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Bautzen

Malschwitz: Brückenbau-Pilotprojekt startet

Zur Sanierung eines Bauwerkes über das Alte Fließ in Kleinsaubernitz kommt Carbonbeton zum Einsatz. Das hat mehrere Vorteile - auch für Autofahrer.

Voll gesperrt wird ab 10. August die Ortsdurchfahrt von Kleinsaubernitz. Grund dafür sind Brückenbauarbeiten - die eine Besonderheit haben.
Voll gesperrt wird ab 10. August die Ortsdurchfahrt von Kleinsaubernitz. Grund dafür sind Brückenbauarbeiten - die eine Besonderheit haben. © Symbolfoto: SZ-Archiv

Kleinsaubernitz. Bauarbeiten starten in der kommenden Woche im Malschwitzer Ortsteil Kleinsaubernitz an der Brücke über das Alte Fließ. Dafür wird die Ortsdurchfahrt im betroffenen Bereich voll gesperrt.  Am Montag beginnt die Einrichtung der Baustelle, ab 10. August tritt die Vollsperrung in Kraft, kündigt Franz Grossmann von der Pressestelle des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Bei der Baumaßnahme wird die vorhandenen Stahlbetonbrücke aus dem Jahr 1951 verstärkt. Auf ihr führt die S 109 über das Alte Fließ. Auf der Brückenunterseite wird  Carbonbeton aufgebracht. So soll die Tragfähigkeit der Brücke erhöht werden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Strecke auch als Ausweichroute zur Autobahn A 4 dient. Außerdem wird bezweckt, die Nutzungsdauer der Brücke deutlich zu verlängern.

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TU Dresden gibt Hilfestellung

Es handelt sich um ein gemeinschaftliches Pilotprojekt der sächsischen Straßenbauverwaltung und der Technischen Universität Dresden zur Anwendung von Carbonbeton im Straßennetz Sachsens. Die TU Dresden leistet auf der Basis durchgeführter Materialuntersuchungen und Laborversuche die wissenschaftliche Zuarbeit und gibt fachliche Hilfestellung bei der Bauüberwachung. 

Carbonbeton ist ein Verbundwerkstoff aus Beton und einer Bewehrung aus Kohlenstofffasern (Carbon), der deutlich widerstandsfähiger ist als Stahlbeton, erklärt der Lasuv-Sprecher. Die sehr tragfähige, nichtrostende Bewehrung aus Carbon lässt eine längere Lebensdauer erwarten als bei heutigen Konstruktionen aus Stahlbeton. Außerdem könne bis zu 80 Prozent Beton eingespart werden. Durch die dünne Carbonbetonschicht wird das Gewicht der Brücke nicht nennenswert erhöht, sodass mit der Technologie auch Brücken instandgesetzt werden können, bei denen das mit Stahlbeton nicht möglich ist. Weitere Vorteile sind kürzere Bauzeiten.

Laut Verkehrs- und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ist Carbonbeton nicht nur eine ressourcensparende Anwendung, sondern bietet über Qualität, Belastbarkeit und Klimafreundlichkeit hinaus noch neue gestalterische Möglichkeiten. "Ich freue mich, dass der in Sachsen entwickelte innovative Baustoff beim Brückenbau in Kleinsaubernitz zur Anwendung kommt", so der Minister.

Nächste Maßnahme in Wurschen geplant

Laut Planung dauern die Arbeiten in Kleinsaubernitz bis zum 4. September. Während der Vollsperrung erfolgt die Umleitung aus Richtung Bautzen über Gleina, Baruth und  Kleinsaubernitz zurück zur S 109. Der Verkehr aus Richtung Dauban wird über Lömischau, Halbendorf, Klix und Salga geführt.

Die Baumaßnahme kostet rund 140.000 Euro. Die TU Dresden beteiligt sich mit einer Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 46.000 Euro. Mit weiteren rund 32.000 Euro fördert das Ministerium den Anteil der sächsischen Straßenbauverwaltung.

Auf das Vorhaben in Kleinsaubernitz aufbauend soll im kommenden Jahr ein weiteres Carbonbeton-Pilotprojekt zum Ersatzneubau einer Brücke im Landkreis Bautzen in Angriff genommen werden - an der Stahlbetonbrücke über das Kuppritzer Wasser in Wurschen. (SZ)

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