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Buchmanns Super-Tour endet mit Rang vier

Während der junge Kolumbianer Egan Bernal in Gelb nach Paris fährt, erarbeit sich Emanuel Buchmann die beste deutsche Platzierung seit 2006.

Emanuel Buchmann fährt bei der 106. Tour auf die beste deutsche Platzierung seit 2006. © David Stockman/BELGA/dpa

Von Patrick Reichardt und Stefan Tabeling

Val Thorens. Emanuel Buchmann hat seine hervorragende Tour de France beim großen Berg-Finale nicht mit dem Podest krönen können, Egan Bernal steht dagegen unmittelbar vor dem ersten Gesamtsieg beim wichtigsten Radrennen der Welt. Der 26-jährige Buchmann schob sich auf der 20. Etappe am Samstag nach Val Thorens zwar noch an Julian Alaphilippe vorbei auf Gesamtrang vier, die entscheidende Attacke auf das Podest blieb beim finalen Kräftemessen am Wahnsinnsberg allerdings aus. Der Kolumbianer Bernal hingegen wird an diesem Sonntag als erster Südamerikaner und als jüngster Fahrer seit dem 2. Weltkrieg die Tour für sich entscheiden.

"Vierter ist richtig geil, Wahnsinn. Damit bin ich zufrieden", sagte Buchmann in der ARD. Zuvor hatte er sich im Ziel ein Küsschen seiner Freundin abgeholt. Auch ohne einen Top-3-Rang in Paris sorgt Bora-hansgrohe Profi Buchmann für die beste deutsche Tour-Platzierung seit 2006, als Andreas Klöden Zweiter wurde.

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Neben Ineos-Fahrer Bernal, der im Zielbereich direkt von mehreren hundert Kolumbianern empfangen wurde, werden der Vorjahressieger Geraint Thomas (Wales) sowie Steven Kruijswijk aus den Niederlanden das Podium komplettieren. Die Etappe beim stark verkürzten Bergsprint-XXL von Albertville nach Val Thorens sicherte sich am Samstag der Italiener Vincenzo Nibali, der eine Ausreißattacke vor den beiden Spaniern Alejandro Valverde und Mikel Landa ins Ziel brachte.

In Gelb fährt Egan Arley Bernal Gomez (l) aus Kolumbien vom Team Ineos neben seinem Teamkollegen Geraint Thomas (r) aus Großbritannien ins Ziel. © Christophe Ena/AP/dpa

Für Bernal wird der Sonntag die Krönung seiner noch jungen Karriere. Der 22-Jährige nutzte die verletzungsbedingte Abwesenheit seines schwer gestürzten Kapitäns Chris Froome herausragend und wird am Sonntag (18.10 Uhr/One und Eurosport) auf dem Weg nach Paris zu den Champs-Élysées traditionell nicht mehr angegriffen. "Dass ich das Gelbe Trikot tragen darf, ist unglaublich", sagte Bernal. Auch für Buchmann, der stets die Top 10 als sein Ziel ausgegeben hatte, ist Gesamtrang vier der größte Erfolg seiner bisherigen Laufbahn.

Einen Tag nach starken Regen- und Hagelschauern sowie einer Schlammlawine auf der Abfahrt vom Col de l'Iseran hatte das Wetter die Alpen-Kletterei auch am Samstag fest im Griff. Im Zielort Val Thorens, der höchstgelegenen Skistation Europas, fing es um 12.00 Uhr an, in Strömen zu regnen, was sich in den Stunden danach auch nicht änderte. Erst nach dem Etappenstart um 14.30 Uhr wurde es besser, die Fahrer kamen trocken ins Ziel.

Schon am Vorabend hatten die Veranstalter mitgeteilt, dass die Etappe von 130 auf 60 Kilometer verkürzt wird. Start und Zielort blieben zwar gleich, der Cormet de Roselend erwies sich nach Erdrutschen am Freitagabend aber als unbefahrbar.

Vincenzo Nibali aus Italien vom Team Bahrain-Merida jubelt über den Sieg bei der 20. Etappe im Ziel. © Yorick Jansens/BELGA/dpa

Taktiererei gab es bei der letzten Chance vor Paris so noch weniger, schließlich machte der 33,4 Kilometer lange Anstieg mehr als die Hälfte der kompletten Distanz bei der 20. Etappe aus. Jumbo-Visma machte schon zu Beginn Tempo für Kruijswijk, das zahlte sich gegen die starke Ineos-Equipe allerdings nicht aus.

Verfolger Buchmann hatte die Bergankunft in Val Thorens schon die ganze Woche als "Showdown" bezeichnet. "Ich fühle mich für die dritte Woche noch echt gut, so habe ich mich bei einer dritten Woche noch nie gefühlt", erklärte der Deutsche, der sich in drei Wochen Tour de France nicht eine Schwäche leistete. In den Vogesen glänzte er an der Rampe zur Planche des Belles Filles, in den Pyrenäen griff er am Tourmalet sogar an und auch in den Alpen steuerte er mit großer Lockerheit einer verdienten Top-5-Platzierung entgegen. "Heute wird angestoßen und in Paris wird dann ordentlich gefeiert", sagte Buchmann.

Die französischen Träume vom ersten Tour-Sieg seit Bernard Hinault 1985 platzten hingegen in den Alpen. Nach dem verletzungsbedingten Ausstieg von Thibaut Pinot (Muskelfaserriss) konnte auch Julian Alaphilippe als Liebling der Grande Nation im Finale nichts mehr zusetzen. In der Höchstleistungskletterei verspielte der 27-Jährige nach 14 Tagen im Gelben Trikot auch noch das Gesamtpodest in Paris, auf dem nun Bernal, Vorjahressieger Thomas und Kruijswijk stehen werden. Alaphilippe beendet die Tour auf Rang fünf. (dpa)

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