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Politik

Brüsseler Mahnung

Die EU verdächtigt Huawei. Der Konzern aus China soll das 5 G-Netz aufbauen und könnte sich Hintertüren einrichten. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

©  [M] dpa / SZ

In der digitalen Welt von morgen spielten technische und politische Gefahren bisher kaum eine Rolle. Selbstfahrende Autos, hochmoderne Tele-Medizin, die Logistik von Gütern – all das braucht hingegen ein Hochgeschwindigkeits-Internet, das nicht nur reibungslos funktionieren muss, sondern auch sicher sein sollte.

Als die USA vor den Risiken warnten, wenn das chinesische Unternehmen Huawei den Zuschlag für den Aufbau des Netzes in der EU bekommen sollte, wollte Europa zunächst wenig davon hören. Das hat sich geändert. Denn mehr und mehr begreifen auch die digitalen Planer in Brüssel, dass ein 5G-Netz aus chinesischer Herstellung eben auch Zugriffsmöglichkeiten und Hintertüren enthalten könnte, die zu einer echten Gefahr werden. Dies hat die Brüsseler EU-Kommission zwar nicht so deutlich ausgesprochen – übrigens gegen den Willen des für Sicherheit zuständigen Kommissars Julian King, der gerne Ross und Reiter genannt hätte.

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Aber es ist klar, gegen wen sich der Verdacht richtet: Peking und seinen Staatskonzern Huawei. Der könnte, zumal, wenn er allein den Auftrag bekäme, praktisch alles kontrollieren und sogar die Funktion einschränken oder gar lahmlegen, wenn das politisch opportun wäre. Das Papier aus Brüssel ist eine ernstzunehmende Mahnung.

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