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Brückenbauer holen Zeit auf

Die Arbeiten für die Brücke über die Jahna liegen nun nach Verzögerungen im Plan. Bis Ende November soll sie fertig sein.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Zschaitz/Baderitz. Am Freitag wird das Widerlager der Brücke in Baderitz betoniert. Zurzeit stellen die Bauarbeiter die Bewehrung und Schalung für dieses Bauwerk fertig. „Die Arbeiten liegen im Plan“, so Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos). Einer Fertigstellung bis Ende November stehe bisher nichts im Wege. Diese Information erhielt er zur Bauberatung am Mittwoch.

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Die Arbeiten begannen Ende Juli. Doch dann ging „nichts hastig vorwärts“. So zumindest drückte es der Bürgermeister zur Ratssitzung im September aus. Doch das lag nicht an der Baufirma, sondern an den Leitungen, die einen weiteren Baufortschritt verhinderten.

Für den Brückenbau musste neben einer Fußgänger-Behelfsbrücke auch eine Wasserführung für die Jahna angelegt werden. Seit einiger Zeit liegt ein großes Eisenrohr im Baufeld. Es sorgt dafür, dass das Wasser der Jahna weiterfließen kann. Um auch für mehr Wasser, hervorgerufen durch Starkniederschläge, gerüstet zu sein, hat das Rohr auf der Seite in Richtung Stausee einen riesigen Trichter. Der wird ringsherum durch Sandsäcke abgedichtet. Damit soll verhindert werden, dass das Wasser eventuell an den Seiten vorbeiläuft.

„Die Baufirma ist in Kontakt mit der Talsperrenmeisterei, falls zu viel Wasser aus dem Staubecken der Baderitzer Talsperre gelassen wird“, so Immo Barkawitz. Außerdem wurde eine Pumpe installiert. Mit deren Hilfe kann das Wasser vor der Baustelle auf der Seite der Fußgängerbrücke bis auf die andere Seite gepumpt werden. Ansonsten ist es am Freitag recht ruhig auf der Baustelle gewesen.

In den vergangenen Wochen wurden Pfähle für die Brückengründung in den Untergrund gebohrt. Der ist in der Jahna-Aue nicht besonders stabil. Deshalb erfolgt eine tiefe Gründung, sagte der Bürgermeister.

Der Abriss und der Neubau der Brücke sollten laut Ausschreibungsergebnis etwa 313 000 Euro kosten. Voraussichtlich steigt diese Summe, da die Firma Faber Infra-Bau GmbH in Wilsdruff schon mehrere Nachträge gestellt hat. Von der Fördergeldstelle wurden Planungs- und Baukosten in Höhe von 430 000 Euro bewilligt. Der Neubau der Brücke wird komplett aus dem Programm zur Beseitigung von Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 finanziert. Davon gehen die Gemeinderäte aus. Denn sie wollen keinen Cent für das Bauwerk aus dem Haushalt der Kommune bezahlen. Das machten sie mehrmals zu Ratssitzungen deutlich.

Für die Bauarbeiten ist eine Vollsperrung im unteren Bereich der Kirschallee notwendig. Die Umleitung führt über den Kirchberg. Wer zum Autohaus, Zur Gaststätte am Stausee möchte oder in diesem Bereich wohnt, muss einen Umweg fahren.

Notwendig wird der Neubau der Brücke, um das Durchlassvolumen des Bauwerkes zu vergrößern. Es handelt sich um eine 1848 errichtete Einbogenbrücke aus Bruchstein. Sie gehört zu den wenigen bis heute erhaltenen historischen Bogenbrücken der Umgebung. Der historische Schlussstein soll einen Platz am neuen Bauwerk erhalten. Das fordert die Denkmalschutzbehörde. Im Zusammenhang mit den Planungen wurde auch eine Sanierung in Betracht gezogen.