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Brötchen, Kaffee und noch ein bisschen mehr

Kristina Börners betreibt jetzt den kleinen Bäckerladen in Burgk in Eigenregie. Bei ihr gibt es nicht nur Brot und Kuchen.

© Oberthür

Von Annett Heyse

Freital. Es ist noch gar nicht richtig Mittag, aber in den Regalen klaffen schon etliche Lücken. Die Brötchen sind so gut wie alle, beim Kuchen ist das Angebot auf Fruchtschecke, Mandarinenschmand und Pflaumenkuchen zusammengeschmolzen. „Das war heute ein verrückter Vormittag, ich bin kaum hinterher gekommen“, sagt Kristina Börners und muss sich erst mal setzen. Die 30-Jährige betreibt seit vier Monaten den kleinen Bäckerladen am oberen Ende der Burgker Straße, nahe der Kreuzung Kohlenstraße. Und seitdem sie die Chefin ist, hat sich viel getan auf den wenigen Quadratmeter Verkaufsfläche. Börners hat den Laden komplett umgestaltet. Freunde haben ihr aus Thüringen eine gebrauchte, aber gut erhaltene Ladeneinrichtung besorgt – Theke und Regale, was man im Bäckerladen halt so braucht. Dann wurde noch renoviert und eine neue Sitzecke eingerichtet. Seit Anfang November ist das Geschäft nun wieder geöffnet. Neben Brot, Brötchen, Gebäck und Kuchen bietet Kristina Börners auch Marmelade, Honig eines Freitaler Imkers und frische Eier vom Bauernhof aus Großopitz an.

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Mehr als nur Kino

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Ganz neu dürfte vielen Kunden Börners Gesicht aber nicht sein. Schon seit 2014 verkauft die Freitalerin, die einst Bürokauffrau lernte und später als Kinderbetreuerin arbeitete, an der Burgker Straße Backwaren. Eine schwere Krankheit hatte sie zuvor auch beruflich aus der Bahn geworfen. „Irgendetwas musste ich ja machen, um wieder Geld zu verdienen.“ Also fing sie bei der Bäckerei Franke aus Freital an, die damals das Geschäft als Filiale betrieb. 2015 zog sich Bäcker Franke zurück, eine neue Betreiberin übernahm das Geschäft. Als die kein Interesse mehr hatte, übernahm Kristina Börners die Initiative und mietete den Laden an. „Die Selbstständigkeit gefällt mir besser, da bin ich nicht von irgendwelchen Chefs abhängig“, sagt sie.

Bei Regen weniger Absatz

Börners schloss einen Vertrag mit der Bäckerei Grafe aus Freital-Weißig. Die liefert die Ware, Börners kann Angebot und Auswahl weitestgehend selbst festlegen. Was ihr mitunter schwerfalle, gibt sie zu, sei die Kalkulation. Wie viele Kunden kommen und was kaufen sie? „Es gibt Tage, da habe ich volle Regale und nur wenige kommen.“ Inzwischen hat sie unter anderem eine gewisse Witterungsabhängigkeit ausmachen können. „Wenn Regen angesagt ist, bestelle ich gleich weniger.“

Aber die Geschäftsfrau baut das Sortiment weiter aus. Inzwischen gibt es auch einen kleinen Imbiss, neben belegten Brötchen und Kaffee bietet sie Salate und Würstchen an. Demnächst sollen noch Suppen, so zum Beispiel selbstgekochte Soljanka und Kartoffelsuppe, auf die Speisekarte kommen. Sobald es wärmer wird, wird es auch wieder tiefgekühltes Softeis geben. Zudem betreibt Kristina Börners in ihrem „Krissi’s Backshop“ genannten Laden seit Anfang Februar einen Paketshop der Deutschen Post. Hier können die Kunden bereits frankierte Pakete, Päckchen und Retouren einliefern sowie Brief-, Päckchen- und Paketmarken kaufen.

Es ist für die Inhaberin die Möglichkeit, noch mehr Kunden in ihren Bäckerladen zu locken. Die kommen bisher vor allem in den Vormittagsstunden, weshalb Börners als Öffnungszeiten montags bis freitags 7 bis 16 Uhr und sonnabends 7 bis 10 Uhr festgelegt hat. Am späten Nachmittag fehle schlicht die Kundschaft und das, obwohl dann enorm viel Verkehr vor der Ladentüre herrsche. Für die Autofahrer übrigens gibt es sogar einen Kundenparkplatz im Hof neben dem Geschäft.