merken

Bremst Welterbe Windrad-Firma aus?

Das Unternehmen UKA plant Windräder im Erzgebirge. Dort tun sich neue Hindernisse auf.

© Claudia Hübschmann

Eppendorf/Meißen. Bei 15 von 79 Denkmalen im Erzgebirge könnten Windräder die Kulisse optisch beeinträchtigen. Das geht aus einer Studie des Freiberger Forschers Patrick Wieduwilt hervor. Das wiederum könnte den Antrag der Region auf den Unesco-Welterbetitel „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí“ gefährden. Wieduwilt rät deshalb, in sensiblen Fällen die Folgen zu prüfen und gegebenenfalls niedrigere Anlagen zu bauen.

Ein Bericht, der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse zufolge, könnte eines der problematischen Denkmale Schloss Augustusburg sein. In der Nähe des Schlosses, bei Leubsdorf und Eppendorf, stehen bereits zwei Windräder. Weitere 25 Anlagen sind dort laut Entwurf des noch nicht beschlossenen Regionalplans möglich. Laut Freier Presse liegt ein Antrag der Meißner Firma UKA vor, auf Großwaltersdorfer und Mittelsaidaer Flur zwei Windenergieanlagen zu errichten.

Elbgalerie Riesa
Hier macht Shoppen glücklich!
Hier macht Shoppen glücklich!

"Alles bekommen. In Riesa." – dieses Motto lebt die Elbgalerie Riesa.

Dass sie realisiert werden, sieht Jens Uhlig vom Planungsverband der Region Chemnitz aus Gründen des Landschaftsschutzes für unwahrscheinlich an. Der Blick auf das Jagdschloss, welches zum Unesco-Welterbe gehören würde, darf nicht verbaut werden. Es sei schon ohne Welterbetitel kaum möglich, Windräder im Erzgebirge zu errichten, so Uhlig, da der Planungsverband schwer einzuhaltende Mindestabstände festgelegt hat. Konfliktfälle um Welterbe-Landschaften gab es bereits, so Forscher Wieduwilt. So folgte auf den Welterbetitel der Wartburg 1999 ein langer Streit um Windkraftanlagen. (SZ)