merken

Bürger fordern mehr Blitzaktionen

Der Landkreis schickt mobile Messtrupps zu vermeintlichen Schwerpunkten. Nicht immer stimmt das Gefühl der Anwohner.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

Landkreis. Die verstärkte Bautätigkeit auf den Straßen im Landkreis Görlitz verschafft auch dem Ordnungs- und Straßenverkehrsamt des Landkreises viel zusätzliche Arbeit. Amtsleiter Peter Hoffmann und seinen Mitarbeitern liegt aktuell eine Vielzahl von Anfragen zu Geschwindigkeitskontrollen vor, die hauptsächlich aus der Sorge von Bürgern an Umleitungsstrecken resultieren, vor ihrem Haus könnte unzulässig stark gerast werden. Zum Beispiel seien die Bürger im Klittener Ortsteil Zimpel diesbezüglich sehr aktiv gewesen. „Eigentlich haben wir aber immer viele Anfragen auf dem Tisch. Im Moment sind sie aber besonders zahlreich – nicht nur von Anwohnern, auch von Bürgermeistern und Ortschaftsräten.“

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Dies betreffe nicht nur die offiziell ausgewiesenen Umleitungsstrecken, sondern auch Schleichwege, die Ortskundige gern nutzen, um abzukürzen. „Wir können natürlich gleich eine unserer vier mobilen Geschwindigkeitsmesseinrichtungen zu der bewussten Stelle schicken, was wir in Abstimmung mit der Polizei auch tun“, erklärt Hoffmann. „Wir haben aber auch die Möglichkeit, das sogenannte Seitenradar einzusetzen. Das ist ein Kunststoffkoffer, der an Laternen befestigt wird und in der Regel eine Woche lang die Geschwindigkeiten von kurzen, mittellangen und langen Fahrzeugen feststellt.“ Aus den Ergebnissen heraus könne dann abgeleitet werden, ob die Raserei an der betreffenden Stelle tatsächlich so schlimm sei und ob geblitzt werden müsse. Manchmal trüge jedoch das Gefühl der Bürger.

„In der Regel“, so der Amtsleiter, „kennen wir aber die kritischen Punkte, die sich auch an Umleitungsstrecken vor Kindergärten und Schulen befinden.“ In Horka habe man entlang eines Schleichweges vergangene Woche gleich zweimal kontrolliert. „Es wird immer dann schlimm, wenn kleinere Straßen das größere Verkehrsvolumen der Bundesstraßen, wie jetzt beim Bau an der B 115, nicht aufnehmen können“, so Hoffmann. „Wenn dann unter anderem auch nachts Lkw ‚durchblasen‘, wird das Sicherheitsgefühl der Anwohner auf eine harte Probe gestellt.“