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Bürger für Friedwald-Projekt

Zwei Vorreiter für die alternative Bestattungsform sehen neue Chancen in Schönteichen. Die Stadt als Ehe-Partner in spe sollte aber im Bilde sein, sagt der Kamenzer OB.

© Claudia Hübschmann

Von Frank Oehl

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Kamenz. Seit mehr als vier Jahren engagiert sich eine Bürgerinitiative für die Einrichtung eines Bestattungswaldes in der Region Kamenz. Sogar 900 Unterschriften wurden gesammelt, um den Kamenzer Stadtrat zum Aktivwerden anzuhalten. Das Projekt scheiterte im letzten Moment am Votum des Rates der Gemeinde Haselbachtal, der einen Bestattungswald in einem der Stadt gehörenden Forstgebiet in der Nähe des Tiefentales bei Reichenau mehrheitlich ablehnte. Nun schöpfen die Befürworter der alternativen Bestattungsform neue Hoffnung: Der Rat der Gemeinde Schönteichen, die mit Kamenz fusionieren möchte, hatte sich im Dezember für ein Projekt der Friedwald GmbH ausgesprochen. Gegen den folgenden Abschluss eines Nutzungs- und Austauschvertrages waren im Rathaus Bedenken aufgenommen. Aber nicht in der Sache, sondern mehr vom Ablauf her.

Dagegen regt sich Widerstand. Die Kamenzer Günter Zimmermann und Dr. Manfred Vogel haben einen offenen Brief an Roland Dantz geschrieben. „Wir waren der Ansicht, dass Sie als OB dem Anliegen positiv gegen überstehen. Jetzt gibt es die Chance, zeitnah den langersehnten Friedwald in der Oberlausitz einzurichten, zumal alle erforderlichen Unterlagen unterschriftsbereit vorliegen.“ Die Bürger bitten die Stadträte und den OB, einem Antrag der Linkenfraktion im Stadtrat zuzustimmen, damit der Gemeinderat Schönteichen im April selbstständig über den vorliegenden Nutzungs- und Austauschvertrag entscheiden kann. „Wir sehen die Vorbereitung zur Eingemeindung nicht als Grund an, diese Entscheidung des Gemeinderates Schönteichen zu vertagen.“

OB Roland Dantz stellt nun auf SZ-Nachfrage klar, dass er sich stets für eine alternative Bestattungsform eingesetzt habe und dies auch weiterhin tun werde. Er sei aber verpflichtet, in der jetzigen „Verlobungsphase“ zwischen Kamenz und Schönteichen den Stadtrat über wesentliche Entwicklungen beim potenziellen Partner zu informieren. „Nur darum geht es.“ Selbstverständlich könne der Gemeinderat in Schönteichen frei entscheiden, was er für richtig hält. „Die Kamenzer Stadträte sollten aber darüber Bescheid wissen. Alles, was entschieden wird, fällt schließlich am Ende beiden Ehepartnern zu.“

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