Merken

Bringschuld der Muslime

Das Beste an dieser Konferenz ist, dass sie überhaupt statt gefunden hat. Endlich beginnt die Auseinandersetzung zwischen der Mehrheitsgesellschaft und der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland. Der...

Teilen
Folgen

Karin Schlottmann zur Islamkonferenz in Berlin

Das Beste an dieser Konferenz ist, dass sie überhaupt statt gefunden hat. Endlich beginnt die Auseinandersetzung zwischen der Mehrheitsgesellschaft und der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland. Der Dialog ist auch das Eingeständnis des Staates, dass das Zusammenleben dringend verbesserungsbedürftig ist. Nur ein Beleg dafür, was schief läuft zwischen den beiden Gruppen, ist die Absage einer Opernaufführung, an der Muslime vielleicht Anstoß nehmen könnten. Redeverbote, Zensur und religiöse Dogmen sind aber Gift für eine offene Gesellschaft.

Mit der Konferenz und den angekündigten Arbeitsgruppen werden sich die angestauten Konflikte natürlich nicht automatisch auflösen. Aber ohne ernsthafte Auseinandersetzung wird sich nichts ändern. Die Mehrheitsgesellschaft wird aufhören müssen, so zu tun, als ob alle Muslime Gewalt und Terrorismus gegen den Westen unterstützten. Dieser Generalverdacht verstärkt das fatale Gefühl der Ausgrenzung.

Die Bringschuld in diesem langen Prozess der Annäherung haben aber zweifelsfrei die Einwanderer und hier besonders die Hardliner unter ihnen. Der Staat wird durchsetzen müssen, dass das Grundgesetz – mit allen Rechten und Pflichten – für alle hier lebenden Bürger gilt. Niemand darf sich aus der verfassungsmäßigen Ordnung unter Berufung auf Tradition und Religion in eine Parallelgesellschaft verabschieden.