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Brummi verheddert sich

Nach Sieben Stunden bekommt Dussa den Sattelschlepper bei Bernstadt frei. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

© Danilo Dittrich

Von Anja Beutler

Die Enge in der Straße Am Pließnitztal und ein offenbar ungeeignetes Navigationsgerät ist einem Lasterfahrer zum Verhängnis geworden. Am Montagvormittag hatte sich der rumänische Fahrer eines Sattelschleppers in einer engen Kurve auf der ohnehin nicht für große Fahrzeuge ausgelegten Straße in Kunnersdorf bei Bernstadt festgefahren. Allein konnte er sich nicht mehr aus der misslichen Lage befreien und brauchte deshalb die Hilfe des Bergeteams der Firma Dussa. Sieben Stunden waren die Dussa-Mitarbeiter dann im Einsatz, bis sie den Lkw-Knoten gelöst hatten.

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Die Ladung, die aus Stahl-Gussteilen und Gummirollen bestand, wurde per Gabelstapler zur Seite gefahren.
Die Ladung, die aus Stahl-Gussteilen und Gummirollen bestand, wurde per Gabelstapler zur Seite gefahren. © Danilo Dittrich
Keine einfache Sache: Die Mitarbeiter der Bergungsfirma Dussa stimmen sich über die nächsten Schritte ab.
Keine einfache Sache: Die Mitarbeiter der Bergungsfirma Dussa stimmen sich über die nächsten Schritte ab. © Danilo Dittrich
Es geht nicht vor und nicht zurück: Der in Polen zugelassene Laster hat sich in Kunnersdorf bei Bernstadt in eine enge Straße verfahren. Fotos: Danilo Dittrich
Es geht nicht vor und nicht zurück: Der in Polen zugelassene Laster hat sich in Kunnersdorf bei Bernstadt in eine enge Straße verfahren. Fotos: Danilo Dittrich © Danilo Dittrich
Stück für Stück wurde der LKW-Auflieger wieder in die richtige Spur gebracht. Am Ende wurde auch die Zugmaschine aus ihrer misslichen Lage befreit.
Stück für Stück wurde der LKW-Auflieger wieder in die richtige Spur gebracht. Am Ende wurde auch die Zugmaschine aus ihrer misslichen Lage befreit. © Danilo Dittrich

Für Firmenchef Klaus Dussa war das Ganze wie ein Déjà-vu: „Es war wieder das gleiche Muster“, berichtete er und spielt darauf an, dass es nicht der erste derartige Fall gewesen ist. „Wir waren schon mehrmals dort an dieser Stelle“, sagt Dussa. Bernstadts Bürgermeister Markus Weise kann sich zwar nicht an mehrere Fälle, aber zumindest an einen zweiten, vergleichbar schweren Fall in jüngster Vergangenheit erinnern.

Im Dezember 2013 hatte sich ebenfalls ein Laster, der eigentlich zur Firma Birkenstock wollte, in die schmale Straße verirrt und war in derselben Kurve steckengeblieben. Damals hatten es die Retter nicht geschafft, den Laster an einem Tag zu bergen.

Auch dieses Mal war einige Zeit nötig. Zunächst versuchten die Retter, den Laster per Seilwinde vom anderen Ufer des Flusses aus der Kurve herauszuziehen, was jedoch nicht gelang. „Er war einfach zu lang und auch zu schwer“, betont Klaus Dussa. Immerhin hatte der in Polen zugelassene Laster Gummirollen sowie Stahl-Gussteile geladen. Wie genau der 50-jährige rumänische Fahrer die Ware abliefern sollte, ist nicht bekannt, Die Lieferung war aber für Sachsen bestimmt, hieß es. Da sich der Brummi nicht als Ganzes wieder aus der Straße herausmanövrieren ließ, musste er zunächst per Gabelstapler entladen werden. Anschließend, so berichtet die Bergefirma, habe man den Sattelzug vom Auflieger getrennt und separat wieder aus der Straße herausgebracht. Ein Gabelstapler fuhr nach Augenzeugenberichten dabei den Auflieger die rund 1 200 Meter wieder zurück auf die große Straße. Ähnlich hatten die Rettungskräfte auch vor fünf Jahren vorgehen müssen.

Auslöser für den ganzen Aufwand war offenbar ein falsches Navigationsgerät. Möglicherweise hatte der Fahrer ein Gerät genutzt, dass Pkw den Weg weisen soll – aber nicht explizit Strecken für Laster ausweist. Was man als Stadt dagegen tun kann, damit diese Straße nicht häufiger von zu großen und zu schweren Fahrzeugen genutzt wird, berät man derzeit im Rathaus. „Die Straße für Lkw sperren geht allerdings nicht“, nimmt Bürgermeister Weise eine Überlegung vorweg. Der Grund: Müll- und andere Entsorgungsfahrzeuge oder auch Heizöltransporter für die Anwohner müssen sie weiterhin passieren können.

Eine Tonnage-Beschränkung von acht Tonnen gibt es bei einer der möglichen Zufahrten bereits. Ob eine ergänzende Beschilderung hier zulässig wäre, ist noch unklar. Woher der Sattelschlepper diesmal gekommen ist, weiß der Bürgermeister nicht ganz genau: Wahrscheinlich aber war er aus Richtung Rennersdorf am Betriebskindergarten der Firma Euroimmun vorbeigefahren und dort in die enge Straße eingebogen. Ein großer Schaden ist zum Glück nicht entstanden. Lediglich einen Zaun, der der Stadt gehört, hat der Fahrer beim Zurücksetzen eingedrückt. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 1 000 Euro.