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Sachsen

Bringt die Krise die Digitalisierung?

Heimarbeit wird seit Corona immer beliebter - auch bei den Bediensteten in Sachsens Verwaltungen. Allerdings sind es noch technische Hürden zu überwinden.

Corona kremplet die Arbeitswelt um - auch von Bediensteten in Verwaltungen
Corona kremplet die Arbeitswelt um - auch von Bediensteten in Verwaltungen © Sebastian Gollnow/dpa

Dresden. Der Sächsische Städte- und Gemeindetag erwartet durch die Corona-Krise einen Digitalisierungsschub in den öffentlichen Verwaltungen. "Das gilt sowohl für das Verhältnis zu den Bürgern als auch für die elektronischen Prozesse innerhalb der Kommunalverwaltungen", sagte Geschäftsführer Mischa Woitscheck. Ob hingegen die Mitarbeiter jetzt öfter von zu Hause aus - dem "Home-Office" - ihren Job erledigen könnten, lasse sich noch nicht sagen. Denn klar sei: "Die Einwohner erwarten in den Rathäusern eine bürgernahe Verwaltung und damit immer auch persönliche Ansprechpartner."

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Dresden hatten laut Stadt die Möglichkeit, während der Corona-Krise ins Home-Office zu gehen können, "positiv aufgenommen". Wie viele davon Gebrauch gemacht hätten, sei jedoch nicht bekannt, weil viele von ihnen flexibel gearbeitet hätten und oft nicht den gesamten Tag und nicht die gesamte Woche im Home-Office verweilten. Bekannt sei lediglich, dass etwa 1000 von 7300 Beschäftigten mit der dazu benötigten Technik - den mobilen Endgeräten und der entsprechenden Software - ausgerüstet waren.

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Laut Stadt war unter bestimmten Bedingungen schon vor der Corona-Krise Tele-Heimarbeit erlaubt. Allerdings seien jetzt zusätzliche Laptops ausgegeben worden. "Das Interesse der Beschäftigten an der Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten, ist fraglos vorhanden", hieß es.

Die Arbeit von zu Hause aus ist auch bei den Kolleginnen und Kollegen der Chemnitzer Stadtverwaltung auf Zuspruch gestoßen. Etwa 250 Mitarbeiter, das sind etwa sechs Prozent aller Beschäftigten, hätten über die entsprechende Technik dazu verfügt, hieß es. "Einzelne Mitarbeiter haben auch nach Ende der Corona-Maßnahmen ihr Interesse an einer Tätigkeit im Home-Office bekundet", sagte ein Stadtsprecher. Um damit auch Bürofläche sparen zu können, sollen die Mitarbeiter deshalb künftig verstärkt wechselweise ins Home-Office gehen.

Für eine Ausweitung in großem Stil fehlten jedoch noch die technischen Voraussetzungen, hieß es. Zudem gebe es spezielle Computer-Software, auf die über das Internet nicht zugegriffen werden können und die auch aus Sicherheitsgründen nicht außerhalb der Dienstgebäude genutzt werden dürfe.

Bezüglich Arbeitszeit, Arbeitsort und Technik stehen beim Innenministerium spätestens seit Corona die Signale auf Flexibilisierung. Daran werde sich die künftige Ausstattung mit Computertechnik und Software orientieren, hieß es. Damit solle die Attraktivität des Arbeitsplatzes auch bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter verbessert und das Ministerium für künftige Krisen besser vorbereitet werden, sagte ein Ministeriumssprecher.

In den Corona-Monaten habe sich die Art der Kommunikation verändert. "Persönliche Kontakte und Besprechungen wurden überwiegend durch elektronische Kommunikation in Form von E-Mails, Telefonschalt- und Videokonferenzen ersetzt." Home-Office mit vollständiger technischer Ausstattung habe sich prinzipiell als gleichwertig zur Präsenzarbeit erwiesen. Viele Mitarbeiter hätten Interesse geäußert, weiterhin zumindest alternierend im Home-Office arbeiten zu dürfen.

Kaum Heim-Arbeit vor der Krise

Home-Office sei vor der Corona-Pandemie nur durchschnittlich im einstelligen Prozentbereich wahrgenommen worden. Während der Corona-Monate war der Home-Office-Anteil - teilweise mit vollständiger technischer Ausstattung, zum Teil auch nur mit E-Mail-Zugriff - auf etwa 65 Prozent der Bediensteten hochgeschnellt.

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"Die Covid-19-Pandemie hat den Berufsalltag der Bediensteten im Justizministerium verändert", bestätigte der Sprecher des Justizministeriums, Jörg Herold. Bis zu den ersten Lockerungen habe der Anteil der Mitarbeiter im Home-Office bei etwa 40 Prozent gelegen. Um die Vereinbarkeit von beruflicher Tätigkeit und privaten, insbesondere familiären Belangen zu verbessern, gebe es schon seit 2010 die Möglichkeit zu Heimarbeit. Die Auswertung der Maßnahmen im Zuge Covid-19-Pandemie werde zeigen, inwieweit Änderungen bei den schon bestehenden Möglichkeiten sinnvoll erschienen. (dpa)

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