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Haft für Angriff auf Afrikanerinnen

Zwei Brüder haben drei Frauen aus Eritrea angegriffen. Jetzt wurden sie wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen verurteilt. Aber nur einer muss hinter Gitter.

© Symbolfoto: dpa

Alexander Schneider

Dresden. Die Worte des Vorsitzenden Richters Markus Maier in seiner Urteilsbegründung sind klar: „Was haben Sie eigentlich jemals für Deutschland getan?“ Das sollte sich der Angeklagte einmal in Ruhe überlegen. Er wird Zeit dafür haben, denn der 25-jährige Rechtsextremist Maik M. bleibt im Gefängnis. Am Dienstag hat ihn das Amtsgericht Dresden wegen verschiedener ausländerfeindlicher Gewalttaten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Weil M. Bewährungsbrecher ist, muss er wohl auch eine frühere Verurteilung von weiteren sieben Monaten absitzen.

Charlotte Meentzen
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Das Schöffengericht war überzeugt, dass Maik M. im Oktober 2016 mit seinem Bruder Marcel (31) gezielt Flüchtlinge angegriffen hat – drei Frauen Anfang 20 aus Eritrea und einen Syrer. Die beiden Dresdner waren an jenem Abend am Abzweig Reick aus derselben Bahn gestiegen wie ihre späteren Opfer, die von einer Chorprobe kamen. Dann rannten die Täter auf die Ausländer zu, beleidigten sie mit „Scheiß-Ausländer“ und zeigten ihnen eine Halsabschneider-Geste. Der Jüngere stieß eine 21-Jährige um und trat auf die Frau am Boden ein, ehe er die anderen zwei Frauen und den Mann verfolgte. Marcel habe einmal auf die Frau am Boden eingetreten.

Auch weil die beiden Deutschen gemeinsam gehandelt haben, sei eine gefährliche Körperverletzung erfüllt, sagte Maier. Der nicht vorbestrafte Marcel M., der den Vorwurf bestritten hatte, wurde zu der Mindeststrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Die drei jungen Frauen aus Eritrea sagten als Zeuginnen, sie hätten nun Angst und gingen abends nicht mehr alleine auf die Straße.

Maik M. hat weitere Taten mit ausländerfeindlichem Motiv begangen. Im August beleidigte und schlug er einen Tunesier in einer Straßenbahn. Im November hielt er einen wildfremden Jogger an der Breitscheidstraße auf und forderte ihn auf, sich mit ihm zu verbünden, um gegen Deutsch-Türken vorzugehen. Dann schlug er plötzlich auf den Mann ein. Als der in
eine Fahrschule flüchtete, verfolgte ihn M., randalierte und schlug um sich.

Maik M. ist massiv drogen- und alkoholsüchtig. Er hatte wohl bei jeder seiner Taten, die er – soweit er sich erinnern konnte – auch eingeräumt hatte, neben Marihuana und Crystal mindestens zwei Promille Alkohol und mehr intus. Sein Verteidiger Michael Sturm hatte aufgrund dieser Beeinträchtigung eine Verurteilung von deutlich weniger als zwei Jahren gefordert. Dafür sah das Schöffengericht jedoch keinen Anlass. Der Richter betonte, Maik M. habe in seinem Leben noch nichts geleistet – die Lehre abgebrochen, Arbeitslosigkeit, gescheiterte Therapien, Straftaten, Haft. Marcel M. dagegen habe sich an jenem Abend spontan hinreißen lassen, seinem Bruder zu folgen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.