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Buddeln für den Spielplatz

Einen Spatenstich der etwas anderen Art gab es am Freitag in Moritzburg. Dabei war auch ein Beobachter aus Reichenberg. Nicht ohne Grund.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

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Moritzburg. Üblicherweise werden symbolische erste Spatenstiche von Politikern und Investoren ausgeführt. Gern auch von mehreren gemeinsam. Meist werfen diese dabei freundlich lächelnd für die versammelten Fotografen schwungvoll ein paar Schaufeln Erde durch die Luft.

So hat der Planer das Spielschloss gezeichnet.
So hat der Planer das Spielschloss gezeichnet. © Zeichnung: perspektive.grün

Auf dem früheren Weinberg zwischen dem Friedhof und der ehemaligen Moritzburger Mittelschule war das am Freitagnachmittag ganz anders. Da buddelte nach kindgerechten Eingangsworten von Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) ein Teil der künftigen Nutzer des Mehrgenerationen-Spielplatzes was das Zeug hielt. Ein gutes Dutzend Moritzburger Mädchen und Jungen stieß dafür mit Begeisterung seine blauen und gelben Kinderschaufeln und -spaten in den frostfreien aber von frischen Schnee weiß bepuderten Boden.

Nachdem der erste Spatenstich-Termin vor fast drei Wochen wegen des Frosteinbruchs abgesagt wurde, konnten die Gäste am Freitag nun schon den Baufortschritt in Augenschein nehmen. Die Hülsen für die Fundamente der beiden großen Spiel- und Klettergeräte sind in den Boden eingelassen. Sie werden die langen Stangen aus Robinienholz aufnehmen, um die der Bärnsdorfer Tischlermeister Carsten Winkler dann die dem Schloss und dem Leuchtturm nachempfundenen Geräte baut. Einen kleinen Teil davon hat der bereits in seiner Werkstatt vorgefertigt. Der Großteil wird aber in den nächsten Wochen direkt vor Ort entstehen.

Gebaut haben die Arbeiter auch schon eine kleine Mauer aus Sandstein. Vor diese sollen zwei der auf dem Areal geplanten Bänke aufgestellt werden. Nicht weit davon entfernt werden weiße und schwarze Platten künftig ein Schachbrett bilden.

Mitglieder des Vereins Moritzburger Königskinder, der 30 000 Euro der insgesamt 100 000 Euro Baukosten beisteuert, hatten für den Spatenstich Kuchen gebacken und Kaffee gekocht. Vor allem Letztere wurde bei dem nasskalten Wetter dankend angenommen. Die gleiche Summe wie vom Verein kommt von der Gemeinde Moritzburg. Der übrige Betrag wurde als Fördermittel vom Dresdner Heidebogen bewilligt.

Zu den Gästen des gestrigen Ereignisses gehörte auch Dr. Bernd Reißmann, der Ortsvorsteher von Reichenberg. Nicht ohne Grund. Denn auch in diesem Moritzburger Ortsteil wird ein Mehrgenerationentreff geplant. Erste Überlegungen gab es dafür schon 2014. In der vergangenen Woche wurden im Ortschaftsrat gleich mehrere sich ähnelnde Konzepte vorgestellt (die SZ berichtete). Am Donnerstagabend haben sich laut Bernd Reißmann nun der Heimatverein und ein Großteil der Mitglieder des Ortschaftsrats darauf verständigt, dass der Verein das Geld einwerben kann. Der Ortschaftsrat und die örtlichen Gemeinderäte sollen sich dagegen für das Projekt im Moritzburger Gemeinderat stark machen. Kontakt zu den Königskindern besteht inzwischen auch.