Flächen zu erschließen, heißt es in einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret.

Ausnahmen von der Verfügung gibt es allerdings für indigene Gemeinden, die Ackerbau zur Selbstversorgung betreiben, und für Brände, die von den zuständigen Umweltbehörden zwecks Brandverhütung, Brandbekämpfung oder Pflanzengesundheit genehmigt wurden.

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In Brasilien wüten derzeit die schwersten Brände seit Jahren. Seit Anfang des Jahres wurden in dem südamerikanischen Land fast 85 000 Feuer registriert - 75 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Etwa die Hälfte der Brände gab es in der Amazonasregion, ein Drittel in der Cerrado-Savanne im Südosten von Brasilien. In den neun Bundesstaaten des Amazonasgebiets verdoppelte sich die Zahl der Brände im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar.

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Soldaten unterstützen Löscharbeiten

Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Wegen der Trockenzeit greifen die Feuer aber auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über. Kritiker werfen dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer zu immer mehr Brandrodungen ermutigt fühlen.

Bolsonaro sieht im Amazonasregenwald vor allem ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und will mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. Wegen seiner Umweltpolitik war er zuletzt international in die Kritik geraten. Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen CO2 binden kann, hat er auch für das Weltklima eine große Bedeutung.

Mehrere europäische Länder wollen bei der Ratifizierung des neuen Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur nun auf die Bremse treten. Gleichzeitig boten die G7-Staaten Brasilien aber auch Hilfe bei den Löscharbeiten und der Wiederaufforstung an. Bolsonaro wiederum verbat sich die Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes und pochte auf die Souveränität Brasiliens.

Angesichts des internationalen Druck genehmigte er allerdings den Einsatz des Militärs im Inneren. Tausende Soldaten unterstützen mittlerweile die Löscharbeiten im Amazonasgebiet und verfolgen Brandstifter. "Die Bilanz ist positiv. Wir können feststellen, dass die Zahl der Brände deutlich zurückgegangen ist", sagte Vizeadmiral Ralph Dias da Silveira. (dpa)