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Brauereihof wird Oldtimer-Rundkurs

Am Sonnabend gibt es für Fans historischer Fahrzeuge in Radeberg viel zu sehen.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Das frisch gekühlte Six-Pack Radeberger dürfen die „tollkühnen Fahrer“ in ihren historischen Karossen natürlich erst am Ziel, im nahen Dresden trinken. „Wir kühlen unser Pilsner so, dass es dann gut 20 Minuten später die perfekte Trinktemperatur hat“, verrät Radebergs Brauereisprecherin Jana Kreuziger. Denn am Sonnabend ab 15 Uhr wird der Brauereihof in Radeberg zur letzten Zeitkontrolle der wohl ungewöhnlichsten Rallye des Landes werden; bevor die Autos dann an der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden über die Ziellinie rollen.

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Die Oldtimer-Rallye „Sachsen-Classic“ macht sich von Donnerstag bis Sonnabend auf einen Rundkurs durch den Freistaat – und über 190 Oldtimer werden dann zum bereits 15. Mal für jede Menge Staunen und Begeisterung am Straßenrand sorgen. Und bei der Zeitnahme auf dem Brauereihof in Radeberg gibt’s dann als kleines Präsent der Radeberger Brauer besagtes Six-Pack mit auf den kurzen Weg nach Dresden. „Aber während der Fahrt darf natürlich auch in Oldtimern nicht getrunken werden“, unterstreicht die Brauereisprecherin.

Radeberger Auto-Historie

Und natürlich rollt bei der Rallye auch ein gewaltiges Stück sächsischer Automobil-Geschichte mit im Tross. Am Donnerstag, Punkt 12.01 Uhr startet der erste Oldtimer – ein in Zwickau hergestellter Horch 8 Typ 750B Pullman aus dem Jahr 1933 – vom Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau. Und es folgen eine Menge weiterer sächsischer Fahrzeuge. Was passt da also besser, als in den Tourplan auch einen Abstecher nach Radeberg einzubauen? Hier wird bekanntlich nicht „nur“ legendäres Pilsner gebraut, sondern hier stand auch die nicht minder legendäre Wiege des deutschen Automobil-Karosseriebaus. Dort, wo heute der moderne Edeka-Markt Scheller seinen Platz hat, an der Kreuzung zwischen Pulsnitzer- und Oberstraße, hatte einst Emil Heuer seine Kutschen-Werkstatt. Gemeinsam mit Heinrich Gläser aus Dresden entwickelte und baute er hier dann die ersten Karosserien für die deutschen Autos. Die erste Mercedes-Karosserie beispielsweise kommt aus Radeberg …

Und bis zur Wende wurden hier in Radeberg ja bekanntermaßen auch die Kombi-Versionen unter anderem des Wartburg gebaut; und noch heute gehört das hiesige Karosseriewerk zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Bierstadt.

Aber natürlich hat auch das Radeberger Pilsner eine enge Beziehung zum Thema Automobil-Bau; denn der Fuhrpark der Radeberger Exportbierbrauerei war stets auf der Höhe der Zeit. „Und noch heute haben wir ja etliche aufgearbeitete historische Lieferfahrzeuge, mit denen wir bei zahlreichen Festen präsent sind“, macht Brauereisprecherin Jana Kreuziger klar, dass sich die Brauerei auch diesem Erbe durchaus verpflichtet fühlt.

Damit am Sonnabend alles reibungslos über die sprichwörtliche Bühne gehen kann, war dieser Tage der bei der Sachsen-Classic fürs Thema Sicherheit verantwortliche Wolfgang Kießling in Radeberg. Auf dem Brauereihof legte er gemeinsam mit dem Logistikchef der Radeberger Exportbierbrauerei Wolfgang Klee fest, wo die Fahrzeuge und wo die Zuschauer ihren Platz haben werden. „Natürlich hoffen wir ja auch auf viele Neugierige“, unterstreicht Wolfgang Kießling.

Fotomotive und Kurz-Gespräche

Zwischen 15 und 17 Uhr werden am Sonnabend dann die Oldtimer in der Brauerei erwartet, aus Kamenz kommen sie über Liegau-Augustusbad nach Radeberg – und rollen von hier aus dann durch die Heide weiter Richtung Dresden zur Gläsernen Manufaktur. Auf dem Brauereihof werden die Fahrzeuge dabei einen – zünftig aus Radeberger-Pilsner-Paletten bestehenden – Wendepunkt umfahren, dann wird hier die Zeit genommen. Auch, wenn die Autos natürlich nicht allzu lange stehen bleiben werden; Zeit für Fotomotive und kurze Gespräche mit den Fahrern wird sicher sein, so Brauereisprecherin Jana Kreuziger. „Für einen unterhaltsamen Nachmittag für Oldtimerfans und Neugierige ist jedenfalls alles vorbereitet“, fügt sie an.

Laut Plan wird übrigens das erste Fahrzeug um exakt 15.11 Uhr erwartet, sagt Wolfgang Kießling schmunzelnd. Man darf also gespannt sein.