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Buch über Gustav Ginzel erschienen

Den Erinnerungsband an den Besitzer des Misthauses in Jizerka gibt es aber bislang nur auf Tschechisch.

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© Laurinova

Von Petra Laurinova

Jizerka. Ein Buch über Gustav Ginzel, den Weltenbummler und Besitzer des legendären Misthauses in Jizerka (Klein Iser), ist nun erschienen. Der Liberecer Journalist Jan Šebelka hat die Publikation dank der Crowdfunding-Aktion im Internet nun herausbringen können. „Durchs Internet kamen rund 2000 Euro zusammen. 1300 gab es von der Stiftung für die Rettung und Erneuerung des Isergebirges“, sagt der Autor. Die Kosten seien doppelt so hoch gewesen.

Das Buch heißt „Podivín, který okrášlil svet aneb Vzpomínání na Gustava Ginzela“ („Ein Sonderling, der die Welt verschönerte, oder Erinnern an Gustav Ginzel“). Ein Großteil der Auflage von 2500 Stück sei schon vergriffen. Der Onlinehändler „knihy555“ hat das Buch mit 272 Seiten für umgerechnet etwa neun Euro noch im Angebot. „Das Echo war sehr gut, deswegen arbeite ich bereits an einer um ungefähr ein Drittel dickeren Ausgabe. Die muss bis Herbst fertig sein“, erzählt Šebelka. Er sucht auch Möglichkeiten, das Buch schnell den deutschen Misthausbesuchern anzubieten – bislang ist es nur auf Tschechisch zu haben. „Vor allem Erinnerungen der Deutschen, die stets die Masse der Ginzel-Gäste ausmachten, fehlen mir“, erzählt der 64-jährige Rentner Šebelka, der auch an einem Krimi arbeitet.

Das Vorhaben, die vielfältigen Erinnerungen an den 2008 verstorbenen Gustav Ginzel aufzuschreiben, hegte Šebelka viele Jahre. Und das, obwohl er mit ihm nur wenige Male in direkten Kontakt gekommen ist. Was ihn bei der Vorbereitung des Buches überrascht hat: Ginzel sei von vielen Menschen als verrückter Sonderling oder Geizhals wahrgenommen worden, obwohl dieser sechs Semester an einer Hochschule studiert hatte, ein guter Bergsteiger, Naturfreund, Fotograf, aber vor allem Lebenskünstler gewesen ist.

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Er stammte aus einer kinderreichen deutschen Familie. Durfte aber in Tschechien bleiben, bereiste dann die Welt. Später besuchte die Welt in seinem Misthaus in Jizerka. In den 60er Jahren hatte er das Holzhaus gekauft, in dem der Mist fast bis zum Dach stand. Und das für 350 Kronen. „Es war das beste Geschäft meines Lebens, ich verkaufte den Mist damals für viel mehr Geld“, erzählte er immer. Ginzels Haus ist 1995 ausgebrannt. Er ließ eine Replik bauen. Ein echtes Zuhause wurde es aber nicht mehr für ihn.

Das Buch ist unter www.knihy555.cz zu finden.